Rauswurf und Einspruch: Skandal-Biathletin hat neuen Ärger an der Backe
Frankreich - Neuer Wirbel um Julia Simon! Sportlich ist die Top-Biathletin nach der Kreditkarten-Affäre und ihrer Verurteilung vor Gericht mit vier Medaillen bei den Olympischen Winterspielen - drei davon in Gold - eindrucksvoll zurückgekehrt. Folgerichtig stand der Superstar am Montag auch im französischen Kader für die neue Saison. Doch ein Detail verwunderte aufmerksame Beobachter - und ließ die 29-Jährige offenbar schon tätig werden.
Im Gegensatz zu ihren Kollegen Justine Braisaz-Bouchet (29), Émilien Jacquelin (30) oder Quentin Fillon Maillet (33) wurde die zehnfache Weltmeisterin nämlich nicht mehr als Teil des nationalen Zoll-Teams aufgeführt.
Wie das "Nordic Magazine" berichtet, kündigte die dem französischen Wirtschafts- und Finanzministerium unterstellte Behörde den seit 2019 mit Simon laufenden Vertrag im Zuge ihres Betrugsskandals und der juristischen Probleme auf.
Demnach hat sich die dreifache Olympiasiegerin allerdings bereits gegen den Rauswurf gewehrt. "Da gegen diese noch nicht endgültige Entscheidung Berufung eingelegt wurde, ist diese Maßnahme nicht vollstreckbar", erklärte ein Zoll-Sprecher dem Portal.
Auch wenn das zugehörige Kürzel bei der französischen Kader-Bekanntgabe gefehlt hat, bleibt Simon also bis zur endgültigen Entscheidung de facto noch Teil des Teams. Wann eine solche fallen soll, könne zeitlich nicht abgeschätzt werden, so die Pressestelle weiter.
Deshalb sind viele Wintersportler beim Zoll
In Frankreich, aber auch Deutschland sind viele Wintersportler beim Zoll angestellt, da sich ihre Karrieren oftmals nicht nur durch Preisgelder oder Sponsoren finanzieren lassen.
Als Teil des Zoll-Teams erhalten die Athleten monatliche Bezüge und sind sozialversichert. Zudem bietet die Einstellung eine berufliche Perspektive. Nach der Sportlerlaufbahn kann beispielsweise eine Ausbildung für den mittleren oder gehobenen Dienst erfolgen. Hierzulande fördert die Zollverwaltung bereits seit 1952 den Skisport.
Vorausgesetzt werden jedoch fehlende Vorstrafen sowie geordnete finanzielle Verhältnisse - und genau das könnte Simon auf die Füße fallen.
Die Französin wurde im vergangenen Jahr nämlich wegen Diebstahls und Kreditkartenbetrugs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Titelfoto: ODD ANDERSEN / AFP

