"Gehe auf die Barrikaden": Olympia-Dilemma bringt Felix Neureuther auf die Palme
Kitzbühel (Österreich) - Einen Tag nach dem Debakel der deutschen Herren im Super-G von Kitzbühel raste Luis Vogt (23) in der Abfahrt auf den achten Platz. Damit erfüllt er zwar die offizielle Olympia-Norm des DSV, zu den Winterspielen kann er aber wohl nicht fahren. Felix Neureuther (41) wittert einen Skandal.
"Das ist totaler Quatsch! Ich könnte mich extrem darüber aufregen", schimpfte der ehemalige Weltklassefahrer am Sonntag im Rahmen des Streif-Slaloms in der ARD.
Er redete sich regelrecht in Rage: "Wir haben einen jungen Athleten, der die Olympia-Qualifikation schafft, aber nicht mitgenommen werden darf. Das ist ein Traum, den du als Kind hast. Du erfüllst das Kriterium – und wenn der dann nicht mitgenommen wird, gehe ich auf die Barrikaden. Das kann nicht sein."
Doch warum darf Vogt nicht mitgenommen werden? Die Frist des DOSB ist schlicht bereits am Dienstag abgelaufen, dort erfolgte die Nominierung der Olympia-Fahrer.
Für die DSV-Herren gab es bereits einen Tag Aufschub, weil durch komplizierte Quotenregeln des IOC erst am Mittwoch feststand, wie viele Startplätze Deutschland bekommen würde. Diese fünf Plätze wurden entsprechend bereits vergeben, Vogt schaffte seine sensationelle Norm also einfach zu spät.
Olympia 2026: DSV hofft auf Nachnominierung von Luis Vogt
Doch auch beim DSV hat man die Hoffnung noch nicht aufgegeben, den Youngster irgendwie doch noch nach Bormio zu bekommen, wo die Olympischen Skirennen der Herren stattfinden.
Dass man einen der bereits nominierten Athleten wie etwa Anton Grammel streicht, der mit einem elften Platz nur die halbe Olympia-Norm schaffte, kommt für niemanden infrage, doch eventuell wäre es möglich, den 23-Jährigen als Ersatzfahrer mit nach Italien zu nehmen.
"Schauen wir mal, was in den nächsten Tagen passiert", sagte Cheftrainer Christian Schwaiger (57): "Einen Reserve-Abfahrer würde ich gerne mithaben. Man weiß ja nicht, was passiert, wenn sich jemand nach dem ersten Training verletzt."
Das letzte Wort hat allerdings der DOSB.
Titelfoto: Bildmontage: Michael Kappeler/dpa, Hans Klaus Techt/APA/dpa

