Schwere Krawalle in Turin: Über 100 Polizisten verletzt

Von Christoph Sator

Turin/Italien - Bei Protesten gegen die Schließung eines linken Kulturzentrums in der norditalienischen Großstadt Turin ist es zu schweren Krawallen gekommen.

Mehr als 100 Sicherheitskräfte wurden bei der Auseinandersetzung verletzt.  © Marco Alpozzi/Lapresse via ZUMA Press/dpa

Bei den Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und teils vermummten Demonstranten wurden nach Angaben der Behörden mehr als 100 Sicherheitskräfte verletzt.

Zehn Menschen wurden demnach festgenommen, gegen zwei wurde Haftbefehl erlassen. Zur Zahl der verletzten Demonstranten gab es zunächst keine genaueren Angaben.

Die Proteste richteten sich gegen die Räumung des Kulturzentrums Askatasuna kurz vor Weihnachten, das in Turin über Jahrzehnte hinweg ein Treffpunkt der linken Szene war.

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Nach Schätzungen beteiligten sich am Samstag etwa 15.000 Menschen an einer Demonstration durch die Innenstadt. Dabei waren auch zahlreiche Palästinenserfahnen zu sehen. Anfangs verlief alles friedlich. Dann kam es zu den Krawallen.

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Ein Polizeifahrzeug brannte während der Ausschreitungen.  © Marco Alpozzi/Lapresse via ZUMA Press/dpa

Demonstranten gehen mit Hammer auf Polizisten los

Demonstranten schützten sich mit einem Schild gegen den Strahl aus einem Wasserwerfer.  © Marco Alpozzi/Lapresse via ZUMA Press/dpa

Aus der Menge flogen Steine, Molotowcocktails und andere Gegenstände in Richtung der Polizei. Mehrere Müllcontainer standen in Brand.

Auch ein Einsatzwagen brannte. Die Ordnungskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Ein Demonstrant wurde mit Kopfverletzungen weggebracht.

Auf einem Video ist zu sehen, wie ein am Boden liegender Polizist von Vermummten mit Fußtritten traktiert und geschlagen wird.

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Dabei kam auch ein Hammer zum Einsatz. Der 29 Jahre alte Mann wurde nach Angaben der Behörden erheblich verletzt, ist aber nicht in Lebensgefahr.

Aus der Politik wurden die Krawalle verurteilt. Die rechte Dreier-Koalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach von einem "Angriff auf den Staat". Meloni selbst sprach von versuchter Tötung.

Aus der linken Szene kommen immer wieder Vorwürfe, dass die Behörden hart gegen linke Einrichtungen vorgehen, gegen die Besetzung von Häusern durch Rechte aber nichts unternehmen.

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