Innsbruck (Österreich) - Die Glanzzeiten des österreichischen Biathlons sind lange vorbei, der einst von WM- und Olympiamedaillen verwöhnte Verband steckt in der Krise. Das geht auch an den Athleten nicht spurlos vorbei – diese meutern jetzt offenbar gegen den Sportlichen Leiter Christoph Sumann (50)!
Die beiden besten Athleten Lisa Hauser (32) und Simon Eder (43) zurückgetreten, besagter Eder als 34. im Gesamtweltcup trotz seiner 43 Jahre der mit weitem Abstand beste Österreicher, häufige Materialschwierigkeiten: Die Probleme beim ÖSV sind groß.
Vor einem Jahr war Christoph Sumann (50), der zur Goldenen Generation um Eder gehörte und selbst insgesamt jeweils vier Olympia- und WM-Medaillen gewann, als Sportlicher Leiter angeheuert worden, um das Ruder herumzureißen, und steht jetzt selbst im Kreuzfeuer der Kritik.
Wie die Krone berichtete, seien insgesamt 16 (!) Athleten auf ÖSV-Boss Mario Stecher (48) zugekommen und hätten ihn um Hilfe gebeten. So sei es unter Hoffnungsträger Sumann nicht besser geworden, sondern ganz im Gegenteil.
Demnach spare der 50-Jährige an den falschen Enden, wie etwa der Trainingsmethodik und bei den Athleten hoch angesehenen Mitarbeitern, denen für die kommende Saison bereits gekündigt wurde.
Außerdem verärgerte er die Sportler offenbar damit, dass er beim Saisonfinale in Oslo fehlte, wo Eder und Hauser verabschiedet wurden, und stattdessen nicht einmal zu den österreichischen Meisterschaften fuhr, sondern an einem privaten Skirennen teilnahm.
Zwei Deutsche sollen Biathlon-Österreich wieder auf die Beine helfen
Für die kommende Saison muss sich deshalb besonders bei den auf den 13. Platz hinter Länder wie Estland und Slowenien abgerutschten Herren etwas ändern.
Das soll vor allem auf der Trainerposition passieren: So steht offenbar der deutsche Ex-Langläufer Felian Schubert vor einem Engagement als Chefcoach der Herren, vor allem aber könnte den ÖSV-Verantwortlichen ein echter Coup gelingen.
Der Krone zufolge soll nämlich Wolfgang Pichler (71) in beratender Funktion bei den Österreichern einsteigen. Der Deutsche gilt als echte Trainer-Legende, spielte unter anderem für Rekordweltcupsiegerin Magdalena Forsberg (58) sowie die 14-malige WM-Medaillengewinnerin Hanna Öberg (30) aus Schweden eine entscheidende Rolle auf dem Weg zum Erfolg.
Zuletzt war der 71-Jährige als Berater für die Bulgarinnen tätig, die bei Olympia prompt eine Bronze-Medaille und einen vierten Platz einheimsten – einen ähnlichen Effekt dürften sich die Österreicher wohl für ihr krisengebeuteltes Nationalteam erhoffen.