Radsport-Talent (†18) wartete mehr als 80 Minuten auf Hilfe: Untersuchung klärt Schuldfrage

Zürich (Schweiz) - Der tragische Tod von Muriel Furrer im September 2024 bei der Straßenrad-WM hat für große Bestürzung gesorgt, aber auch viele Fragen aufgeworfen. Fast anderthalb Stunden lag die 18-Jährige nach ihrem schweren Sturz im Wald und kämpfte um ihr Leben. Jetzt ist die Zürcher Staatsanwaltschaft bei ihren Untersuchungen zu einem Ergebnis gekommen.

Muriel Furrer kam bei der Straßenrad-WM 2024 im Alter von nur 18 Jahren ums Leben.
Muriel Furrer kam bei der Straßenrad-WM 2024 im Alter von nur 18 Jahren ums Leben.  © Maxime Schmid/KEYSTONE/dpa

Die Schweizer Behörde hat ihre Ermittlungen eingestellt und konnte weder eine Dritteinwirkung beim letztlich tödlichen Sturz noch eine Pflichtverletzung im Zusammenhang mit der Streckensicherung oder der Nothilfe feststellen, wie es in einer Mitteilung vom Montag hieß.

Die Veranstalter der Weltmeisterschaft müssen sich also nicht vor Gericht für die Ereignisse des 26. Septembers 2024 verantworten. Furrer hatte sich damals bei einem Unfall auf der verregneten Straße ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. Etwa 80 Minuten vergingen, bis ein Streckenposten sie eher zufällig entdeckte und sie behandelt werden konnte. Einen Tag später verstarb sie in der Klinik.

Das tragische Unglück löste daraufhin eine Debatte über die Sicherheit der Fahrer und Fahrerinnen aus. Ein knappes Jahr später implementierte der Weltverband UCI daher ein neues GPS-System.

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Unter den damaligen Bedingungen sei jedoch alles regelkonform abgelaufen. Es lägen keine Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten oder ein Mitverschulden vor, so die Staatsanwaltschaft.

Muriel Furrer war noch nicht mit einem GPS-Tracker ausgestattet

Ein Foto der Trauerfeier im November 2024. Der Tod der erst 18-jährigen Radsportlerin Muriel Furrer bewegte vor allem in der Schweiz viele Menschen.
Ein Foto der Trauerfeier im November 2024. Der Tod der erst 18-jährigen Radsportlerin Muriel Furrer bewegte vor allem in der Schweiz viele Menschen.  © Til Buergy/KEYSTONE/dpa

"Der Unfall ereignete sich um zirka 11:04 Uhr außerhalb des Sichtbereichs von Begleitfahrzeugen, Rennkommissaren, Zuschauern sowie Streckenposten. Die verunfallte Radrennfahrerin lag verdeckt im Unterholz und war von der Straße aus nicht sichtbar", schrieb die Behörde.

"Am Anlass wurde – wie bei früheren Durchführungen dieser Rad-WM üblich – nicht mit einem Live-Tracking aller Athletinnen gearbeitet. Deshalb wurde das plötzliche Fehlen einer Athletin nicht automatisch gemeldet", fügte die Staatsanwaltschaft an.

Um 12.26 Uhr sei Furrer schließlich entdeckt worden, bereits wenige Minuten später wären die ersten Rettungskräfte am Ort des Geschehens eingetroffen und hätten mit der Erstversorgung begonnen.

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Auch die anschließende Bergung sowie der Transport ins Krankenhaus verliefen demzufolge nach Vorschrift.

Titelfoto: Bildmontage: Maxime Schmid/Keystone/dpa, Til Buergy/KEYSTONE/dpa

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