Block-Prozess: Sicherheitsunternehmer spricht von "gelöster Stimmung" kurz nach der Entführung

Hamburg - Der Prozess im Fall Christina Block (52) geht am Donnerstag mit dem 40. Verhandlungstag vor dem Hamburger Landgericht in eine neue Runde. TAG24 ist vor Ort und berichtet in einem Liveblog.

Christina Block (52) wird vorgeworfen, die Entführung ihrer zwei jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben. Hier mit ihrem Anwalt Ingo Bott (42) am 40. Verhandlungstag.
Christina Block (52) wird vorgeworfen, die Entführung ihrer zwei jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben. Hier mit ihrem Anwalt Ingo Bott (42) am 40. Verhandlungstag.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

Update, 13.53 Uhr: Anwalt erhebt Widerspruch zu weiterer Zeugenaussage

Der Polizist sei erst Ende Januar 2024 der Ermittlungsgruppe beigetreten. Auch da habe der Zeuge erst von den konkreten Inhalten des Falls erfahren.

Es soll weitergehen mit der Aussage des Polizisten zur Vernehmung des Zeugen Alexander L. Der Anwalt Marko Voß unterbricht und sagt, dass weitere Informationen zu diesem Zeugen nicht zulässig wären. Der Widerspruch wird zu Protokoll genommen.

Auch die anderen Verteidiger schließen sich dem Widerspruch von Marko Voß an.

Update, 13.30 Uhr: Es geht weiter mit Fragen der Verteidiger

Mit ein paar Minuten Verzögerung geht es nach der Mittagspause weiter mit Anmerkungen des Anwalts Marko Voß, der Verteidiger von Familienanwalt Andreas C. Dieser bezieht sich vor allem auf eine mögliche Differenz zu Erinnerungen des Sicherheitsunternehmers vor und nach der Silvesternacht 2023/24.

Er möchte von dem Zeugen wissen, ob der Sicherheitsunternehmer je gesagt habe, dass die Rückführung der Kinder nach Deutschland rechtswidrig gewesen sei. Das verneint der Polizist. "Er betonte, dass er selbst keine rechtswidrigen Taten ausführen würde", zitiert der Polizist den Angeklagten weiter.

Dennoch habe der Angeklagte nicht ausgeschlossen, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugehe.

Update, 12.16 Uhr: Sicherheitsunternehmer soll Gerhard Delling angetroffen haben

Der Sicherheitsunternehmer soll Gerhard Delling (66) am Haus von Frau Block angetroffen haben. Zudem hätte der 66-Jährige darüber gesprochen, weitere Hintergrundrecherche zu Hensel betreiben zu wollen. Diesen Auftrag habe der Angeklagte jedoch nicht angenommen.

Ob der Sicherheitsunternehmer direkten Kontakt zu Christina Block hatte? "Die hat sich nie durchgerungen mit mir zu sprechen", so der Angeklagte bei der Vernehmung.

Es folgt die obligatorische Mittagspause bis 13.30 Uhr.

Update: 12.04 Uhr: Überwachung der Häuser soll mehrere Ziele gehabt haben

Und das Treffen am 2. Januar 2024 im Hotel Grand Elysée? "Die Stimmung war gelöst", gibt der Zeuge den Sicherheitsunternehmer aus dem Vernehmungsgespräch wieder. Auch Familienanwalt Andreas C. sei neben Eugen Block im Hotel anwesend gewesen.

"C. hat zu Eugen Block gesagt: 'Der Vater behauptet, es wurde Gewalt angewendet, das ist aber Quatsch'", gibt der Polizist den Sicherheitsunternehmer im Vernehmungsgespräch wieder. Der Angeklagte solle zur Rückführung der Kinder zudem durchaus Bedenken über die rechtlichen Hintergründe in der Vernehmung geäußert haben.

Ziel beim Schutz der Häuser sei nach Angaben des Sicherheitsunternehmers in der Vernehmung gewesen, vor allem Presseleute nicht aufs Grundstück zu lassen. Außerdem sei es das Ziel gewesen zu verhindern, dass Stephan Hensel Aktionen gegen Christina oder Eugen Block unternehmen könnte.

Auch Nebenkläger Stephan Hensel (51) ist am 40. Verhandlungstag wieder mit im Gerichtssaal.
Auch Nebenkläger Stephan Hensel (51) ist am 40. Verhandlungstag wieder mit im Gerichtssaal.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

Update, 11.46 Uhr: Vorsitzende Richterin stellt weitere Fragen an den Zeugen

Es habe regelmäßigen Kontakt zwischen dem Sicherheitsunternehmer und Eugen Block gegeben, berichtet der Zeuge. Wie häufig die beiden Kontakt hatten, konnte der Polizist jedoch nicht genau beantworten.

Der Verteidiger des Familienanwalts Andreas C. hakt nach und will wissen, ob von gewaltsamer Überführung der Kinder oder Widerstand in der Vernehmung berichtet wurde. Der Zeuge schüttelt den Kopf.

Nun kommt die erstellte Mindmap des Sicherheitsunternehmers nochmals zur Sprache. Darin habe er seine Ideen festgehalten. Auch die Sorgerechtsbeschlüsse vom Familiengericht seien dem Sicherheitsmitarbeiter ebenfalls zur Verfügung gestellt worden sein.

In seiner Vernehmung bei der Polizei hatte der Sicherheitsmann außerdem gesagt, dass Eugen Block vor allem nach dem Tod seiner Frau noch mehr darauf gedrängt habe, seine Enkelkinder zurückzuholen.

Update, 11.35 Uhr: Sicherheitsunternehmer erhält 130.000 Euro für seine Dienste

Außerdem habe es eine Mindmap gegeben, die von dem Sicherheitsunternehmer angefertigt wurde, um eine Lösung im Sorgerechtsstreit zu finden. Am 2. Januar habe es dann ein vereinbartes Treffen gegeben, bei dem er ins Hotel Grand Elysée mit seiner Mindmap kam.

Dabei wurde ihm mitgeteilt, dass die Kinder bereits wieder in Deutschland seien. Seine Mindmap sei daraufhin nicht mehr zu gebrauchen gewesen.

Daraufhin wurde er von Eugen Block gefragt, ob er die Sicherheit von seinem Haus und dem Haus seiner Tochter Christina Block übernehmen könne. Dementsprechend habe der Sicherheitsunternehmer die Überwachung der beiden Objekte mit seiner Firma übernommen.

Der Angeklagte selbst sei auch vor Ort gewesen. Zudem habe er eine Nachricht geschrieben, dass dafür gesorgt werden soll, dass die Fenster im Keller des Hauses von Frau Block geschlossen bleiben sollen. Diese Nachricht sei unter anderem der Grund gewesen, weshalb er als Angeklagter vor Gericht steht.

Insgesamt habe der Sicherheitsunternehmer für alle seine Dienste 130.000 Euro von der Block-Familie bekommen, gibt der Zeuge aus dem Vernehmungsgespräch wieder. Sowohl für das Paket als auch für die Objektüberwachung. Am Ende habe es jedoch Probleme mit der Bezahlung gegeben. Mittlerweile soll alles bezahlt worden sein. Es habe jedoch keinen unterschriebenen Vertrag gegeben.

Update: 11.22 Uhr: Ein Hamburger Polizist sagt aus

Nachdem die Anwälte zu Ruhe gekommen sind, sagt der Hamburger Polizist Johannes M. (45) aus. Dieser habe die Vernehmung des angeklagten Sicherheitsunternehmers geführt. Auch dessen Anwältin Pinar sei dabei anwesend gewesen.

Bei dem Vernehmungstermin habe der Angeklagte geschildert, dass er Eugen Block (85), Vater von Christina Block, über einen ehemaligen Kollegen kennengelernt hat. Die beiden haben sich daraufhin getroffen. Eugen Block habe zunächst die Umstände um den Sorgerechtsstreit geschildert.

Die Kinder seien zu diesem Zeitpunkt noch in Dänemark gewesen. Daraufhin hat er den Sicherheitsunternehmer gefragt, ob er mit seiner Firma in diesem Fall beratend unterstützen könne.

Außerdem habe der Angeklagte im Vernehmungsgespräch geschildert, immer lösungsorientiert gewesen zu sein. Er habe erzählt, dass er von Eugen Block zusätzlich gefragt wurde, ein Paket nach Dänemark zu senden. Das habe er auch in die Wege geleitet. Zwei Frauen hätten versucht, das Paket dort zuzustellen. Es wurde aber nicht angenommen.

Eine der Frauen hatte als Zeugin bereits ausgesagt, dass es ihr nicht gelungen war das Paket zuzustellen, weil die Familie sie nicht empfangen habe. Demnach war die Information bereits bekannt.

Update, 11.15 Uhr: Es geht weiter

Nach der Pause äußert sich Philip von der Meden (42), Nebenklage-Verteidiger von Stephan Hensel (51). Dieser kritisiert, dass andere Verteidiger "die Zeit stehlen" würden.

"Es geht hier um absolut wichtige Themen", entgegnet Ingo Bott, der sich offensichtlich angegriffen fühlt.

"Ich habe das Gefühl, dass hier einige noch was loswerden möchten", so die Richterin. "Das meinen sich nicht ernst", so Anwältin Pinar fassungslos. Die Stimmung ist angespannt.

Ingo Bott wurde mehrmals von der vorsitzenden Richterin ermahnt.
Ingo Bott wurde mehrmals von der vorsitzenden Richterin ermahnt.  © Marcus Brandt/dpa

Update, 10.40 Uhr: Angespannte Stimmung zwischen Verteidigern

Block-Verteidiger Ingo Bott (42) nimmt Stellung. Die unterschiedlichen Interessen der Verteidiger werden klar: Bott will den Verdacht auf David B. lenken, der die Kinder ohne jeden Auftrag entführt haben soll.

Wohingegen der Mandant von Böttner bereits ausgesagt hat, dass Christina Block sich vor der Entführung mit dem Team zusammengesetzt habe und den Männern versichert habe, sie sei die Auftraggeberin.

Die vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt ermahnt Bott, dass dieser bereits am Dienstag ausreichend die Möglichkeit hatte, sich zu äußern. Trotzdem hält der 42-Jährige ein "vorgezogenes Plädoyer". Kurz darauf wird dieser erneut von Hildebrandt ermahnt, dass er nicht die Beweisaufnahme bewerten soll.

Es folgt eine 15-minütige Pause.

Update, 10.25 Uhr: Anwalt von mutmaßlichem Entführer nimmt Stellung

Auch Sascha Böttner, der Anwalt des mutmaßlichen Entführers Tal S., äußert sich nun noch zum Verhandlungstag vom Dienstag. Dieser bezieht sich allerdings auf die Inaugenscheinnahme der gezeigten Bilder aus dem Hotel Grand Elysée.

Dabei wird erneut die mutmaßliche Vermummung angesprochen. Vor allem zur Abschreckung habe nach Aussage des Anwalts durchaus Vermummung stattgefunden. Auch eine gewisse Professionalität gehe seiner Meinung nach damit einher. Unter anderem, um sich professionell gegenüber Christina Block zu zeigen.

Titelfoto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

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