London - Nach einer emotionalen und sportlichen Achterbahnfahrt sicherte sich Tennis-Profi Linda Noskova (21) am Samstag ihren ersten Grand-Slam-Sieg und das auf dem heiligen Rasen von Wimbledon. Dass das Turnier für sie eine besonders emotionale Bedeutung hat, verdeutlichte sie auf der Siegerehrung. Denn vor fast exakt zwei Jahren verstarb ihre Mama Ivana kurz vor dem Start der "All England Championships" nach einem langen Krebsleiden.
Noch am Vorabend des Endspiels dachte sie an ihre Mama, als sie abends im Bett lag. "Ich denke, sie wäre stolz, ich denke, ich habe sie glücklich gemacht", sagte Noskova in einem TV-Interview am Abend ihres Triumphs.
Nach dem Dreisatzsieg (6:2, 5:7, 6:3) gegen ihre Landsfrau Karolína Muchová (27) am Samstag erhielt sie die Trophäe aus den Händen der Princess of Wales, Kate (44).
Anschließend fand sie tolle Worte für ihre Konkurrentin, zu der sie eine tiefe Freundschaft pflegt, aber auch für ihr Team.
Als sie sagte: "Ich möchte meinem Papa danken, dass er hierhergekommen ist", kämpfte Linda Noskova das erste Mal mit den Tränen. Zunächst bedankt sie sich noch bei den anderen Familienmitgliedern, dass sie nach London geflogen sind: "Ich weiß, ihr mögt das Fliegen nicht, ich weiß das zu schätzen", erklärte sie.
Nach einigen Worten an ihre Freunde und ihren Coach wurde es emotional: "Es gibt noch eine Person, der ich danken möchte und das ist meine Mama", sagte die Tschechin mit zitternder Stimme und fügte hinzu: "Ohne sie würde ich definitiv niemals hier stehen. Also danke Dir", erklärte Noskova und schickte einen Handkuss gen Himmel.
Nicht nur alle in ihrer Box, sondern auch Tennis-Legende Martina Navratilova (69) und Landsfrau Petra Kvitová, die zweimal Wimbledon gewann (2011, 2014), wischten sich die Tränen aus dem Gesicht.
Linda Noskova legte in den vergangenen Jahren einen rasanten Aufstieg hin
Trotz des tragischen Verlusts ihrer Mama 2024, trat Noskova zur ersten Runde an und siegte damals gegen Sara Errani (39), ehe sie in der zweiten Runde gegen Bianca Andreescu (26) ausschied.
Anfang 2024 hatte ihre Mama Ivana in einem Interview erklärt, sie wolle in diesem Jahr unbedingt ihre Tochter in Wimbledon spielen sehen, nachdem sie 2023 aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht dabei sein konnte.
Aufgrund ihrer schwerwiegenden Erkrankung sollte es Ivana nicht mehr vergönnt sein, Linda auf dem heiligen Rasen spielen zu sehen. Auch deshalb widmete die Tschechin ihrer Mama nun den 2026 den Titel.
Noskova, die 2023 noch in der Tennis-Bundesliga für Blau-Weiß Berlin an den Start ging, gewann 2021 mit 16 Jahren den Junior-Titel bei den French Open und hat seitdem einen kometenhaften Aufstieg hingelegt.
Mit dem Sieg auf Rasen bei den Berlin Open am 21. Juni sorgte sie für das erste dicke Ausrufezeichen, nur drei Wochen später ließ sie ihren ersten Wimbledon-Titel folgen. Ihre Mama wäre unheimlich stolz auf sie.