Handball-EM live: Schweigeminute vor Deutschland-Spiel gegen Spanien

Dänemark, Schweden und Norwegen - Vorhang auf: Am Donnerstag ist der Startschuss zur Handball-Europameisterschaft 2026 der Männer gefallen!

Vom 15. Januar bis 1. Februar spielen 24 Mannschaften in den drei Austragungsländern Dänemark, Schweden und Norwegen um die Krone. Mit dabei ist auch die deutsche Auswahl, die auf das erste EM-Edelmetall seit dem Gold-Triumph vor exakt zehn Jahren hofft.

Zum Vorrunden-Auftakt holte sich das DHB-Team mit einem Sieg gegen Österreich Selbstbewusstsein und übernimmt vorerst die Gruppenspitze, doch gegen Serbien folgt die Schock-Niederlage nach Vier-Tore-Führung zur Pause. Zum Vorrunden-Abschluss ist das DHB-Team gegen Spanien (19. Januar) zum Siegen verdammt.

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19. Januar, 13.05 Uhr: Schweigeminute vor der deutschen Partie gegen Spanien

Bevor die deutsche Nationalmannschaft heute Abend gegen Spanien ums Weiterkommen spielt, wird es in der Halle still werden. Es gibt eine Schweigeminute für die Opfer des tragischen Zugunglücks in Andalusien.

Am Sonntagabend war ein Hochgeschwindigkeitszug in der Nähe von Adamuz in der Provinz Córdoba bei 300 km/h entgleist und mit dem entgegenkommenden Zug kollidiert. Mindestens 39 Menschen starben, in den umliegenden Krankenhäusern wurden mehr als 70 Menschen behandelt.

Die Schweigeminute wird nach den Nationalhymnen abgehalten, danach findet der Anwurf um 20.30 Uhr statt. Die spanische Delegation hatte um das Gedenken für die Opfer der Katastrophe gebeten, der Weltverband EHF kam dem Wunsch nach.

19. Januar, 9 Uhr: Heute geht es für Deutschlands Handballer schon um alles

Die überraschende Niederlage gegen Serbien sorgt dafür, dass Deutschland heute gegen Spanien (20.30 Uhr) nicht nur um Punkte für die Hauptrunde, sondern überhaupt ums Einziehen in diese spielt.

Sollte Serbien nämlich gegen Österreich gewinnen, braucht auch das DHB-Team parallel einen Sieg gegen Spanien - und zwar mit mindestens drei Toren Vorsprung. Ansonsten zieht Deutschland im Dreiervergleich der Teams mit dann jeweils vier Punkten nämlich in Sachen Torverhältnis den Kürzeren und landet auch mit zwei Siegen aus drei Spielen auf dem undankbaren dritten Platz.

Falls Österreich gegen Serbien ein Unentschieden herausholt, reicht Deutschland ein einfacher Sieg, nur im Falle eines österreichischen Erfolgs ist Team D nicht zum Siegen verpflichtet, sondern es reicht ein Unentschieden bzw. je nach Höhe des österreichischen Erfolgs auch eine knappe Niederlage.

Darauf bauen kann die Mannschaft um Kapitän Johannes Golla aber nicht - um das erste Vorrunden-Aus einer deutschen Nationalmannschaft bei einer Handball-EM abzuwenden, darf es heute Abend nichts anderes als Vollgas geben.

Kapitän Johannes Golla weiß: Bei allem anderen als einem Sieg mit mindestens drei Toren Vorsprung gegen Spanien droht das erste EM-Vorrundenaus der DHB-Geschichte.
Kapitän Johannes Golla weiß: Bei allem anderen als einem Sieg mit mindestens drei Toren Vorsprung gegen Spanien droht das erste EM-Vorrundenaus der DHB-Geschichte.  © Sina Schuldt/dpa

18. Januar, 12.53 Uhr: Heftige Kritik am DHB-Team und dem Trainer von den Experten

Nach der unerwarteten wie unnötigen Niederlage gegen Serbien hat es für das deutsche Handball-Team und Trainer Alfred Gislason Kritik von allen Seiten gehagelt. Vor allem die Ex-Spieler, jetzt TV-Experten, schossen sich auf ihn und seine Mannschaft ein.

"Da hätten auch der Busfahrer und der Physiotherapeut stehen können, da kam ja gar kein Ball hin", sagte etwa Stefan Kretzschmar mit Hinblick auf das wenige Einbinden der Links- und Rechtsaußen. Sein ehemaliger Mitspieler und Weltmeister Michael "Mimi" Kraus wurde ebenfalls mehr als deutlich: "Das war einfach Kacke im Angriff. Man muss es auch einmal beim Namen nennen."

Zuvor rumorte es auch intern, nachdem Spielmacher Juri Knorr öffentlich den Coach kritisierte: "Wir haben die Serben in der ersten Halbzeit überrannt, und dann ändern wir alles. Das verstehe ich nicht. Ich stand in der zweiten Halbzeit nicht mehr viel auf der Platte. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Wir werden es nicht schaffen, wenn Spieler 60 Minuten durchspielen."

Gislason versuchte anschließend am Mikrofon zu beschwichtigen und meinte, intern werde viel gesprochen, Lukas Mertens wiederum fand die Aussagen von Knorr wenig prickelnd. "Wenn wir Spieler anfangen, darüber zu sprechen, ich will da spielen oder dort, macht das alles keinen Sinn. Der Trainer entscheidet, wer wann und wo auf der Platte steht."

Viel Zeit, die Wogen zu glätten, bleibt nicht. Schon am Montag muss ein Sieg gegen Spanien her, sonst droht dem Olympia-Zweiten das peinliche Vorrunden-Aus.

Stefan Kretzschmar (52) sparte nicht mit Kritik an der DHB-Auswahl und auch Trainer Alfred Gislason.
Stefan Kretzschmar (52) sparte nicht mit Kritik an der DHB-Auswahl und auch Trainer Alfred Gislason.  © Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

17. Januar, 22.30 Uhr: Deutschland muss jetzt Spanien schlagen

Dieser Schock muss erst einmal verarbeitet werden. Noch ist es nicht vorbei, doch heute war ein Sieg fest eingeplant.

Im letzten Gruppenspiel braucht es gegen Spanien ziemlich sicher einen Sieg.

War's das schon? Deutschland verspielt gegen Serbien den Sieg und vielleicht sogar das Weiterkommen.
War's das schon? Deutschland verspielt gegen Serbien den Sieg und vielleicht sogar das Weiterkommen.  © Sina Schuldt/dpa

17. Januar, 22.20 Uhr: Gislason nimmt Auszeit-Fehler auf seine Kappe

Alfred Gislason beweist nach Abpfiff Größe und nimmt den Auszeit-Fehler auf seine Kappe. Das war eine Schlüsselszene in der heißen Phase. Danach war Deutschland gebrochen.

Dennoch gibt es genug Fragezeichen, wie das DHB-Team das Spiel in der zweiten Hälfte aus der Hand geben konnte.

17. Januar, 22.13 Uhr: Serbien macht das 30:27 und gewinnt das Spiel

Was für eine Demütigung! Serbien nimmt zwölf Sekunden vor Ende noch eine Auszeit - bei Zwei-Tore-Führung und Ballbesitz.

Dann fällt das 30:27 und es ist Schluss. Serbien dreht phänomenal das Spiel, Deutschland kann es nicht fassen.

Wie konnte das passieren? Das DHB-Team steht nach einem irren Spiel unter Schock.
Wie konnte das passieren? Das DHB-Team steht nach einem irren Spiel unter Schock.  © Sina Schuldt/dpa

17. Januar, 22.11 Uhr: Deutschland weiter zwei Tore zurück

Treffer auf beiden Seiten, Serbien weiter zwei Tore vorne. Noch 50 Sekunden auf der Uhr.

17. Januar, 22.09 Uhr: Zerbe versemmelt Siebenmeter, Serbien in Unterzahl

Serbien trifft zum 27:25. Das wird jetzt schwer, Deutschland muss in zwei Minuten zwei Tore aufholen. Doch es gibt Siebenmeter und zwei Minuten für die Serben.

Und was macht Zerbe? Semmelt den Ball übers Tor. Autsch!

17. Januar, 22.07 Uhr: Serbien führt und Gislason patzt

Ist das unglücklich! Gislason nimmt die Auszeit, während Knorr wirft und trifft. Das Tor zählt nicht.

Das Schiedsrichter-Gespann guckt sich die Szene in der Zeitlupe, selbst da ist es kaum aufzulösen. Die Entscheidung bleibt bestehen, ist das bitter! Serbien führt 26:25. Noch zweieinhalb Minuten.

17. Januar, 22.02 Uhr: Zwei Minuten gegen Köster, Serbien gleicht aus

Was für ein Nervenkrimi inzwischen. Köster bekommt zwei Minuten nach serbischem Konter. Den Siebenmeter verwandelt Serbien zum 25:25.

Gislason nimmt Wolff beim nächsten Angriff aus dem Tor. Dann versteht das DHB-Team (wieder einmal) eine Schiri-Entscheidung nicht.

Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

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