Österreich - Eine Legende tritt vorerst von der großen Bühne: Marcel Hirscher (36) verzichtet freiwillig auf den Rest der Weltcup-Saison und die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina. Der österreichische Skirennläufer fühlt sich aktuell einfach nicht gut genug für die Elite.
Das erklärte der achtfache Gesamtweltcupsieger am Freitag in einem Instagram-Video. "Es geht sich nicht aus", sagte er darin.
Das Tempo, das er aktuell gehen könne, sei "nicht weltcupwürdig", so der 36-Jährige weiter. Zuletzt habe er mit den weltbesten Athleten trainiert und dabei seine Defizite aufgezeigt bekommen. "Das ist momentan nicht drin", beteuerte Hirscher.
Vor dem Jahreswechsel hatte der zweifache Olympiasieger zudem mit Hüft- und Wadenproblemen zu kämpfen, die ihn weiter zurückwarfen.
"Wenn ich wieder Weltcup-Rennen fahre, dann möchte ich das gescheit machen", versicherte der Österreicher, der inzwischen für die Niederlande startet. "Das geht sich gerade nicht aus und deswegen gibt es gerade keine Rennen und auch keine Olympischen Spiele."
Einen erneuten Rücktritt schloss der Slalom-Spezialist gute anderthalb Jahre nach seinem Sensations-Comeback aber aus. Er wolle weitertrainieren und dann wieder angreifen.
Marcel Hirscher erhält Unterstützung von den Ski-Kollegen
Von den Kollegen gab es für die ehrliche Ansage unterstützende Worte. "Schade, ich hätte dich so gern am Start gesehen. Aber manchmal ist es einfach schwieriger, als man es wünscht", kommentierte etwa Italien-Routinier Christof Innerhofer das Statement.
Und der 41-Jährige machte seinem Weggefährten auch noch ein Angebot: "Vielleicht trainieren wir ja irgendwann mal zusammen", so der Weltmeister von 2011.
Hirscher hatte sich ausgerechnet in seiner ersten vollen Comeback-Saison im vergangenen Winter einen Kreuzbandriss im linken Knie und eine leichte Kapselverletzung bei einer Trainingsfahrt zugezogen.
Jetzt hatte er eigentlich den nächsten Versuch wagen wollen, ehe ihn die Wehwehchen im Dezember erneut in die Quere kamen.