Alkohol-Exzess mit falscher Ausrede? Skiverband greift nach Olympia-Skandal durch

Finnland - Ein angeblicher Alkohol-Skandal um Trainer Igor Medved überschattete die Olympischen Winterspiele der finnischen Skispringer, woraufhin der 44-Jährige aus Italien abreiste. Jetzt hat der Skiverband des Landes durchgegriffen, da offenbar noch mehr hinter dem Vorfall steckt als zunächst vermutet.

Igor Medved (44) hat bei den Winterspielen in Mailand und Cortina für Wirbel gesorgt.
Igor Medved (44) hat bei den Winterspielen in Mailand und Cortina für Wirbel gesorgt.  © Roni Rekomaa/Lehtikuva/dpa

Der slowenische Ex-Springer darf nach seiner Denkpause nämlich nicht zurückkehren, sondern bleibt für die kommenden Weltcups in Österreich und im heimischen Lahti suspendiert, wie der Verband offiziell mitteilte.

Er soll vorerst nicht bei der Mannschaft sein, "bis die notwendigen Gespräche über die Ereignisse während der Olympischen Spiele geführt worden sind", hieß es in einem Statement.

Medved war vor den Wettkämpfen auf der Großschanze aufgrund von "Alkoholproblemen" heimgeschickt worden. Das bestätigte NOK-Boss Janne Hänninen (50) damals.

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Der Nationalcoach entschuldigte sich umgehend für sein Verhalten und erklärte gegenüber "Yle", dass er bei der Goldmedaillen-Feier des slowenischen Teams als Gast auf leeren Magen zu viel getrunken habe. Der slowenische Verband widersprach dieser Darstellung jedoch und gab an, dass Medved gar nicht auf der Party gewesen sei.

Wie die finnische Tageszeitung "Iltalehti" berichtet, soll es sich bei dem Ausrutscher auch nicht um einen Einzelfall gehandelt haben. Demnach habe der Trainer an mehreren Tagen unter Alkoholeinfluss gestanden.

Finnischer Skiverband fällt noch keine endgültige Entscheidung

Igor Medved (heute 44) war früher selbst als Skispringer aktiv, wie hier beim Training vor den Winterspielen 2002. (Archivfoto)
Igor Medved (heute 44) war früher selbst als Skispringer aktiv, wie hier beim Training vor den Winterspielen 2002. (Archivfoto)  © KAZUHIRO NOGI / AFP

An einem Abend soll der 44-Jährige von einem italienischen Polizisten gar angehalten worden sein, weil er so stark geschwankt habe. Zudem sei es auch schon im Weltcup zu ähnlichen Episoden gekommen.

Ob Medved nach der auferlegten Zwangspause noch eine Chance erhält, sei im Moment noch offen.

"In dieser Angelegenheit ist noch keine Entscheidung gefallen", erklärte die finnische Verbandschefin Marleena Valtasola. "Wie bereits erwähnt, haben wir die Lage im Hinblick auf die Olympischen Spiele beruhigt. Wir werden die Angelegenheit später sorgfältig prüfen. Auch hier muss der Respekt vor den Menschen gewahrt werden."

Titelfoto: Roni Rekomaa/Lehtikuva/dpa

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