USA - Während sich seine Nationalmannschaftskollegen in Ruhpolding bereits auf die neue Saison vorbereiten, ließ der norwegische Biathlet Vetle Sjåstad Christiansen (34) das Trainingscamp vorerst sausen und feuerte seine Landsmänner lieber bei der Fußball-WM 2026 in den USA an. Das runde Leder hat es ihm offenbar noch etwas mehr angetan als Ski und Schießgewehr.
Die gesamte Vorrunde begleitete der 34-Jährige sein Team um Superstar Erling Haaland (25) beim Mega-Event und teilte mehrere Fotos und Videos auf Instagram.
Christiansen präsentierte die Norwegen-Flagge vor dem Gillette Stadium, wo er anschließend die 1:4-Pleite im dritten Gruppenspiel gegen Frankreich verkraften musste, oder sang mit zahlreichen norwegischen Fans "Wir können ganz Schweden kaufen, wenn wir wollen" vor dem 3:2-Erfolg gegen Senegal.
"Das ist viel größer als all meine sportlichen Erfolge und alles, woran ich beteiligt war", schwärmte der Wintersportler nun nach seiner Rückkehr gegenüber TV2. "Beim Biathlon versuchen wir alles, um keine Emotionen zu empfinden. Es hier mit Tausenden norwegischen Fans zu erleben, war absolut einzigartig."
Selbst der Gewinn der olympischen Goldmedaille, die er 2022 mit der Staffel in Peking holte, würde nicht an sein WM-Erlebnis in den Vereinigten Staaten herankommen.
"Eine Goldmedaille ist fantastisch und etwas, worauf ich mein ganzes Leben hingearbeitet habe, aber schaut euch das doch einfach an: Fußball!", war Christiansen Feuer und Flamme.
Vetle Sjåstad Christiansen: WM 2026 macht Norwegen zu einer "anderen Nation"
Der dreifache Weltmeister liebe am Fußball vor allem, dass man Teil von etwas sein könne, das größer als man selbst ist.
"Ich glaube, nichts verbindet so sehr wie Sport, und vor allem Fußball. Norwegen war in den letzten 26 bis 28 Jahren nicht besonders gut, und die Tatsache, dass wir jetzt eine Mannschaft an der Weltspitze haben - wir sind völlig aus dem Häuschen", so Christensen weiter.
Nach dem 2:1-Sieg im Sechzehntelfinale gegen die Elfenbeinküste am Dienstagabend steht Norwegen bereits unter den besten 16 Mannschaften des Turniers.
"Das ist etwas, was viele von uns noch nie zuvor erlebt haben. Nach den Weltmeisterschaften in den Vereinigten Staaten werden wir eine völlig andere Nation sein", war sich der Biathlet sicher.