SCM nach Pokal-Wochenende niedergeschlagen: "Das wird noch einige Wochen dauern"
Magdeburg - Respektvoll, sachlich und beschützend - so ist SCM-Coach Bennet Wiegert nach dem so enttäuschenden DHB-Pokal-Wochenende bei der Pressekonferenz vor dem nächsten Ligaspiel zu vernehmen. Der 44-Jährige stellt sich vor seine Mannschaft und versucht trotz einer schwierigen Situation nach vorne zu blicken.
"Das war sehr kräfteraubend. Es wird noch einige Wochen dauern, um das, was da am Wochenende passiert ist, zu verdauen", beschreibt Wiegert die Gefühlslage in der Mannschaft. Ursprünglich waren die Grün-Roten mit Titelambitionen nach Köln gereist, doch aufgrund der Niederlagen im Halbfinale und dem Spiel um Platz drei reichte es am Ende nur zum vierten Rang.
Jeder, der schon einmal Sport auf Wettkampfebene betrieben hat, weiß, wie schwierig es ist, mit solchen gescheiterten Hoffnungen umzugehen und sich davon zu erholen. Wiegert sieht sich selbst in der Verantwortung, seine Mannschaft ein Stück weit an die Hand zu nehmen und mit ihr gemeinsam diese Niederlage aufzuarbeiten:
"Ich lasse meine Mannschaft jetzt nicht alleine. Ich bin immer sehr gut damit gefahren, das zu analysieren, akzeptieren und abzuhaken. Die Analyse ist das Einfache, das Akzeptieren ist schwieriger und das Abhaken ist unfassbar schwer."
Gleichzeitig sei es ihm wichtig, sich vor seine Mannschaft zu stellen und den Fokus auf seine eigene Person zu lenken. "Nur einer ist für dieses Wochenende verantwortlich. Und das bin ich. Kein Spieler und auch kein anderer", so Wiegert.
Auf die Nachfrage, wie es ihm persönlich nach diesem Wochenende geht, denkt Bennet Wiegert erst ein paar Sekunden nach, bevor er antwortet: "Da muss ich aufpassen, was ich sage. Ich will nachher keine Headline lesen. Aber ich freue mich auf alles, was kommt, und wir sind bereit dafür. Das, was zählt, ist, schnellstmöglich zurückzufinden und weiterzumachen."
Niederlagen für SCM haben sich abgezeichnet?
Auch wenn es für die meisten Außenstehenden wohl eine große Überraschung war, dass der SC Magdeburg am Ende dieses Wochenendes nur auf Platz vier landete, hatte es sich für den Coach schon im Vorhinein zumindest in gewissen Bereichen angedeutet:
"Es war durchaus zu erkennen, dass das vielleicht passieren kann. Die gewisse Leichtigkeit, die uns in 2025 noch ausgezeichnet hat, ist in 2026 etwas abhandengekommen." Gleichzeitig betont er, dass sein Team "nicht meilenweit von irgendwas entfernt" sei.
Der Gefahr, dass nach diesem Wochenende jetzt eine Form der "Katerstimmung" in der Bundesliga auftritt, möchte er unbedingt entgegenwirken. Er habe weiterhin "grenzenloses Vertrauen" in seine Mannschaft.
Am kommenden Wochenende muss der SC Magdeburg in einem schwierigen Auswärtsspiel gegen den TVB Stuttgart ran. "Uns erwartet ein ganz schwieriges Auswärtsspiel. Die kommen in jeder Halle für Punkte infrage", blickt der Trainer auf die Aufgabe.
Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

