Schon ab den nächsten Spielen: Frauen dürfen nur noch mit Geschlechtstest zu Olympia

Lausanne (Schweiz) - Der Leichtathletik-Weltverband und der Internationale Skiverband FIS haben es vorgemacht, jetzt zieht das Internationale Olympische Komitee nach: Um bei Olympischen Spielen teilnehmen zu dürfen, müssen sich Frauen in Zukunft einem Geschlechtstest unterziehen!

Das IOC hat eine weitreichende Änderung ab den nächsten Olympischen Spielen beschlossen: Frauen müssen auf ihr Geschlecht getestet werden.  © Martial Trezzini/Keystone/dpa

Am Donnerstag verkündete das IOC die neue Richtlinie, mit der sie nach eigenen Angaben "Fairness, Sicherheit und Integrität in der Frauenkategorie" schützen will.

So dürfen ab den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles 2028 nur noch biologische Frauen bei IOC-Wettkämpfen antreten. Das soll durch ein SRY-Gen-Screening sichergestellt werden, dem sich alle Frauen vor der Teilnahme an den Spielen unterziehen müssen.

Mit dem nicht-invasiven Test, der etwa durch einen Wangenabstrich durchgeführt werden kann, wird nach dem SRY-Gen gesucht, dessen Vorhandensein dem IOC zufolge ein "hochpräziser Nachweis" dafür ist, dass ein Mensch die männliche Geschlechtsentwicklung durchlaufen habe.

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Entsprechend ist ab den kommenden Olympischen Spielen ein negativer SRY-Gentest eine Zulassungsvoraussetzung für Wettkämpfe der Frauenkategorie. Ausnahmen soll es potenziell für Athletinnen mit der Diagnose seltener Störungen der Geschlechtsentwicklung geben, Transfrauen und Frauen, die mit XY-Chromosomen geboren wurden, dürfen in Zukunft nur noch bei den Männern starten.

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Olympia: Frauen müssen ihr Geschlecht nur einmalig nachweisen

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry (42) steht klar hinter den Geschlechtstests, die bei Olympia jetzt verpflichtend sind.  © Peter Kneffel/dpa

"Als ehemalige Athletin setze ich mich leidenschaftlich für das Recht aller Olympiateilnehmer auf faire Wettkämpfe ein. Die von uns verkündete Richtlinie basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und wurde von medizinischen Experten entwickelt", erklärte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry (42) die Maßnahme.

"Bei Olympischen Spielen können selbst kleinste Unterschiede über Sieg oder Niederlage entscheiden. Daher ist es völlig klar, dass es nicht fair wäre, biologische Männer in der Frauenkategorie antreten zu lassen", fuhr die erste Frau an der Spitze des IOC fort. Dabei müsse aber jede Sportlerin und jeder Sportler mit Würde und Respekt behandelt werden.

Der Test soll einmalig sein, wer ein negatives Testergebnis vorweisen kann, ist dauerhaft für Frauenwettbewerbe des IOC zugelassen.

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Selbst wenn er positiv ausfallen sollte, werden Erfolge aber nicht rückwirkend aberkannt. Zudem soll die Richtlinie nicht für den Breiten- oder Freizeitsport gelten, stellte das IOC klar.

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