Künstliche Intelligenz ist schuld: Angela saß fünf Monate unschuldig hinter Gittern
USA - Eine Frau aus dem US-Bundesstaat Tennessee saß mehrere Monate lang im Gefängnis - zu Unrecht! Eine KI hatte sie fälschlicherweise für die Täterin in einem Betrugsfall gehalten.
Unglaublich, aber wahr: Angela Lipps (50) wurde zunächst im vergangenen Juli in ihrem Zuhause festgenommen. Die Anschuldigung: Sie ist die Verdächtige eines Betrugsfalls in einem Bundesstaat, den sie jedoch noch nie in ihrem Leben besucht hatte! Eine Gesichtserkennungstechnologie hatte Lipps als mögliche Verdächtige identifiziert.
Wie die New York Post berichtete, saß die 50-Jährige drei Monate lang in Haft, bis sie von ihrer Heimat in Tennessee über 1600 Kilometer nach North Dakota gebracht wurde, wo die Straftat stattgefunden haben soll.
Dort angekommen, leitete die Polizei weitere Ermittlungen unabhängig von der KI ein, um Lipps als Verdächtige zu bestätigen. In einem aktuellen GoFundMe-Beitrag erklärte Lipps, dass ihre Verlegung "das erste Mal war, dass ich jemals in einem Flugzeug saß" - und zugleich das erste Mal, dass sie North Dakota betrat.
Vor Ort bekam sie schließlich einen Anwalt, der ihr helfen konnte. Zu diesem Zeitpunkt fühlte sie sich bereits "verängstigt, erschöpft und gedemütigt", doch ein Ende war noch lange nicht in Sicht.
Ihr Anwalt konnte letztlich anhand von Bankunterlagen nachweisen, dass sich Lipps während des Tatzeitraums in Tennessee aufgehalten hatte und somit unschuldig ist.
Angela Lipps habe "alles verloren"
Es dauerte weitere zwei Monate, bis sich die Beamten am 23. Dezember einigten, die Anklage "ohne Vorurteil fallen zu lassen, um weitere Ermittlungen zu ermöglichen".
Einen Tag später wurde sie schließlich freigelassen - doch damit endete der Stress noch nicht. Durch die über fünf Monate andauernde Haft lief ihr Mietvertrag aus, nachdem einige Gebühren nicht bezahlt werden konnten. Auch ihr Ruf hatte unter dem Gefängnisaufenthalt gelitten, und sie habe "alles verloren". Aktuell ist sie bei Nachbarn untergekommen.
"Ich bin nicht mehr dieselbe Frau. Ich glaube nicht, dass ich es jemals wieder sein werde", schrieb sie in der Spendenkampagne, die ihr bislang rund 61.000 Euro einbrachte.
Bei einer Pressekonferenz vor wenigen Tagen räumten die Beamten ein, dass die KI "Teil des Problems" gewesen sei. Zudem bestätigte das zuständige Polizeipräsidium, dass sie die Gesichtserkennungstechnologie künftig nicht mehr einsetzen und vorsichtiger damit umgehen werden.
Die Abteilung habe "sofortige Maßnahmen getroffen, um den Fehler zu korrigieren". Mittlerweile sind sie dabei, eine andere potenzielle Verdächtige in dem Betrugsfall zu identifizieren.
Titelfoto: Screenshot/GoFundMe/Innocent Grandmother Jailed 6 months by AI error

