Weil der Kopf "völlig kaputt" ist: Skisprung-Star zieht sofort die Reißleine

Oslo (Norwegen) - Halvor Egner Granerud (27) ist hochgeflogen, aber auch tief gefallen: Nach einer traumhaften Saison mit dem Sieg bei der Vierschanzentournee 2023 und dem Gewinn des Gesamtweltcups lief es für den Star des Skispringens zuletzt alles andere als erfreulich.

Halvor Egner Granerud (27) mit der Kristallkugel für den Sieg im Gesamtweltcup (l.) und völlig deprimiert bei der Skiflug-WM vor einigen Tagen in Bad Mitterndorf am Kulm.
Halvor Egner Granerud (27) mit der Kristallkugel für den Sieg im Gesamtweltcup (l.) und völlig deprimiert bei der Skiflug-WM vor einigen Tagen in Bad Mitterndorf am Kulm.  © Bildmontage: Jure Makovec/AFP, IMAGO/GEPA Pictures

Bei der Tournee musste er zuschauen, wie andere um den beliebten goldenen Adler flogen, im Weltcup liegt er aktuell abgeschlagen mit 244 Punkten auf Rang 16.

Jetzt zieht der Athlet mit sofortiger Wirkung die Reißleine und steigt aus dem Weltcup aus. "Das Wichtigste ist, dass ich mir eine Auszeit gönne, denn mein Kopf ist völlig kaputt", sagte er dem Portal "NRK".

Er habe das Gefühl, dass es ihm an Energie fehle, und es mache so aktuell keinen Sinn umherzureisen und "jedes Wochenende den Kopf gegen die Wand zu schlagen", findet der Überflieger der vergangenen Saison drastische Worte.

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Auf jeden Fall wird er bei den drei kommenden Stationen in Willingen, Lake Placid und Sapporo pausieren.

Jedoch macht er auch klar, dass die Pause nur temporär ist und er keinesfalls die gesamte Weltcup-Saison jetzt schon beendet. "Ich werde aussetzen, bis alles wieder in Ordnung ist. Es ist scheiße, Willingen zu verpassen", meint der 27-Jährige.

Heftiger Genickschlag war für Halvor Egner Granerud die Disqualifikation bei der Skiflug-WM

Im Moment macht ihm das Fliegen keinen Spaß mehr, oder Kopf ist kaputt, wie Granerud selbst sagt.
Im Moment macht ihm das Fliegen keinen Spaß mehr, oder Kopf ist kaputt, wie Granerud selbst sagt.  © IMAGO/GEPA pictures

Einen heftigen Genickschlag kurz vor der drastischen Entscheidung verpasste ihm das Erlebte bei der Skiflug-Weltmeisterschaft in Bad Mitterndorf am Kulm, als er im Einzel aufgrund fehlerhafter Kleidung disqualifiziert wurde und dann auch nicht am Mannschaftswettbewerb teilnahm.

"Es steht ziemlich weit unten auf der Liste der Dinge, die ich gern mache - bei einem Skispringen dabei zu sein, ohne teilzunehmen. Das tut mir tief in der Seele weh", sagte er zu seiner Zuschauerrolle beim Teamspringen.

Komplett aufgegeben hat er seine Saison noch nicht. Er ist davon überzeugt, dass die Pause und das Nachdenken darüber, was er an seinen Abläufen oder der Vorbereitung auf die Springen ändern könnte, schon helfen wird.

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Man hofft es für den sympathischen Athleten, dem die Herzen der Skisprung-Fans in der vergangenen Saison so zahlreich zuflogen.

Titelfoto: Bildmontage: Jure Makovec/AFP, IMAGO/GEPA Pictures

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