Nach unbemerkter Corona-Infektion: Baby plötzlich wie versteinert

Fleetwood (England) - Von heute auf morgen änderte sich für eine Familie aus England einfach alles: Bei der kleinen Lettie wurde eine seltene Hirnerkrankung festgestellt, wodurch das 22 Monate alte Baby all seine erlernten Fähigkeiten verlor und mit einem Mal ans Bett gefesselt ist. Alles begann mit einer Corona-Infektion, die keiner mitbekam.

Die kleine Lettie (22 Monate) leidet unter einer seltenen Hirnerkrankung, die durch eine Virusinfektion ausgelöst wurde. Seitdem ist das Mädchen wie gelähmt.
Die kleine Lettie (22 Monate) leidet unter einer seltenen Hirnerkrankung, die durch eine Virusinfektion ausgelöst wurde. Seitdem ist das Mädchen wie gelähmt.  © Bildmontage/Screenshot/TikTok/thesmithfamily0205

An jenem Tag, der das Leben von Jack, Zuzanna und ihrem Töchterchen mit einem Mal umkrempeln sollte, verweigerte die damals 17 Monate alte Lettie plötzlich ihr Frühstück. Innerhalb der nächsten Stunde musste sich das Mädchen übergeben, wurde blass und konnte nicht mehr richtig atmen. Schließlich brach sie im Arm ihres 23-jährigen Vaters zusammen.

Nachdem ein Rettungswagen das Kind in ein Krankenhaus in Lancashire gebracht hatte, vermutete man dort einen Fieberkrampf. Doch ihre Eltern bewiesen laut Mirror das richtige Bauchgefühl, als sie auf weitere Untersuchungen bestanden. Unterdessen war Letties Haut lila und fleckig geworden.

Vier Tage nach ihre Einlieferung fiel schließlich die erschütternde Diagnose: Lettie leidet unter einer seltenen Hirnerkrankung namens akute nekrotisierende Enzephalopathie (ANE) – ausgelöst durch eine asymptomatische Covid-19-Infektion.

Mutter sieht nach schlafendem Baby: Was sie im Bettchen entdeckt, erschüttert sie zutiefst
Baby Mutter sieht nach schlafendem Baby: Was sie im Bettchen entdeckt, erschüttert sie zutiefst

Das Leiden hatte Letties Hirnstamm, die Basalganglien und das Kleinhirn geschädigt. "Nicht Covid selbst hat den Schaden verursacht, sondern ihr Immunsystem, das überreagierte und sich gegen sich selbst richtete", erklärt Vater Jack und fügt hinzu, dass weder er noch seine Partnerin gemerkt hatten, dass das Mädchen an Corona erkrankt war.

"Am Tag zuvor war sie noch völlig gesund gewesen und hatte sogar zum ersten Mal 'Ich liebe dich' gesagt."

Mutter hatte das drohende Unglück gespürt

Letties Eltern, Jack und Zuzanna, hatten vorher noch nie von einer akuten nekrotisierenden Enzephalopathie (ANE) gehört.
Letties Eltern, Jack und Zuzanna, hatten vorher noch nie von einer akuten nekrotisierenden Enzephalopathie (ANE) gehört.  © Bildmontage/Screenshot/TikTok/thesmithfamily0205

Allerdings hatte Zuzannas Intuition angeschlagen: Wenige Stunden, bevor Letties Zustand sich so rapide verschlechterte, hatte sie ihrem Freund gesagt, dass etwas nicht stimmen würde und sie das Gefühl hätte, dass sie ihre Tochter "verlieren" werden.

"Es ist unglaublich, wie stark die mütterliche Intuition ist, denn kurz darauf erstarrte Lettie. Am besten lässt es sich so beschreiben: Ihr kleiner Körper war wie versteinert – sie war wach und weinte, aber wie gelähmt", erinnert sich Papa Jack.

Von der Krankheit selbst hatten Letties Eltern zuvor noch nie etwas gehört. Plötzlich bestand für ihr kleines Mädchen nur noch eine Überlebenschance von etwa 50 Prozent. "Kein Arzt konnte uns sagen, was passieren oder wie ihr Leben aussehen würde." Lettie wurde künstlich beatmet und medikamentös eingestellt.

Verunreinigte Flaschenmilch? Ermittlungen nach Tod zweier Babys
Baby Verunreinigte Flaschenmilch? Ermittlungen nach Tod zweier Babys

100 Tage lang musste sie im Krankenhaus bleiben, ehe man sie im November 2025 entließ. Seitdem versucht man mit Physio-, Ergo- und Sprachtherapie, die verlorenen Funktionen wiederzuerlangen.

Noch immer kann sich Lettie nicht allein bewegen, aber es geht Stück für Stück voran. Das Mädchen kann mittlerweile wieder Gegenstände in der Hand halten, manchmal den Kopf heben und ein paar Wörter sagen. Die Eltern wollen optimistisch in die Zukunft blicken: "Wir versuchen, jeden Tag so zu nehmen, wie er kommt – ohne Erwartungen, wir freuen uns einfach über die kleinen Erfolge. Manche Tage sind schwieriger als andere."

Titelfoto: Bildmontage/Screenshot/TikTok/thesmithfamily0205

Mehr zum Thema Baby: