Hamburg - Am Mittwoch trafen die USA und der Iran ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges, am Samstag machte Teheran die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder dicht - Grund genug für Moderator Michel Abdollahi (45), mit dem Westen abzurechnen.
"Sagt mal, merken wir eigentlich noch irgendwas? Wir lassen uns von diesem Regime seit Jahren auf der Nase herumtanzen und tun jedes Mal völlig überrascht", schimpfte der gebürtige Iraner in einem Video, das er auf seinem Instagram-Kanal veröffentlichte.
In dem Rahmenabkommen seien Sanktionslockerungen, Ölexporte und weitere Dinge geregelt worden. "Und kaum ist die Tinte trocken, zeigt Teheran der Welt wieder den Mittelfinger und macht das wichtigste Nadelöhr des weltweiten Ölhandels dicht", wetterte der 45-Jährige.
Abdollahi kritisierte auch das Verhalten von Friedrich Merz (70), der den Parteien zu dem zwischenzeitlichen Deal gratuliert hatte. Der Bundeskanzler habe vor ein paar Monaten noch "großspurig verkündet", dass das Mullah-Regime "am Ende" sei und "endlich verschwinden" müsse.
"Was für eine absurde politische Kehrtwende", kommentierte der Wahl-Hamburger traurig. Die "wirtschaftlichen Zusagen" des Rahmenabkommens seien "ein Sieg für den Iran" und eine "moralische Bankrotterklärung" für den Westen, urteilte der Moderator.
Michel Abdollahi lässt seinem Frust auf Instagram freien Lauf
Michel Abdollahi erinnert an Gräueltaten des Mullah-Regimes
Die eigentliche Tragödie und das, was ihn wütend mache, sei aber, das niemand mehr über das iranische Volk rede.
"Erinnert ihr euch noch an (...) die mutigen Menschen auf den Straßen, die Demonstrationen am 8. und 9. [Januar, Anm. d. Red.], die das Regime brutal niedergeschlagen hat und zig Tausende Menschen ermordet hat?", gab er zu bedenken.
Genau mit diesem Regime verhandele der Westen nun. "Ich bin ein bisschen sprachlos ob der Naivität des Westens. Nicht, was der Iran gemacht hat. Jeder Iraner weiß, was diese Mörder machen", betonte der 45-Jährige.
Seit der Eskalation im Nahen Osten hatte sich Abdollahi immer wieder zu den Geschehnissen in seinem Heimatland geäußert. Die Mitglieder des Mullah-Regimes hatte er dabei wiederholt als "Mörder" und "Terroristen" bezeichnet.