Die Puppe, die Bill Gates zum netten Milliardär von nebenan machen sollte

Redmond (Washington/USA) - Wer glaubt, Milliardäre würden morgens einfach in den Kleiderschrank greifen, kennt Bill Gates (70) nicht. Für den Microsoft-Gründer soll es sogar eine eigens angefertigte Doppelgänger-Puppe gegeben haben, an der Mitarbeiter seine Outfits testeten. Das Ziel: Aus dem mächtigsten Tech-Milliardär der Welt sollte der freundliche Nachbar von nebenan werden.

Jahrelang waren die Outfits von Bill Gates (70) getestet worden, bevor er sie anzog.  © picture alliance/dpa | Jörg Carstensen

Hinter den Kulissen soll Gates' Team jahrelang akribisch an seinem Erscheinungsbild gearbeitet haben.

Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf aktuelle und ehemalige Mitarbeiter berichtet, lagerten in einem separaten Gebäude zahlreiche Pullover, Hemden, Hosen und sogar Ersatzbrillen des Microsoft-Mitgründers.

Jede Woche wurden daraus mehrere Outfit-Kombinationen zusammengestellt und zunächst an einer maßgefertigten Puppe getestet, die exakt Gates Körpermaßen entsprochen haben soll.

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Die Kleidungsstücke waren dabei offenbar kein Zufall. Statt auffälliger Designer-Mode setzte das Team auf neutrale Farben, schlichte V-Ausschnitt- und Rundhalspullover sowie klassische Hemden. Das gewünschte Vorbild soll niemand Geringeres als der legendäre US-Kinderfernsehmoderator Mister Rogers gewesen sein - ein Mann, der in Amerika bis heute als Inbegriff von Freundlichkeit, Ruhe und Vertrauen gilt.

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Fred Rogers erlangte große Berühmtheit als Moderator der Vorschulfernsehserie "Mister Rogers' Neighborhood".  © JASON MERRITT / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Gates gehörte zu den beliebtesten Persönlichkeiten der USA

Die Puppen kann man sich in etwa vorstellen wie Schaufensterpuppen.  © picture alliance/dpa | Michael Matthey

Die Botschaft war klar: Bill Gates sollte nicht wie ein milliardenschwerer Tech-Boss wirken, sondern wie jemand, dem man sofort vertraut. Mitarbeiter sollen deshalb jede Kombination sorgfältig geprüft haben, bevor die Vorschläge zur endgültigen Freigabe an ranghöhere Verantwortliche gingen.

Der Aufwand schien sich zunächst auszuzahlen. Noch 2019 gehörte Gates laut Umfragen zu den angesehensten Persönlichkeiten der USA. Interne Mitarbeiter sollen die Ergebnisse damals regelrecht gefeiert haben.

In E-Mails wurde von einem "fantastischen Ergebnis" gesprochen, das die Arbeit des Teams widerspiegele.

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Doch in den vergangenen Jahren bekam das sorgfältig aufgebaute Image zunehmend Risse. Vor allem die Diskussionen um Gates' frühere Kontakte zu Jeffrey Epstein sorgten für kritische Schlagzeilen. Die Gates Foundation registrierte laut Berichten einen deutlichen Anstieg negativer Medienberichte über ihren prominenten Gründer.

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