Nach Venezuela: Steht US-Einmarsch in Grönland bevor?

Kopenhagen/Washington D.C. - Nach dem US-Großangriff auf Venezuela zittern große Teile der westlichen Hemisphäre vor weiteren Militäroperationen der Vereinigten Staaten. Auch eine EU-Nation hat Grund zur Sorge.

US-Präsident Donald Trump (79) geht es um die Vorherrschaft in der westlichen Hemisphäre.
US-Präsident Donald Trump (79) geht es um die Vorherrschaft in der westlichen Hemisphäre.  © Alex Brandon/AP/dpa

Wenn die wohl größte Militärmacht der Welt über Nacht mal eben ein südamerikanisches Land bombardiert und dessen Präsidenten festnimmt, dann bekommen auch umliegende Staaten zittrige Knie.

Dass Donald Trump (79) nicht davor zurückschreckt, weitere Male die Muskeln spielen zu lassen, verdeutlichte der US-Präsident nach dem Angriff auf Venezuela selbst: "Im Rahmen unserer neuen nationalen Sicherheitsstrategie wird die amerikanische Vorherrschaft in der westlichen Hemisphäre nie wieder infrage gestellt werden", sagte er im Interview mit dem Sender "Fox News".

Im kommunistischen Kuba schrillten deshalb die Alarmglocken: Die Regierung warnte nach der Festnahme des sozialistischen Machthabers in Venezuela in einer Mitteilung vor einem neuen US-Imperialismus: "Alle Nationen der Region müssen wachsam bleiben, da die Bedrohung über allen hängt."

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Während im Zuge der US-Militäroperation "Southern Spear" (deutsch: Südlicher Speer) regelmäßig Drogenboote in der Karibik und im Pazifik ausradiert werden, hat die US-Regierung längst ihren Blick auch auf den nördlichen Teil der westlichen Erdhalbkugel gerichtet - und dort liegt mit Grönland eine autonome Region des EU-Staats Dänemark.

Provokanter Post von US-Politikerin: "Bald"

Die Insel Grönland ist nach dem Angriff auf Venezuela erneut in den Fokus der USA geraten. (Archivfoto)
Die Insel Grönland ist nach dem Angriff auf Venezuela erneut in den Fokus der USA geraten. (Archivfoto)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Die Ambitionen der Trump-Regierung, sich Grönland anzueignen, sind gewiss nicht neu. Trump selbst bezeichnete die Kontrolle über Grönland bereits Ende 2024 als "absolute Notwendigkeit" für die nationale Sicherheit. Sein Vizepräsident JD Vance (41) und sein Sohn Donald Trump Jr. (48) hatten der eisigen Insel von daher schon mal "nette" Besuche abgestattet.

Nach dem Angriff auf Venezuela rückte Grönland erneut in den Fokus. Katie Miller (34), ehemalige Regierungsberaterin und Ehefrau des Heimatschutzberaters im Weißen Haus, Stephen Miller (40), teilte in der Nacht auf Sonntag ein Bild von Grönland, eingehüllt in eine US-Flagge.

Dazu schrieb sie provokant: "Bald."

Dänemarks Botschafter reagiert mit "freundlicher Erinnerung"

Dänemark hat betont, dass Grönland nicht den USA gehört. (Archivfoto)
Dänemark hat betont, dass Grönland nicht den USA gehört. (Archivfoto)  © Ebrahim Noroozi/AP/dpa

Dänemarks US-Botschafter, Jesper Møller Sørensen (55), reagierte umgehend auf diese Eroberungsfantasie: "Nur eine freundliche Erinnerung an die Beziehungen zwischen den USA und dem Königreich Dänemark: Wir sind enge Verbündete und sollten auch weiterhin eng zusammenarbeiten."

Er betonte: "Und ja, wir erwarten uneingeschränkte Achtung der territorialen Integrität des Königreichs Dänemark."

Der dänische Diplomat verwies außerdem darauf, dass Grönland als Teil Dänemarks bereits Mitglied der NATO sei - also keine militärische Gefahr für die USA darstellt.

Doch darum allein geht es der Trump-Regierung bei der Etablierung ihrer Vorherrschaft auch nicht: "Wir werden Wettbewerbern außerhalb der Hemisphäre die Möglichkeit verweigern, Streitkräfte oder andere bedrohliche Fähigkeiten in unserer Hemisphäre zu stationieren oder strategisch wichtige Anlagen zu besitzen oder zu kontrollieren", heißt es in der Nationalen Sicherheitsstrategie.

Die wohl riesigen Ölvorkommen auf Grönland dürften aus Sicht der USA dabei strategisch eine sehr wichtige "Anlage" darstellen, deren Kontrolle man Wettbewerbern aus der östlichen Hemisphäre - zu der auch Dänemark gehört - nicht überlassen möchte.

Titelfoto: Bildmontage: Evgeniy Maloletka/AP/dpa, Alex Brandon/ap/dpa

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