Über 60 Tote bei Kartell-Randale in Mexiko: Wächter bei brutalem Angriff auf Gefängnis gestorben

Puerto Vallarta (Mexiko) - Die heftigen Ausschreitungen nach dem Tod des mexikanischen Drogenbosses "El Mencho" haben Kriminelle genutzt, um über 20 Insassen aus einem Gefängnis zu befreien. Ein Wärter wurde im Zuge des Ausbruchs getötet.

In Mexiko regierte am Sonntag die Gewalt.  © Diana Marquez/XinHua/dpa

Alle Welt blickte seit Sonntag auf Mexiko, auf den Konflikt zwischen dem enthaupteten Drogenkartell "Jalisco Nueva Generación" (CJNG), auf die brennenden Straßenblockaden und die gebrandschatzten Geschäfte.

Während die Staatsgewalt versuchte, die eskalierte Lage in den Griff zu bekommen, kam es am Rande des Geschehens zu einem brutalen Angriff auf ein Gefängnis in der Küstenstadt Puerto Vallarta.

Unter Berufung auf Angaben der regionalen Regierung im Bundesstaat Jalisco berichtete die mexikanische Zeitung "El Universal", dass ein bewaffneter Trupp am Sonntag insgesamt 23 Insassen aus dem Knast befreit habe.

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Dafür seien die Angreifer mit einem Fahrzeug durch die Tore der Gefängnisanlage gebrochen. Anschließend sei unter den Gefangenen eine Meuterei ausgebrochen. Ein Wärter sei dabei getötet worden.

Ob es sich bei den Angreifern oder den entkommenen Insassen um Kartellmitglieder handelt, war bisher noch unklar. Videoaufnahmen in den sozialen Medien sollen eine große Rauchwolke zeigen, die nahe dem Gefängnis aufsteigt.

Nun will das Land wieder zur Normalität zurückkehren.

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Aufräumarbeiten in Jalisco: Mexiko kehrt langsam zur Normalität zurück

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum (63).  © Carlos Santiago/eyepix via ZUMA Press Wire/dpa

Im mexikanischen Bundesstaat Jalisco, dem Hauptschauplatz der Gewalt, sollen am Dienstag sämtliche wirtschaftliche Aktivitäten wieder aufgenommen werden, schrieb die Regionalregierung in einem Beitrag auf X.

Der Nahverkehr soll fahren, Geschäfte sollen öffnen und die Treibstoffversorgung sei gewährleistet, hieß es. Videoaufnahmen zeigen unterdessen, wie mit schwerem Gerät die Trümmer und Straßenblockaden beseitigt werden.

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum (63) verkündete bereits am Montag: "Mexiko ist ruhig; wir sind ohne Straßenblockaden aufgewacht und alle Aktivitäten wurden wiederhergestellt."

Mexiko Mexikos mächtigster Drogenboss "El Mencho" bei Militäreinsatz getötet

Die traurige Bilanz der Unruhen: 25 tote Soldaten der Nationalgarde, 30 tote Kartellmitglieder sowie drei weitere Todesopfer, darunter eine unschuldige Frau, der oben genannte Gefängniswärter sowie ein Staatsanwalt. Und das allein in Jalisco. Im Nachbar-Bundesstaat Michoacán wurden ebenfalls vier Kartellmitglieder getötet, 15 Menschen wurden verletzt.

Laut Mitteilung der Präsidentin wurden landesweit 70 Personen festgenommen.

Drogenboss "El Mencho" getötet: "Keine Zweifel an Stärke des mexikanischen Staates"

Nemesio Oseguera Cervantes (†59), alias "El Mencho", galt als mächtigster Kartellanführer Mexikos.  © IMAGO / Newscom World

Auslöser des Gewaltexzesses, der über das mittelamerikanische Land hineinbrach, war eine Militäroperation in einem Waldgebiet in Tapalpa - wenige Kilometer östlich der Stadt Puerto Vallarta.

Dort wurde der Kartellanführer Nemesio Oseguera Cervantes (†59) alias "El Mencho" geschnappt und verwundet. Während des Transports in die Hauptstadt Mexiko-Stadt erlag der Drogenboss seinen Verletzungen.

Für Präsidentin Sheinbaum war die Operation dennoch ein Erfolg: "Es ist sicher, dass sie ihre Mission erfüllt haben. Was wurde bewiesen? Die Stärke des mexikanischen Staates; daran besteht kein Zweifel."

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