Hamburg - Am Donnerstag sollte der Kindesentführungsprozess gegen Christina Block (52) fortgesetzt werden - doch kurz vor dem Beginn des 30. Verhandlungstages kam die Absage.
Wie das Hanseatische Oberlandesgericht gegenüber Medienvertretern mitteilte, findet die Verhandlung aufgrund eines Krankheitsfalles am Donnerstag nicht statt.
Eigentlich sollten an diesem Prozesstag drei Zeugen aussagen. Bei dem ersten Zeugen handelt es sich laut Gericht um einen Bankmitarbeiter, während die zweite Zeugin eine Mitarbeiterin aus dem nahen Umfeld von Eugen Block (85), Christinas Vater, ist.
Bei der dritten Zeugin handelt es sich demnach um eine Kriminalbeamtin.
Am 29. Verhandlungstag war bekannt geworden, dass die bislang als flüchtig geltende Keren T. alias "Olga" am 8. und 12. Januar von der Staatsanwaltschaft vernommen worden war.
Sie gilt als enge Vertraute von Christina Block und rechte Hand von David B. (68), dem mutmaßlichen Kopf der Entführerbande. Der Inhalt von T.s Aussagen ist bisher noch unklar.
Ehemalige Hotel-Mitarbeiter berichten von "seltsamen" Vorkommnissen
Zudem sagten am Dienstag zwei ehemalige Mitarbeiter des Hotels "Grand Elysée" aus. Sie berichteten von "seltsamen" Vorkommnissen - unter anderem seien sie angewiesen worden, David B. und dessen Begleiter unter falschen Namen einzuchecken.
Darüber hinaus erzählten sie von einem Anruf Christina Blocks, in dem diese kurzfristig um Bargeld in Höhe von 5000 beziehungsweise 10.000 Euro gebeten habe. Block erinnerte sich an die Bargeldforderung, die genauen Umstände seien ihr aber entfallen. Von ausgedachten Namen zeigte sie sich "extrem überrascht".
Der nächste Verhandlungstag findet am Montag (19. Januar) statt.