West Virginia (USA) - Ein 24 Jahre alter Mann, der an Muskeldystrophie litt, ist nach einem Sturz beim Einsteigen in ein Flugzeug ums Leben gekommen. Seine Familie macht nun die US-amerikanische Billigfluggesellschaft Allegiant Air verantwortlich und erhebt in einer Klage massive Vorwürfe.
Der Vorfall ereignete sich im März 2024 am Tri-State Airport in West Virginia: Der junge Mann wollte gemeinsam mit seinem Vater und seinem neun Jahre alten Bruder eine Reise antreten. Doch schon beim Boarding soll sich die Situation dramatisch zugespitzt haben, wie die New York Post unter Berufung auf das Las Vegas Review-Journal berichtet.
Laut Klageschrift habe die Crew unter erheblichem Zeitdruck gestanden, da das Flugzeug schnell abgefertigt werden sollte. In dieser hektischen Atmosphäre sei offenbar die notwendige Sorgfalt im Umgang mit dem schwerbehinderten Passagier vernachlässigt worden.
Nach Angaben der Familie seien grundlegende Sicherheitsvorschriften missachtet worden.
So habe der 24-Jährige eigentlich Anspruch auf spezielle Unterstützung beim Einstieg gehabt, darunter zusätzliche Hilfspersonen sowie ein sogenannter Bord-Rollstuhl, der für enge Flugzeugkabinen ausgelegt und mit Sicherheitsgurten ausgestattet ist. Beides sei jedoch nicht bereitgestellt worden.
Stattdessen habe lediglich ein Mitarbeiter versucht, den Mann in seinem motorisierten Rollstuhl durch den Einstieg ins Flugzeug zu manövrieren.
Vor den Augen seiner Familie kommt es zum fatalen Sturz
Dann geschah das folgenschwere Unglück: Der Rollstuhl kippte, der junge Mann stürzte nach vorne und konnte sich aufgrund seiner Erkrankung nicht selbst abfangen.
Der schwere Rollstuhl fiel anschließend auf ihn. Der Unfall ereignete sich direkt vor den Augen seines Vaters und seines kleinen Bruders.
Die Verletzungen waren schwer: Der 24-Jährige wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht, doch jede Hilfe kam zu spät. Rund 15 Stunden nach dem Sturz erlag er laut Bericht seinen Verletzungen.
In ihrer Klage schildert die Familie nicht nur den Unfallhergang, sondern kritisiert auch das Verhalten des Personals scharf. So sollen mehrere Crewmitglieder die Situation beobachtet haben, ohne einzugreifen.
Die Airline selbst äußerte sich bislang zurückhaltend. In einer Stellungnahme erklärte das Unternehmen, man könne sich zu laufenden Gerichtsverfahren nicht äußern, sprach der Familie jedoch sein Mitgefühl aus.