Oslo (Norwegen) - Besonders im Frauen-Biathlon mussten die Fans in den vergangenen Wochen einen prominenten Rücktritt nach dem anderen verkraften. Das schwedische Team blieb bisher von Karriereenden verschont - doch jetzt deutet mit Anna Magnusson (30) eine der besten Athletinnen des Winters an, dass das Abschluss-Wochenende des diesjährigen Biathlon-Weltcups ihr letztes gewesen sein könnte.
Nach dem besten Winter ihrer bisherigen Karriere, in dem Magnusson mehrere Rennen im Gelben Trikot der Gesamtweltcupführenden lief und in der Endabrechnung den siebten Platz belegte, muss die 30-Jährige noch in sich gehen, ob sie auf dem Hoch aufhören will.
"Das könnte es gewesen sein", bestätigte die Schwedin nach dem Massenstart am Sonntag beim Expressen ihre Überlegungen.
"Es war eine unglaubliche Saison. Viel, viel besser, als ich es mir erträumen konnte", erklärte Magnusson: "Ich finde es immer noch richtig toll. Aber es gibt auch andere Dinge, die ich machen möchte."
Darunter fällt vor allem, Zeit mit der Familie zu verbringen, was als Profisportlerin häufig auf der Strecke bleibt. Wie schön die Zeit nach dem Biathlon-Ruhestand aussehen kann, bekommt sie etwa bei ihrem Lebensgefährten Peppe Femling (33) mit, der das Gewehr schon 2024 an den Nagel gehängt hatte.
Endgültig hat Magnusson sich aber noch nicht entschieden: "Ich habe noch keine Entscheidung getroffen. Ich freue mich darauf, mich ein wenig auszuruhen, dann werde ich sehen, wie ich mich fühle."
Biathlon: Fehlt Anna Magnusson die Motivation, um weiterzumachen?
Der Knackpunkt für Magnusson ist derzeit der Gedanke daran, noch einmal die Mühe zu investieren, die mit Sport auf höchsten Level einhergeht.
"Man steckt unglaublich viel Arbeit rein. Es kostet auch ziemlich viel, sich auf Spitzenniveau zu behaupten. Wenn ich es mache, möchte ich es wirklich zu hundert Prozent machen. Es ist vor allem eine Frage der Motivation. Ist der Funke noch da, um diese Arbeit zu investieren?", fragte die Staffel-Silbergewinnerin der Olympischen Spiele.
Überstürzen wolle sie ihre Entscheidung aber nicht, stattdessen erst einmal ein bisschen Energie tanken: "Es muss sich hundertprozentig richtig anfühlen."
Zuvor hatten mit Franziska Preuß (32) und Dorothea Wierer (35) zwei ehemalige Gesamtweltcupsiegerinnen ihren Rücktritt schon nach den Olympischen Spielen eingereicht, nach der Saison zogen unter anderem die österreichische Massenstart-Weltmeisterin Lisa Theresa Hauser (32) und Slowakei-Ass Paulína Bátovská Fialková (33) nach.