Petitionen und Stream-Übernahmen: Destiny-Fans versuchen, ihr Spiel zu retten!
Leipzig - Es war eine Meldung, die die Spielelandschaft erschütterte: Nachdem es um Loot-Shooter "Destiny 2" zuletzt ruhiger geworden ist, gab Entwickler Bungie Mitte Mai bekannt, den Live-Service für sein einstiges Flaggschiff einzustellen. Seitdem versuchen "Destiny"-Fans händeringend, den Entwickler und Mutterkonzern Sony umzustimmen und sogar zur Entwicklung eines Nachfolgers zu bewegen.
Trotz geringer Chancen auf Erfolg scheint die Hoffnung vieler Spieler dabei noch immer groß zu sein, zumindest wenn man die Beteiligung an den bisherigen Aktionen der #WeWantD3-Kampagne als einen Indikator dafür sieht.
So wurden inzwischen mehrere Petitionen gestartet, die Bungie und Sony zu einem Umdenken bewegen sollen. Die wohl erfolgreichste dieser Kampagnen, genannt "Petition Sony to develop Destiny 3", zählte Stand Sonntag, 7. Juni, mehr als 360.000 Unterschriften.
Als Sony vor wenigen Tagen seine sogenannte "State of Play" veranstaltete, um Titel wie "God of War: Laufey" und "Wolverine" anzukündigen, übernahmen "Destiny"-Fans kurzerhand den Live-Chat des Streams und fluteten diesen mit Forderungen nach "Destiny 3".
Die Aktion zog so viel Aufmerksamkeit auf sich, dass IGN, das führende Nachrichtenportal in Sachen Gaming, noch während der Show darüber berichtete.
Auch die Spielerzahlen von "Destiny 2" haben sich zuletzt wieder langsam erholt. Konnte der Titel auf Steam noch vor wenigen Wochen kaum mehr als 10.000 Spieler gleichzeitig begeistern, hat sich diese Zahl inzwischen verdreifacht. Das ist immer noch weit entfernt vom Spitzenwert von mehr als 300.000 gleichzeitigen Spielern, aber immerhin ein Weg in die richtige Richtung.
Die fünf Phasen der Trauer
Für den 9. Juni, den Tag, an dem das letzte Update für "Destiny 2" erscheinen soll, rufen Streamer wie "Aztecross" und Rick Kackis inzwischen dazu auf, dass so viele Spieler wie möglich den Online-Shooter starten, um Bungie und Sony ein deutliches Signal zu senden: Die Begeisterung für "Destiny" ist nach wie vor groß, die Entwicklung eines dritten Teils mehr als überfällig.
Ob die Bemühungen Erfolg haben, an dieser Frage scheiden sich aktuell die Geister. Vonseiten der Community heißt es, man müsse es zumindest versuchen.
"Do not go gentle into that good night" (Dt. "Geh nicht gelassen in die gute Nacht") ist ein Zitat vom Dichter Dylan Thomas, das "Destiny"-Community-Manager DMG_04 unlängst teilte und das seitdem dort die Runde macht. Spielejournalisten wie Bloomburgs Jason Schreier erklärten in den vergangenen Tagen hingegen, Bungie habe "Destiny 3" bereits bei Sony vorgeschlagen, doch das Unternehmen lehnte ab.
Paul Tassi, der in den vergangenen Jahren zu DEM Journalisten für "Destiny" wurde, verglich die Bemühungen zuletzt mit den fünf Phasen der Trauer: Verleugnung, Wut, Verhandeln, Depression und Akzeptanz.
Die "Destiny"-Community scheint die Verhandlungen zumindest noch nicht abgeschlossen zu haben. Bleibt zu hoffen, dass statt der Depression demnächst die große Ekstase folgt. Selbst die Ankündigung eines "Destiny 3" wäre aktuell ein Sieg, den vor allem Bungie gut gebrauchen könnte.
Titelfoto: Bungie

