Block-Prozess: Nachbarin der Steakhouse-Erbin spricht über ihre Beobachtungen
Hamburg - Weiter geht's! Am Dienstag steht der 43. Verhandlungstag im Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (52) auf dem Programm. TAG24 ist vor Ort und berichtet in einem Liveticker.
10.31 Uhr: Zeugin sprach mit anderen Nachbarn über Verhalten von Block
Der Block-Anwalt will von der Zeugin wissen, ob sie mit anderen Nachbarn über ihre Beobachtungen und das generelle Verhalten der Steakhouse-Erbin gesprochen habe. D. bejaht.
Ob ein Nachbar die Angeklagte auf ihren Umgang mit den Kindern angesprochen habe, wisse sie nicht.
10.21 Uhr: Nachbarin hatte kein sonderlich enges Verhältnis zu Frau Block
Bott fragt die Zeugin nach ihrem Verhältnis zu Frau Block. "Man hat sich mal gesehen, man hat sich mal gegrüßt, aber mehr auch nicht", erklärt D.
Die Steakhouse-Erbin habe nicht so gewirkt, als wenn sie engen Kontakt wollte.
10.12 Uhr: Zeugin schickte ihre Tochter, um Situation zu deeskalieren
"Warum sind Sie nicht selbst auf die andere Straßenseite gegangen, sondern haben Ihre Tochter geschickt?", möchte David Rieks, Verteidiger von Gerhard Delling, zu dem Vorfall mit dem weinenden Theo wissen.
Sie habe gedacht, dass die Situation dann "nicht so angespannt" sei, wie als wenn sie rübergegangen wäre, antwortet D.
10.02 Uhr: Christina Block soll Kind weinend stehen gelassen haben
D. schildert eine weitere Beobachtung: Sie habe gesehen, dass die Steakhouse-Erbin eines ihrer Kinder weinend vor dem Haus stehen gelassen habe und einfach losgefahren sei. Nach kurzer Zeit sei sie wiedergekommen und habe das Kind eingesammelt.
"Warum haben Sie Frau Block nicht darauf angesprochen?", fragt Anwalt Bott. Sie habe großen Respekt gehabt und sei davon überzeugt gewesen, nicht einfach zu der Angeklagten hingehen zu können.
9.57 Uhr: Zeugin will den Kindern "eine Stimme geben"
Sie bereue, nach dem Vorfall mit Theo nicht das Jugendamt informiert zu haben. Deshalb habe sie später auch Hensels Anwalts Philip von der Meden angerufen, um als Zeugin aussagen zu können.
Sie wolle den Kindern "eine Stimme geben", da diese nicht aussagen könnten oder wollten. "Woher wissen sie das, dass die Kinder nicht aussagen wollen?", fragt Block-Anwalt Ingo Bott. Das habe überall in der Presse gestanden, so die Zeugin.
9.49 Uhr: Zeugin machte merkwürdige Beobachtungen
Die Zeugin berichtet, dass am Tag vor Silvester 2023 "Unmengen" an Einkaufstüten ins Haus der Familie Block gebracht worden seien. Das sei sonst nicht der Fall gewesen, weshalb sie davon ausgegangen sei, dass es "eine große Party" geben würde.
Darüber hinaus erzählt sie von einem Erlebnis an einem anderen Tag: Blocks Sohn Theo habe minutenlang ohne Schuhe in der Einfahrt gestanden und bitterlich geweint - bei strömendem Regen. Als sie ihre 14-jährige Tochter rübergeschickt habe, habe diese nach dem Klingeln von Frau Block die Antwort bekommen, dass Theo wisse, weshalb er dort stehen müsse.
9.40 Uhr: Verhandlung beginnt direkt mit Zeugenbefragung
Mit zehn Minuten Verspätung wird die Verhandlung durch die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt eröffnet.
Es geht sofort los mit der Befragung der Zeugin Mirjam D. (52). Die Frau lebt in der Nachbarschaft von Christina Block.
9.20 Uhr: Sehr wenig Andrang im Landgericht
Die für den heutigen Tag angekündigten Zeugen sorgen offenbar nicht bei vielen für Interesse.
Wenige Minute vor Verhandlungsbeginn ist der Zuschauerraum in Saal 237 nur äußerst spärlich gefüllt.
9 Uhr: So geht es am Dienstag weiter
Am Dienstag ist für 9.30 Uhr eine Nachbarin von Christina Block als Zeugin geladen. Sie soll von ihren Beobachtungen zum Umgang der Steakhouse-Erbin mit ihren Kindern berichten.
Die Frau hatte sich bei Nebenklagevertreter Philip von der Meden gemeldet, woraufhin dieser beantragte, sie als Zeugin zu hören.
Sollte ihre Befragung bis dahin abgeschlossen sein, ist für 13 Uhr zudem ein weiterer Kriminalbeamter als Zeuge geladen.
8.45 Uhr: Recap vom vergangenen Dienstag
Am 42. Verhandlungstag sagte die Hamburger Polizistin Saskia B. (39) als Zeugin aus. Sie hatte in der Silvesternacht 2023/24 als Sachbearbeiterin beim Kriminaldauerdienst gearbeitet und sich kurz nach Mitternacht mit dem Notruf des Nebenklagevertreters Philip von der Meden (42) beschäftigt.
Dieser habe gemeldet, dass sein Mandant Stephan Hensel (51) an seiner Wohnanschrift überfallen und seine zwei Kinder entführt worden seien. Zudem soll der Anwalt bereits von einem Sorgerechtsstreit berichtet haben und dass man annehme bzw. vermute, dass gegebenenfalls die Kindsmutter die Entführung beauftragt habe.
Die Zeugin gab weiter an, mit Hensel telefoniert, Kontakt zu den Kollegen in Flensburg aufgenommen und das Bundeskriminalamt (BKA) kontaktiert zu haben. Weitere Maßnahmen habe sie bis zu ihrem Dienstschluss nicht ergriffen.
Die Verteidigung zeigte sich überrascht darüber, dass sich offenbar nicht damit beschäftigt worden sei, wo die Kinder nach deutschem Recht tatsächlich hingehörten. Für Unverständnis sorgte bei ihnen auch, dass die Polizei die Mutter nicht kontaktiert habe, obwohl entsprechende Telefonnummern vorgelegen hätten.
Titelfoto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpa