Block-Prozess: Hitzige Diskussion um Richterin bestimmt 33. Verhandlungstag

Hamburg - Am Dienstag wurde der Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (52) fortgesetzt. TAG24 war vor Ort und berichtete in einem Liveblog über den 33. Verhandlungstag.

Steakhouse-Erbin Christina Block (52) neben ihrem Verteidiger Ingo Bott (42).  © Georg Wendt/dpa

Der Tag begann mit einem Antrag von Block-Anwalt Ingo Bott auf Einstellung des Verfahrens. Eine objektive Wahrheitsfindung sei nicht mehr möglich, verdeutlichte der Jurist. Sein Hauptargument: Eigentlich vertrauliche Akteninhalte seien regelmäßig in der Presse zu lesen und Zeugen würden sich untereinander abstimmen.

David Rieks, Verteidiger von Gerhard Delling, und Reinhard Daum, Verteidiger von Blocks Cousine Uta B., übten ebenfalls scharfe Kritik an diesem Umstand und regten an, die Öffentlichkeit vom weiteren Prozess auszuschließen.

Apropos Daum: Der Anwalt legte sich mit der Vorsitzenden Richterin Isabel Hildebrandt an. Dabei ging es darum, dass der Verteidigung nur die unleserlichen Rohdaten bestimmter Akteninhalte zur Verfügung gestellt worden seien, was auf Hildebrandts Anweisung hin geschehen sein soll. Auf die entsprechende Frage lehnte die Richterin eine unmittelbare Antwort ab, was bei Daum für massives Unverständnis sorgte.

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Marko Voß, Verteidiger des Block-Familienanwalts Dr. Andreas C., stellte daraufhin einen Befangenheitsantrag gegen Hildebrandt, dem sich die anderen Verteidiger anschlossen. Im Raum steht indes, dass der Prozess bis Ende 2026 verlängert werden könnte. Bisher waren Termine bis Ende Juni angesetzt.

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15.45 Uhr: Erneute Diskussion zwischen Vorsitzender Richterin und Verteidiger

Die anderen Verteidiger schließen sich den Ausführungen von Anwalt Voß an. Delling-Anwalt Rieks und Daum, Verteidiger der Block-Cousine, kritisieren die Richterin erneut mit scharfen Worten.

Zum wiederholten Male kommt es daraufhin zu einer Diskussion zwischen Daum und Hildebrandt.

Die Verhandlung wird anschließend für den heutigen Tag beendet. Weiter geht es am Freitag (9.30 Uhr).

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15.33 Uhr: Familienanwalt der Blocks hält Vorsitzende Richterin für befangen

Es geht weiter mit einem Antrag von Marko Voß, Verteidiger von Familienanwalt Dr. Andreas C.. Der Jurist erklärt, dass sein Mandant die Vorsitzende Richterin aufgrund der Besorgnis der Befangenheit ablehne.

Voß bezieht sich in seiner Erklärung noch mal auf die Ausführungen von Delling-Verteidiger David Rieks, der am Vormittag über nur in unleserlichen Rohdaten vorliegende Akteninhalte gesprochen hatte.

Hildebrandt habe die Akteneinsicht für die Verteidigung "aktiv verhindert und erschwert", argumentiert der Anwalt und bezieht sich dabei nochmals auf die Aussage von Staatsanwältin Paul. Diese hatte erklärt, dass sie sich mit Hildebrandt abgestimmt habe, dass die Verteidigung nur die Rohdaten erhalten solle (siehe Blog-Eintrag 11.57 Uhr).

14.53 Uhr: Pause wird verlängert

Wie ein Justizmitarbeiter soeben mitteilte, wird die Pause bis 15.20 Uhr verlängert.

Für alle Pressevertreter und Zuschauer bedeutet dies, dass sie den Verhandlungssaal direkt wieder verlassen müssen.

14.21 Uhr: Verhandlung unterbrochen

Die Verhandlung wird unterbrochen.

Um 14.50 Uhr soll es weitergehen.

14.14 Uhr: Wird der Prozess bis Ende 2026 verlängert?

Pinar stellt weitere Anträge - für den Fall, dass ihr Antrag auf Abtrennung des Verfahrens gegen P. vom Hauptverfahren abgelehnt werde.

Interessant: Offenbar steht im Raum, dass der Prozess bis Ende 2026 verlängert wird. Pinar erklärt, sie habe eine offizielle Anfrage vom Gericht erhalten, ob sie bis Ende Dezember für die Verteidigung zur Verfügung stehe.

Bisland waren Termine bis Ende Juni angesetzt.

13.52 Uhr: Pinars Antrag wird von anderen Anwälten unterstützt

Nebenklagevertreter von der Meden findet Pinars Antrag "nicht fernliegend" und bezeichnet es als "legitimes Ansinnen".

Auch Delling-Verteidiger David Rieks unterstützt den Antrag. P. sei eine "absolute Randfigur" des Verfahrens, so die Argumentation des Juristen.

13.38 Uhr: Verteidigerin stellt Antrag auf Abtrennung des Verfahrens gegen P.

Gül Pinar, die Anwältin des mitangeklagten Sicherheitsunternehmers Andreas P., stellt einen Antrag auf Abtrennung des Verfahrens gegen ihren Mandanten vom Hauptverfahren.

Unter anderem habe die bisher erfolgte Beweisaufnahme gezeigt, dass die in der Anklage gegen P. genannten Vorwürfe ohne Grundlage seien. Die Verteidigerin verweist auf die Aussagen von Tal S. und David B., die ausgesagt hätten, P. noch nie gesehen zu haben.

Ihr Mandant sei weder in die Planung der Entführung involviert noch an der Tat selbst beteiligt gewesen, verdeutlicht Pinar. Eine Abtrennung des Verfahrens sei die logische Konsequenz.

13.21 Uhr: Richterin lehnt Antrag der Verteidigung auf Unterbrechung ab

Block-Anwalt Ingo Bott und Marko Voß, der Verteidiger von Familienanwalt Andreas C., stellen einen unaufschiebbaren Antrag und erbitten eine einstündige Pause, um sich mit ihren Mandanten zu beraten.

Richterin Hildebrandt lehnt ab und setzt die Verhandlung fort.

13.09 Uhr: Diskussion zwischen Verteidiger und Richterin geht weiter

Mit ein paar Minuten Verspätung wird die Verhandlung fortgesetzt. Der mitangeklagte Tal S. und die Kammer ließen etwas länger auf sich warten.

Verteidiger Daum setzt seine Diskussion um die Rohdaten mit der Vorsitzenden Richterin postwendend fort. "Ich habe so etwas noch nicht erlebt, dass eine Richterin, die eine Entscheidung getroffen hat, sich weigert, diese Entscheidung zu erklären", wettert der Anwalt.

Die Richterin bleibt bei ihrer Antwort, dass Daum seinen Antrag verschriftlichen solle und fragt den Verteidiger, warum er "so aufbrausend" werde. "Sie treiben es auf die Spitze", entgegnet Daum. Hildebrandt antwortet: "Ich weiß nicht, wo das Problem ist?"

Anwalt Reinhard Daum (r.) neben seiner Mandantin Uta B. (M.), der Cousine von Christina Block.  © Marcus Brandt/Pool-dpa/dpa

12.03 Uhr: Mittagspause bis 13 Uhr

Nach dem Wortgefecht unterbricht die Vorsitzende Richterin die Verhandlung für die obligatorische Mittagspause.

Um 13 Uhr soll es in Saal 237 weitergehen.

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