Patricia Bartos, Christoph Meyer und Nick Kaiser
Washington/London Mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten, Tausende Videos und weit mehr als 100.000 Fotos: Das US-Justizministerium hat weitere Ermittlungsakten zum Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein (†66) veröffentlicht.
Für Aufsehen sorgen dieses Mal insbesondere E-Mails mit mächtigen Männern - darunter Tech-Milliardär Elon Musk (54) und der britische Ex-Prinz Andrew (65). Neben E-Mails sind unter anderem Gerichtsdokumente, ärztliche Gutachten und Ermittlungsunterlagen veröffentlicht worden.
Der stellvertretende US-Justizminister Todd Blanche (51) sagte, auch pornografisches Material sei unter den Dateien. Insgesamt sind mittlerweile elf Datensätze auf der Webseite des Justizministeriums zu finden. Mit der Veröffentlichung der ersten Akten hatte das Justizministerium Ende Dezember begonnen.
Viele der neuen Dateien reichen mehr als ein Jahrzehnt zurück und werfen Licht auf die Beziehungen des Sexualstraftäters, nachdem er bereits 2008 zu einer Haftstrafe verurteilt worden war.
Auch zahlreiche unkenntlich gemachte Dokumente sind zu finden. Geschwärzt habe man unter anderem persönliche Daten von Opfern.
Von der Veröffentlichung ausgenommen wurde auch pornografisches Material, auf dem Kinder zu sehen seien, sowie alles, was die Ermittlungen auf Bundesebene behindern könne, hieß es.
Jeffrey Epstein hatte E-Mail-Verkehr mit Elon Musk und Bill Gates
Besonders groß ist das Interesse an dem Fall, weil Epstein beste Kontakte in die High Society hatte. Das Ministerium stellte nun klar, dass "bekannte Persönlichkeiten und Politiker" ausdrücklich nicht unkenntlich gemacht worden seien. Zu den bekanntesten Namen in den neu veröffentlichten Unterlagen gehören zwei der reichsten Menschen der Welt, die Tech-Milliardäre Elon Musk (54) und Bill Gates (70).
Von Musk gibt es unter anderem einen E-Mail-Austausch aus dem Jahr 2012 mit Epstein, in dem Musk anscheinend einen Besuch auf Epsteins Insel organisiert und diesen fragt, an welchem Tag die "wildeste Party" dort steigen werde.
Der Name von Microsoft-Gründer Gates kommt in zwei E-Mails vor, die 2013 offenbar von Epstein an sein eigenes Konto geschickt wurden, wie US-Medien berichten. Darin gibt Epstein an, Gates Medikamente besorgt zu haben, "um mit den Folgen von Sex mit russischen Mädchen fertig zu werden".
Mit der jetzigen Veröffentlichung sei die Sichtung und Überprüfung der Unterlagen beendet, sagte Vize-Justizminister Blanche. Das Ministerium sei damit nun seiner Verpflichtung nachgekommen.
Sarah Ferguson soll Epstein als "Legende" bezeichnet haben
Weitere Dokumente zeigen einen Mail-Verkehr zwischen Epstein und einer Sarah aus dem Jahr 2009. Der Inhalt legt nahe, dass es sich dabei um Andrews Ex-Frau Sarah "Fergie" Ferguson handelt.
Epstein wird darin etwa als "Legende" und "Bruder, den ich mir immer gewünscht habe", bezeichnet.
"Fergie" hatte bereits 2011 in einem Interview mit der Zeitung "Evening Standard" zugegeben, von Epstein 15.000 Pfund (derzeit etwa 17.000 Euro) angenommen zu haben und die Verbindung zu dem Sexualstraftäter bedauert.
Das US-Justizministerium veröffentlichte am Freitagabend mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten sowie Tausende Videos und Fotos. Die reine Nennung oder Abbildung in den Epstein-Akten ist kein Hinweis auf ein Fehlverhalten.
Viele der bereits früher identifizierten Personen hatten eine Verstrickung in Epsteins kriminelle Machenschaften stets abgestritten.