Rom (Italien) - Deutschlands beste Doppelspielerin im Tennis, Laura Siegemund (38), ist bekannt als emotionaler Heißsporn auf dem Platz. Nach ihrem Sieg mit Partnerin Vera Zvonareva (41) in der ersten Runde beim WTA-Turnier in Rom war der Profi aus Filderstadt außer sich vor Wut.
Was war passiert? Während des hart erkämpften Zweisatzsieges gegen Miyu Katō (31) und Andreja Klepač (40) hatte eine Gruppe von Männern im "Foro Italico" über eine Stunde lang geschrien und gebrüllt und damit das Match der Deutschen erheblich gestört.
Nach dem verwandelten Matchball legte sich Laura Siegemund persönlich mit einem der Ruhestörer an und stellte ihn zur Rede. Gestoppt wurde sie dann aber vom Schiedsrichter, der sie bat, die Unterhaltung zu beenden.
Anschließend platzte der Nummer 22 der Welt im Doppel beim Interview mit Sky der Kragen. "Das sind Leute, die brauchen echt einen Arzt. Das macht es alles so kaputt, ich hatte es auch in meinem Einzel, die Leute kommen rein und schreien rein. Das sind Leute, die müssen von der Security abtransportiert werden", forderte die 38-Jährige.
Sie hatte eine Vermutung, mit was für einer Klientel sie es zu tun hatte: Menschen, die auf Tennisspiele wetten und bei negativem Ausgang völlig austicken. "Das sind die Leute, die dir auf Instagram schreiben: 'Ich bringe deine Familie um, ich wünsche deiner ganzen Familie, dass sie an Krebs stirbt.' Da sind die Leute", machte sie klar.
Spielerinnen und Spieler sehen sich immer öfter schlimmen Bedrohungen im Netz durch Menschen ausgesetzt, die auf Partien wetten. Das ging sogar schon so weit, dass eine Spielerin und ihre Familie Polizeischutz benötigten.
Laura Siegemund fordert in Rom härtere Maßnahmen gegen die "Geisteskranken"
"Ich bin ja immer für eine gute Stimmung, ich liebe es, vor einer geilen Atmosphäre zu spielen, aber das hat damit nichts zu tun. Da kommt eine Gruppe völlig Gestörter, schreit rein, labert dich zu beim Seitenwechsel, oder wenn du am Handtuch bist. Die Leute gehören runter von der Anlage. Ich weiß nicht, was die arbeiten, aber die gehören hier nicht her", machte Laura Siegemund deutlich.
Ihr Freund, der Italiener Antonio Zucca (34), stellte vor Kurzem nach einem Match seiner Lebensgefährtin einen Störenfried zur Rede, der ebenfalls "völlig ausrastete": "Der hat fünf Euro verloren. Da frage ich mich, was ist mit einem, der 500 verloren hat. Da kriege ich echt Angst, wenn ich zur Umkleide laufe und der zwei Meter neben mir ist", sprach sie offen über ihre Ängste.
Schon heute muss Siegemund mit Vera Zvonareva wieder auf den Platz, um ihr Achtelfinale zu spielen. Dabei ahnt sie nichts Gutes. "Es ist immer nur in Rom hier so, ich weiß nicht, warum. Auf anderen Turnieren ist es nicht so", erklärte sie.
Die Leistung gehe "mit diesen Geisteskranken" total unter. "So jemand sitzt eine Stunde da und schreit wie ein Gestörter, dass alle denken: 'Ist der nicht mehr ganz dicht im Kopf?'"
Sie forderte den Veranstalter auf, härtere Maßnahmen gegen diese Menschen zu ergreifen. "Der kriegt sein Ticket weggenommen und dann bleibt der draußen. Das ist mal das Allererste, finde ich."