Mailand (Italien) - Der Weg zu einer erneuten olympischen Medaille ist für das nur auf dem Papier beste deutsche Eishockey-Team geebnet. Vor der Pflichtaufgabe gegen Frankreich am Dienstag in der Viertelfinal-Qualifikation (12.10 Uhr/ARD und Eurosport) gibt's Zoff.
Dabei ist klar, ob gewollt oder nicht: Nach dem 1:5 gegen die USA und dem ärgerlichen 3:4 gegen Lettland wartet im Viertelfinale die Slowakei - nicht Finnland, Kanada, USA oder wie schon fast Tradition: die Schweiz.
Vermeintlich sind die Olympia-Dritten von 2022 der einfachere Gegner. Danach würde es ein Duell mit dem Sieger der Partie Finnland gegen Schweiz geben.
Die großen Gold-Favoriten USA und Kanada könnten im Halbfinale aufeinandertreffen.
Ex-DEB-Kapitän Moritz Müller (39) meinte nach dem 1:5 gegen die USA: "Man muss demütig genug sein, dass wir gegen jeden Gegner hier verlieren können. Das muss in unseren Kopf."
DEB: Es rumort im Team vor der Viertelfinal-Qualifikation gegen Frankreich
Das Team mit Leon Draisaitl (30) hat einen Stotterstart ins Turnier hingelegt - wie 2018 beim Silbercoup. "Wir haben natürlich Großes vor, aber es liegt noch einiges vor uns", so Ex-NHL-Stürmer Dominik Kahun (30).
Er berichtete über eine teaminterne Aussprache: "Wir haben es nach dem Spiel mit ein paar Jungs gemacht, das ist auch sehr wichtig. Und wir werden es heute auch noch als ganze Mannschaft machen."
Es rumort. Der Grund scheint klar. "Mir geht es ein bisschen auf den Keks, dass immer nur über NHL-Spieler geredet wird. Das interessiert keinen, wer wo spielt. Wir sind eine Mannschaft, und die DEL-Spieler sind genauso wichtig wie wir alle", polterte Tim Stützle (24).
Der NHL-Stürmer ist mit vier Treffern zusammen mit dem Kanadier Macklin Celebrini (19) erfolgreichster Olympia-Torschütze.