Von Thomas Strünkelnberg, Sandra Trauner
Frankfurt am Main - Die Suche nach Abkühlung endet leider ein ums andere Mal tödlich: Im vergangenen Monat mit seiner rekordverdächtigen Hitzewelle sind in Hessen sechs Menschen ertrunken. Im Juni 2025 waren es lediglich vier.
Das geht aus der Bilanz der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hervor, die in Bad Nenndorf entsprechend veröffentlicht wurde.
Bundesweit gab es im Juni 2026 so viele Ertrunkene wie seit mehr als 20 Jahren in keinem Juni mehr: Die DLRG zählte 99 Todesfälle! Zuletzt wurden im Hitzesommer 2003 mit damals 107 verunglückten Menschen mehr Badetote in einem Juni gezählt.
"Der tragische Start in die Badesaison gibt Anlass zur Sorge, dass bei weiteren Hitzewellen im Hochsommer erneut viele Menschen ihr Leben im Wasser verlieren könnten", sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt zu der Entwicklung in Deutschland.
Die Lebensretter riefen deshalb zum Beginn der Sommerferien in mehreren Bundesländern dazu auf, Gefahren am Wasser nicht zu unterschätzen.
Und die betreffen demnach vor allem Männer.
"Über 90 Prozent der Todesopfer im Juni waren männlich, unter den jungen Leuten sogar alle", sagte Vogt. "Wir appellieren deshalb besonders an Jungen und Männer, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und auf riskante Aktionen zu verzichten." Es gebe im Badesee keinen Preis zu gewinnen - "aber das Leben zu verlieren".
Tödliche Badeunfälle in Hessen nehmen zu: Das sind laut DLRG die entscheidenden Faktoren
Die meisten tödlichen Unglücke ereigneten sich im Juni in Seen und Flüssen, in Schwimmbädern, in Kanälen und im Meer starben weniger Menschen.
Wie es zu den tödlichen Unfällen kam?
Die Auswertung im Juni zeige bekannte Muster, urteilten die Retter der DLRG: Viele Menschen unterschätzen demnach Gefahren, vor allem die Strömung und den Temperaturunterschied beim übereifrigen Sprung ins deutlich kühlere Wasser.
Dazu kommt, dass viele schlechte Schwimmer sind.
Außerdem sorgen Selbstüberschätzung, Sprünge in zu flache und trübe Gewässer sowie medizinische Notfälle für große Gefahr, die Leben kosten kann.
Um das Risiko bestmöglich zu verringern, mahnte die DLRG zu Vorsicht und Aufmerksamkeit in den kommenden Wochen.
Wer Abkühlung sucht, soll demnach nur an bewachten Badestellen und nie überhitzt ins Wasser springen, sondern sich vorher abkühlen, Strömungen und unbekannte Gewässer meiden und nie unter Alkohol- oder Drogeneinfluss schwimmen. Darüber hinaus sollten die Menschen Kinder immer beaufsichtigen, auf die Mitmenschen achten, beim Paddeln oder Surfen eine Schwimmweste tragen, genug trinken und sich nicht zu lange der Sonne aussetzen.