Auch Deutsche unter den Opfern! Entsetzen nach verheerendem Zugunglück: Wie konnte das passieren?
Adamuz (Spanien) - Das schwere Zugunglück in Andalusien hat über Landesgrenzen hinaus Entsetzen ausgelöst. Auch Deutsche sollen unter den Opfern sein. Die Verantwortlichen stehen vor einem Rätsel: Wie konnte es dazu kommen?
"Leider müssen wir davon ausgehen, dass sich auch deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden. Über die Anzahl gibt es derzeit noch keine verlässlichen Angaben", hieß es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin.
"Es ist ein außergewöhnlich seltsamer Unfall", sagte indes Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente (57) gegenüber lokalen Medien. "Es ist sehr seltsam und sehr schwer zu erklären."
Der entgleiste Iryo-Zug war keine vier Jahre alt, die Gleise wurden erst im Frühjahr vollständig erneuert. 700 Millionen Euro hatte die staatliche Bahngesellschaft Adif in die Strecke investiert.
Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez (53) rief eine dreitägige Staatstrauer aus und kündigte bei einem Besuch in Adamuz nahe der Unglücksstelle eine gründliche Untersuchung des Unfalls an. Dabei werde es "absolute Transparenz" geben, versprach Sánchez.
Eine unabhängige Untersuchungskommission soll die Ursache, die zu dem schweren Unfall führte, klären. Spekuliert wird bereits, ob es am Rollmaterial oder an den Gleisen gelegen haben könnte.
Mindestens 40 Tote und über 170 Verletzte nach schwerem Zugunglück
Bei dem Unglück wurden nach Behördenangaben mindestens 40 Menschen getötet und mehr als 170 weitere verletzt. Über die möglichen deutschen Opfer ist wenig bekannt. "Unser Konsulat in Malaga und unsere Botschaft in Madrid stehen mit den örtlichen Behörden im engen Austausch, um eine Aufklärung der Identitäten der Opfer zu betreiben", so das Auswärtigen Amt.
Die Rettungsarbeiten dauerten die ganze Nacht an. Besonders kompliziert gestaltete sich die Bergung der Opfer aus den beiden ersten Waggons des Alvia-Zuges, der in den entgleisten Iryo-Zug hineinraste.
Der Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Madrid und Andalusien bleibt vorerst weiterhin komplett eingestellt.
Erstmeldung: 16.31 Uhr; zuletzt aktualisiert: 20.14 Uhr
Titelfoto: Manu Fernandez/AP/dpa
