Wolfsburg - Diese Szene war einfach unglaublich. Der ehemalige deutsche Nationaltorhüter Dustin Strahlmeier (33) hat am Sonntag Geschichte geschrieben. Der Goalie der Grizzly Adams Wolfsburg erzielte beim 4:2-Heimsieg gegen die Dresdner Eislöwen den finalen Treffer zum Endstand. Noch nie war das einem Schlussmann zurvor gelungen.
Ihm war der geschichtsträchtige Moment zunächst gar nicht bewusst. "Boar, ja, wenn das so ist, dann auf jeden Fall. Keine Ahnung. Dresden hat den einfach direkt zentral auf mich geschossen, ich hatte ein bisschen Platz und dachte, ich versuche es einfach mal", sagte er nach der Begegnung bei Magenta Sport.
Rund eine halbe Minute zuvor hatten die Dresdner Torwart Jussi Olkinuora (35) aus dem Kasten genommen, um beim Stand von 3:2 für Wolfsburg mit einer Überzahl-Situation vielleicht noch einmal den Ausgleich zu erzielen.
Doch dem machte Strahlmeier einen Strich durch die Rechnung, als Verteidiger Simon Karlsson (32) ihm den Puck auf die Kelle servierte und der Wolfsburger einfach abzog und das Empty Net Goal erzielte.
Zwar schauten sich die Schiedsrichter die Szene noch einmal an, doch nach dem Videobeweis hatte der Treffer Bestand und somit auch der Moment für die Ewigkeit.
Dustin Strahlmeier musste die Nicht-Nominierung für Olympia verdauen
Dustin Strahlmeier feierte das auf dem Eis nicht nur mit den Fans, sondern mit seinem erst vor Kurzem geborenen Sohn, den er auf die Ehrenrunde mitnahm. "Ich habe mir nicht wirklich was dabei gedacht, sondern einfach geschossen", sagte er am Mikrofon.
Es dürfte Balsam auf seine Seele sein, denn der Mann, der beim Silbermedaillengewinn bei der WM 2023 dabei war, wurde zum zweiten Mal in Serie nicht für die Olympischen Winterspiele nominiert.
Bereits 2022 in Peking musste er zu Hause bleiben, obwohl er in der damaligen Spielzeit zum DEL-Goalie der Saison gewählt wurde.
Auch dieses Jahr zeigt er nach Verletzungsproblemen starke Leistungen, sicherte den Grizzlys viele Punkte, doch Nationalcoach Harold Kreis (67) setzt in Mailand neben Mathias Niederberger (33) von Red Bull München auf den Mannheimer Maximilian Franzreb (29) und den Eisbären-Goalie Jonas Stettmer (24).
Das erste Torwart-Tor in der Deutschen Eishockey-Liga kann Strahlmeier allerdings keiner mehr nehmen.