Frau von Beamten erschossen: Neue Aufnahmen sorgen für Aufruhr

Minneapolis (USA) - Im US‑Bundesstaat Minnesota wurde eine 37‑jährige Mutter bei einem Einsatz der US‑Einwanderungsbehörde ICE von einem Beamten erschossen. Die Behörden sprechen von Notwehr.

Renee Nicole Good starb an den Folgen der Schussverletzungen.
Renee Nicole Good starb an den Folgen der Schussverletzungen.  © Tom Baker/AP/dpa

Wie People berichtet, hatte Renee Nicole Good gerade ihr Kind zur Schule gebracht, als sie offenbar zufällig, mit ihrer Partnerin Becca Good (40) auf einen Einsatz der ICE-Agenten (Immigration and Customs Enforcement) in Minneapolis stieß und die Fahrbahn blockierte.

Von Alpha News am Freitag veröffentlichte Videoaufnahmen zeigen die 37‑jährige Renee Nicole Good in ihrem roten SUV, wie sie sagt: "Alles gut, Kumpel. Ich bin nicht sauer." Mehrere ICE‑Agenten nähern sich daraufhin dem Fahrzeug.

Becca filmte die Szene und richtete schnippische Worte an die Mitarbeiter der US‑Einwanderungsbehörde: "Hey, zeig dein Gesicht, Großer", sagte sie zu dem vermummten Beamten.

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Daraufhin eskalierte die Situation. Während die Agenten die 37‑Jährige aufforderten, ihr Auto zu verlassen, rief die 40‑jährige Becca: "Willst du dich mit uns anlegen? Geh dir was zu essen holen, Großer." Kurz darauf versuchte Renee, ihr Fahrzeug wegzufahren. Ein ICE‑Agent deutete dies offenbar als Bedrohung und feuerte aus nächster Nähe mehrere Schüsse auf sie ab.

Dadurch wurde Renee schwer verletzt, prallte anschließend unkontrolliert mit ihrem Auto gegen ein anderes Fahrzeug und einen Laternenpfahl und erlag später ihren Verletzungen.

Auf der Frontscheibe des roten SUV ist das Einschussloch deutlich sichtbar.
Auf der Frontscheibe des roten SUV ist das Einschussloch deutlich sichtbar.  © Tom Baker/AP/dpa

Offenbar soll der ICE-Agent aus Notwehr geschossen haben

Blumen wurden abgelegt, um der 37-Jährigen zu gedenken. Viele Menschen zeigen sich schockiert über den Vorfall.
Blumen wurden abgelegt, um der 37-Jährigen zu gedenken. Viele Menschen zeigen sich schockiert über den Vorfall.  © Tom Baker/AP/dpa

Die US‑Behörden behaupten, der ICE‑Agent habe in Notwehr geschossen, weil Renee Good mit ihrem Fahrzeug auf den Beamten zugefahren sei - eine Darstellung, die auch Präsident Donald Trump (79) unterstützt.

Demnach habe sie, nachdem sie die Arbeit der ICE‑Agenten behindert habe, Widerstand geleistet und "rücksichtslos und brutal" den ICE‑Agenten überfahren.

Dieser befindet sich laut Trumps Aussagen auf "Truthsocial" nun im Krankenhaus und erholt sich.

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Kritiker und einige Zuschauer werten das Videomaterial jedoch anders, da nicht eindeutig erkennbar ist, dass die 37‑Jährige direkt auf den Agenten zufuhr. Auch die Aufnahmen aus Sicht des Beamten sind dabei nicht eindeutig, da die Kamera hochreißt, bevor er schießt.

Für US‑Vizepräsident JD Vance (41) ist die Frage, ob die Reaktion des Agenten gerechtfertigt war und er in Notwehr handelte, offenbar eindeutig geklärt. "Sehen Sie sich das an, so schwer es auch fällt. […] Die Realität ist, dass sein Leben in Gefahr war und er in Notwehr geschossen hat", schrieb er auf X.

Titelfoto: Bildmontage: Tom Baker/AP/dpa

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