Experte äußert heiklen Verdacht: So schwer hat sich Lipowitz bei seinem Tour-Sturz verletzt

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Thonon-les-Bains (Frankreich) - Eine Kurve, zu viel Tempo, aus der Traum: Der schwere Sturz beim Einzelzeitfahren der 16. Etappe hat die Tour de France für den deutschen Fahrer Florian Lipowitz (25) vorzeitig beendet. Inzwischen steht die bittere Diagnose fest, während ein Experte einen heiklen Verdacht äußert.

Florian Lipowitz (25, l.) wurde nach seinem Sturz mit dem Krankenwagen abtransportiert.
Florian Lipowitz (25, l.) wurde nach seinem Sturz mit dem Krankenwagen abtransportiert.  © Stefan Tabeling/dpa

Wie sein Team Red Bull - BORA - hansgrohe am Dienstagabend in einem offiziellen Statement erklärte, hat sich der Schwabe bei seinem Unfall das Schlüsselbein gebrochen.

"Nach so vielen unvergesslichen Momenten und herausragenden Leistungen in den vergangenen zwei Wochen bedeutet das ein frühzeitiges Ende seiner Tour de France 2026", hieß es in der Mitteilung.

Damit aber wohl nicht genug: Mit der Verletzung wird der Rad-Star wohl mindestens sechs Wochen ausfallen, wodurch der Vorjahres-Dritte nicht nur die Frankreich-Rundfahrt, sondern aller Voraussicht nach auch die Vuelta (22. August bis 13. September) und die WM in Montreal (20. September bis 27. September) abhaken kann. Die Saison ist für ihn damit praktisch gelaufen.

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Der frühere deutsche Radsport-Held und heutige TV-Experte Jens Voigt (54) äußerte im Rahmen des Sturzes einen brisanten Verdacht.

Der 25-Jährige war nämlich am späten Vorabend des Unglücks zu einem Dopingtest zitiert worden. Ein ähnliches Schicksal teilte auch Jonas Vingegaard (29), der in der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen zwei Uhr aus dem Schlaf gerissen wurde und danach auf der 15. Etappe ebenfalls so schwer stürzte, dass er die Tour aufgeben musste.

Die Tour de France ist für den deutschen Fahrer Florian Lipowitz beendet.
Die Tour de France ist für den deutschen Fahrer Florian Lipowitz beendet.  © Loic Venance/AFP/dpa

Jens Voigt fragt sich, ob nächtliche Dopingkontrollen den Fahrern schaden

Ex-Fahrer und TV-Experte Jens Voigt (54) ist von den nächtlichen Kontrollen bei den Radsportlern nicht gerade begeistert.
Ex-Fahrer und TV-Experte Jens Voigt (54) ist von den nächtlichen Kontrollen bei den Radsportlern nicht gerade begeistert.  © Bernd Weißbrod/dpa

"Ich muss auch sagen: Damals wurde der Jonas in der Nacht kontrolliert. Schlafmangel. Er stürzt. Und heute war es die Mannschaft Red Bull - BORA - hansgrohe, die heute Nacht kontrolliert wurde und Florian stürzt", kritisierte Voigt das Vorgehen der International Testing Agency (ITA) bei Eurosport.

Der 54-Jährige fragte sich, ob es da einen Zusammenhang gebe. "Oder ist das wirklich ein unglaublicher Zufall?", so Voigt weiter.

Im Gegensatz zu Vingegaard wurde Lipowitz allerdings nicht wirklich mitten in der Nacht aus dem Bett geholt, die Kontrollen bei Red Bull fanden immerhin schon gegen 22 Uhr statt. Und damit außerhalb des Zeitfensters zwischen 23 und 6 Uhr, in dem die Tester laut Vorgaben einen "ernsthaften und konkreten Verdachtsmoment" brauchen.

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Der Gesamtführende Tadej Pogacar (27), der ebenfalls in der späten Nacht auf Sonntag kontrolliert worden war, zeigte zwar Verständnis für die Notwendigkeit der Dopingtests, bezeichnete die Handhabe allerdings als "inhuman" und brachte die Störung der Nachtruhe wie Voigt mit dem späteren Sturz des Dänen in Verbindung.

Die ITA beteuerte in einer Stellungnahme jedoch, dass nächtliche Kontrollen für ein wirksames Anti-Doping-Programm und die "Integrität des Sports" unbedingt notwendig seien.

Titelfoto: Bildmontage: Stefan Tabeling/dpa, Loic Venance/AFP/dpa

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