Coronavirus: Bundesrat billigt längeren Lohnersatz für Eltern!

Deutschland/Welt - Die Lage rund um das Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen zunächst beruhigt. Das ist laut der Bundesregierung und dem RKI zwar erfreulich, jedoch noch kein Grund zur Entwarnung.

Kaum eine Spur von Corona: Am Warnemünder Ostseestrand verbringen viele Deutsche ihren Sommer-Anfang.
Kaum eine Spur von Corona: Am Warnemünder Ostseestrand verbringen viele Deutsche ihren Sommer-Anfang.  © dpa/Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild

Deutschland kann, mit einer Schutzmaske über Mund und Nase, größtenteils aufatmen und sich an die "Neue Normalität" gewöhnen.

Unter Auflagen (Abstand halten und Gesichtsmaske tragen) können alle Geschäfte wieder öffnen. Auch jeder Schüler und jedes Vorschulkind soll vor dem Sommer noch mindestens einmal in die Schule oder Kita gehen.

Restaurants, Cafés, Hotels und Ferienwohnungen dürfen ebenfalls unter teils erheblichen Einschränkungen wieder öffnen. Jedes Bundesland legt hierfür eigene Regeln fest. Selbst Freizeitparks und Freibäder dürfen unter strengen Voraussetzungen vielerorts wieder öffnen.

Mittlerweile gibt es 184.924 bestätigte Infektionen in Deutschland. Außerdem 8635 Todesfälle und 167.909 Genesene (Stand 5. Juni, 11.20 Uhr).

Die USA haben weiterhin weltweit die meisten Fälle - über 1,87 Millionen. 108.211 Menschen sind bereits gestorben (Stand 5. Juni, 11.20 Uhr).

Weltweit gibt es über 6,65 Millionen bestätigte Fälle und mehr als 391.000 Todesfälle (Stand 5. Juni, 11.20 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 5. Juni, 11.20 Uhr: Slowakei öffnet Grenzen zu Österreich und Ungarn

Die Slowakei hat am Freitag ihre Grenzen zu den Nachbarländern Österreich und Ungarn erstmals seit Mitte März wieder ohne Einschränkungen geöffnet. 

Ab sofort seien bei der Einreise in die Slowakei keine Corona-Tests mehr vorzuweisen, erklärte Regierungschef Igor Matovic in zwei Pressekonferenzen, die er kurz hintereinander an jeweils einem Grenzübergang zu beiden Nachbarländern abhielt. 

Auch müssten Heimkehrer aus diesen beiden Nachbarländern ebenso wie bereits seit Donnerstag aus Tschechien in der Slowakei keine verpflichtende Quarantäne antreten.

Für Deutschland und andere Staaten gilt die neue Lockerung vorläufig noch nicht. Matovic sträubte sich bisher, einer von mehreren EU-Ländern und der Schweiz anvisierten Wiedereinführung der Reisefreiheit ab 15. Juni zuzustimmen. Die Öffnung der Grenze zu Österreich gab der populistisch-konservative Regierungschef gemeinsam mit seinem Innenminister, aber ohne Teilnahme österreichischer Politiker bekannt. 

Er zerriss dabei symbolisch ein nicht mehr notwendiges Papierformular. Österreich hatte seinerseits die Grenzen zu allen Nachbarländern außer Italien bereits ab Donnerstag einseitig geöffnet.

Die Slowakei hat am Freitag ihre Grenzen zu den Nachbarländern Österreich und Ungarn erstmals seit Mitte März wieder ohne Einschränkungen geöffnet.
Die Slowakei hat am Freitag ihre Grenzen zu den Nachbarländern Österreich und Ungarn erstmals seit Mitte März wieder ohne Einschränkungen geöffnet.  © Václav Šálek/CTK/dpa

Die Grenzöffnung zu Ungarn vollzog Matovic gemeinsam mit dem stellvertretenden ungarischen Regierungschef Zsolt Semjen auf ungarischem Gebiet. Dabei trat Matovic erstmals seit seinem Amtsantritt am 21. März ohne Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit auf. "Ich betrete hier ungarisches Gebiet und fühle plötzlich die Freiheit!", sagte er strahlend vor Journalisten.

Update, 5. Juni, 11.10 Uhr: Schweiz lockert wegen Corona vorübergehend Umweltauflagen

Wegen der Coronavirus-Pandemie lockert die Schweiz vorübergehend einige Umweltauflagen. Das betrifft unter anderem Desinfektionsmittel. 

Weil der Bedarf gestiegen sei und der Nachschub möglichst kostengünstig produziert werden soll, wird etwa die Lenkungsabgabe auf flüchtige organische Verbindungen (VOC) bei Flächendesinfektionsmitteln für insgesamt sechs Monate ausgesetzt, wie die Regierung am Freitag mitteilte. 

Das Verbot von Thermopapier, das unter anderem bei Kassenzetteln, Lotteriescheinen und Fax-Papier verwendet wird und fortpflanzungsgefährdende Stoffe enthält, wird vom 1. Juni auf Mitte Dezember verschoben.

Treibstoffanbieter erhalten mehr Zeit, um ihr "Winterbenzin" zu verkaufen. Es hat höherem Dampfdruck und belastet die Luft. Der Grenzwert für den Dampfdruck wird erst ab August angewendet. 

Die Frist zur Befreiung einer Abgabe für Abwasserreinigungsanlagen, die bestimmte organische Spurenelemente im Abwasser nicht beseitigen, wird um sechs Wochen bis Mitte November verlängert.

Update, 5. Juni, 11 Uhr: Termine für Bundesliga-Relegationsspiele stehen fest

Die Termine der Relegationsspiele um den letzten freien Platz in der Fußball-Bundesliga für die Saison 2020/21 stehen fest. Der Tabellen-16. der Bundesliga und der Zweitliga-Dritte spielen am 2. und 6. Juli um die Zugehörigkeit zur Eliteliga. Dies gab die Deutsche Fußball Liga am Freitag bekannt.

Die Relegationsspiele zwischen dem Drittletzten der 2. Bundesliga und dem Drittplatzierten der 3. Liga finden erst am 7. und 11. Juli statt. Der spätere Termin wurde notwendig, weil die 3. Liga die Spielzeit nach der Corona-Pause erst am 4. Juli abschließt.

Update, 5. Juni, 10.30 Uhr: Bundesrat billigt längeren Lohnersatz für Eltern

Berufstätige Eltern, die wegen der Kinderbetreuung in der Corona-Krise nicht arbeiten können, bekommen länger Geld vom Staat. Der Bundesrat billigte am Freitag ein entsprechendes Gesetz aus dem Bundestag. Der Lohnersatz wird von bisher 6 auf bis zu 20 Wochen verlängert. 

Jedes Elternteil bekommt Anspruch auf 10 Wochen Entschädigung, Alleinerziehende auf 20 Wochen. Der Staat zahlt 67 Prozent des Nettoeinkommens, höchstens aber 2016 Euro im Monat.

Mit dem gleichen Gesetz stimmte die Länderkammer auch Entlastungen für Restaurants und Arbeitnehmer in Kurzarbeit zu. Die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie sinkt ab Juli für ein Jahr von 19 auf 7 Prozent. 

Außerdem bleiben Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld größtenteils steuerfrei.

Berufstätige Eltern, die wegen der Kinderbetreuung in der Corona-Krise nicht arbeiten können, bekommen länger Geld vom Staat.
Berufstätige Eltern, die wegen der Kinderbetreuung in der Corona-Krise nicht arbeiten können, bekommen länger Geld vom Staat.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 5. Juni, 10.26 Uhr: Halbfinal-Spiele im italienischen Fußball-Pokal vorverlegt

Die Halbfinal-Begegnungen im italienischen Pokal werden jeweils einen Tag früher ausgetragen als geplant. Die italienische Regierung hatte der Vorverlegung am Donnerstag zugestimmt. 

Die Partien zwischen Juventus Turin gegen den AC Mailand sowie SSC Neapel gegen Inter Mailand werden somit am 12. und 13. Juni gespielt. Die Serie A hatte zuvor den Vorschlag gemacht, um den Finalisten vor dem angesetzten Pokalfinale am 17. Juni in Rom einen Tag länger Pause zu geben. 

Die Serie A, die höchste italienische Liga, soll ihren Spielbetrieb dann am 20. Juni wieder aufnehmen.

Die Halbfinal-Begegnungen im italienischen Pokal werden jeweils einen Tag früher ausgetragen als geplant. Die italienische Regierung hatte der Vorverlegung am Donnerstag zugestimmt.
Die Halbfinal-Begegnungen im italienischen Pokal werden jeweils einen Tag früher ausgetragen als geplant. Die italienische Regierung hatte der Vorverlegung am Donnerstag zugestimmt.  © Luca Bruno/AP/dpa

Update, 5. Juni, 10.07 Uhr: Böckler-Stiftung: Mindestlohn schrittweise auf 12 Euro anheben

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung plädiert für eine schrittweise Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro in der Stunde. Schätzungsweise zehn Millionen Beschäftigte in Deutschland könnten davon profitieren, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme für die Mindestlohn-Kommission.

Das wäre eine erhebliche Anhebung des Mindestlohns, der aktuell 9,35 Euro beträgt. Die Mindestlohnkommission aus Arbeitgebern, Gewerkschaftern und Wissenschaftlern bereitet einen Vorschlag für die Erhöhung zum 1. Januar 2021 vor.

Ein deutlich höherer Mindestlohn sei auch ein wirksamer Beitrag, den privaten Konsum nach den Corona-Einschränkungen wieder anzukurbeln. Er komme "Beschäftigten zugute, die sehr wenig verdienen und zusätzliches Einkommen umgehend ausgeben werden", sagte Thorsten Schulten vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Böckler-Stiftung. 

Von einer Anhebung des Mindestlohns könne auch eine Signalwirkung für die gesamte Lohnentwicklung in Deutschland ausgehen, sagte der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien.

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung plädiert für eine schrittweise Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro in der Stunde.
Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung plädiert für eine schrittweise Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro in der Stunde.  © Jens Wolf/dpa

Ein Konzept für eine weitere schrittweise Anhebung des Mindestlohns sei auch deshalb dringend erforderlich, weil sich bislang die mit dem Mindestlohn verbundenen Hoffnungen auf eine nachhaltige Reduzierung des Niedriglohnsektors kaum erfüllt hätten. 

Wenn mit dem Mindestlohn auch eine Rente nach langjähriger Beschäftigung oberhalb der Grundsicherungsschwelle erreicht werden solle, hätte er bereits im vergangenen Jahr bei mindestens 11,51 Euro liegen müssen, betonten die Wissenschaftler.

Zuletzt hatten Wirtschaftspolitiker der Union gefordert, den Mindestlohn wegen der Corona-Krise abzusenken. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte dem Vorstoß aber eine klare Absage erteilt. Aus der Wirtschaft hatte es Forderungen nach Aussetzung einer Erhöhung wegen der Corona-Krise gegeben.

Update, 5. Juni, 9.35 Uhr: Coronavirus in Türkei: Erneut Ausgangssperre über Wochenende

Die Türkei behält trotz der Lockerung vieler Corona-Beschränkungen die Ausgangssperren über das Wochenende bei. Das Innenministerium veröffentlichte am Freitagmorgen entsprechende Weisungen für 15 Städte und Provinzen, die ab Mitternacht und bis Sonntagnacht gelten sollen. Sie betreffen erneut Millionenmetropolen wie Istanbul und die Hauptstadt Ankara.

Am Samstag dürfen die Menschen in ihrer Nachbarschaft wieder für einige Stunden einkaufen. Bäckereien, Kliniken und andere als wichtig eingestufte Dienstleister bleiben durchgehend geöffnet.

Mit dem 1. Juni hatte die Regierung unter anderem viele inländische Reisebeschränkungen aufgehoben. Restaurants, Cafés und Sportanlagen dürfen unter Auflagen nun öffnen. Strände, Parks und Museen sind wieder zugänglich. Internationale Flüge soll es ab dem 10. Juni wieder geben. 

Andere Restriktionen blieben jedoch: Senioren ab 65 Jahren und junge Menschen bis 18 Jahre dürfen weiter nur für einige vorher festgelegte Stunden in der Woche vor die Tür.

Das Gesundheitsministerium in Ankara hatte am Donnerstagabend gemeldet, dass sich bisher rund 167 000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätten. In den vergangenen 24 Stunden seien 21 Menschen verstorben. Insgesamt gibt es demnach rund 4600 Todesfälle.

Die Türkei behält trotz der Lockerung vieler Corona-Beschränkungen die Ausgangssperren über das Wochenende bei.
Die Türkei behält trotz der Lockerung vieler Corona-Beschränkungen die Ausgangssperren über das Wochenende bei.  © Emrah Gurel/AP/dpa

Update, 5. Juni, 9.18 Uhr: Tuifly will Flotte wegen Corona-Krise halbieren

Der Reisekonzern Tui will den deutschen Ferienflieger Tuifly wegen der Corona-Krise um rund die Hälfte verkleinern. Das Management habe die Pläne am Donnerstag den Mitarbeitern vorgestellt, sagte ein Tuifly-Sprecher am Freitag.

Ziel sei, die eigentlich vorgesehene Flotte von 39 Jets vom Typ Boeing 737 zu halbieren und mehrere deutsche Standorte wie Köln, Bremen und Münster-Osnabrück zu schließen. Wie viele Jobs wegfallen, werde nun Teil der Gespräche zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern.

Bei Tuifly gibt es dem Sprecher zufolge rund 2000 Vollzeitstellen, davon 1400 Piloten und Flugbegleiter. Dem Nachrichtensender ntv zufolge stehen die Jobs von 700 Mitarbeitern auf der Kippe, davon 230 Vollzeitstellen. Der Sprecher wollte die Zahlen nicht bestätigen. Ziel sei, die verkleinerte Flotte über das ganze Jahr hinweg auslasten zu können und nicht im reiseschwachen Winter zu viele Flugzeuge zu haben.

Das Geschäft von Tuifly ist wie bei anderen Fluggesellschaften durch die Corona-Krise praktisch weggebrochen. Bis zu sieben der Tuifly-Maschinen waren bisher für die Lufthansa-Tochter Eurowings im Einsatz. Diese Verträge laufen aber aus, und auch Eurowings verkleinert die Flotte. 

Tui hat bereits mit dem Flugzeugbauer Boeing ausgehandelt, dass der Konzern bestellte neue Maschinen vom Typ 737 Max erst später abnehmen muss.

Der Reisekonzern Tui will den deutschen Ferienflieger Tuifly wegen der Corona-Krise um rund die Hälfte verkleinern. Das Management habe die Pläne am Donnerstag den Mitarbeitern vorgestellt, sagte ein Tuifly-Sprecher am Freitag.
Der Reisekonzern Tui will den deutschen Ferienflieger Tuifly wegen der Corona-Krise um rund die Hälfte verkleinern. Das Management habe die Pläne am Donnerstag den Mitarbeitern vorgestellt, sagte ein Tuifly-Sprecher am Freitag.  © Clara Margais/dpa

Am 17. Juni will Tuifly den Ferienflug wieder aufnehmen. Der Start eines eigenen Langstreckenangebots liegt dem Sprecher zufolge nun aber auf Eis. Eigentlich wollte Tuifly Urlauber von November an mit zwei Jets vom Typ Boeing 787 "Dreamliner" nach Mexiko und in die Dominikanische Republik bringen. 

Dies sei angesichts der Corona-Krise aber derzeit nicht sinnvoll, sagte der Sprecher.

Update, 5. Juni, 9.06 Uhr: Altmaier möchte Konjunkturpaket beim Bürokratieabbau nachbessern

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier wünscht sich noch Änderungen am Konjunkturpakt der großen Koalition. 

"Es gibt einen klaren Punkt, wo wir nachlegen müssen: beim Bürokratieabbau", sagte der CDU-Politiker "Focus Online" (Freitag). Es wäre hier "ein Leichtes gewesen, sich zu mehr zu bekennen", erklärte er. 

"Denn Bürokratieabbau wirkt wie ein zusätzliches Konjunkturpaket - es kostet nix und bringt viel. Hier müssen wir nachlegen!" Insgesamt zeigte er sich aber zufrieden mit dem Plan zu versuchen, die Konjunktur mit Hilfen im Umfang von 130 Milliarden Euro anzukurbeln.

Altmaier warnte zugleich vor Debatten in den kommenden Monaten über Steuererhöhungen und Leistungskürzungen. "In diesem oder im nächsten Jahr solche Diskussionen anzuzetteln wäre fahrlässig", sagte er. 

"Ich halte es auch für falsch, mitten in der größten Wirtschaftskrise Steuern zu erhöhen oder staatliche Leistungen herunterzufahren."

Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie.
Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie.  © Michael Sohn/POOL AP/dpa

Update, 5. Juni, 8.47 Uhr: Corona-Krise: Arbeitslosigkeit auf Philippinen erreicht 17,7 Prozent

Der wirtschaftliche Abschwung durch den Lockdown in der Corona-Pandemie hat die Arbeitslosigkeit auf den Philippinen auf einen Rekordwert von 17,7 Prozent emporschnellen lassen. 

Das bedeutet, dass 7,3 Millionen Menschen ohne Arbeit sind, wie das Statistikamt am Freitag in Manila mitteilte. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenrate noch bei 5,1 Prozent gelegen. Die Regierung hatte Mitte März weitreichende Bewegungsbeschränkungen für die 106 Millionen Einwohner verfügt, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Schulen, öffentlicher Nahverkehr, Einkaufszentren, Kirchen sowie Behörden und Büros von Unternehmen wurden geschlossen. Erst seit Mitte Mai wurden die Beschränkungen schrittweise gelockert. Die Schulen haben den Unterricht aber bis heute noch nicht wieder aufgenommen. Auch werden die Menschen weiter davor gewarnt, ihre Wohnungen zu verlassen. 

Sie sollten nur unbedingt notwendige Reisen unternehmen. Mehr als 20 000 Infektionen sowie 984 Todesfälle durch die Lungenkrankheit Covid-19 sind auf den Philippinen bestätigt.

Rodrigo Duterte, Präsident der Philippinen, spricht während einer Kabinettssitzung im Malacañang-Palast.
Rodrigo Duterte, Präsident der Philippinen, spricht während einer Kabinettssitzung im Malacañang-Palast.  © Ace Morandante/Malacanang Presidential Photographers Division/AP/dpa

Update, 5. Juni, 8.18 Uhr: Tschechien öffnet Grenze für Deutsche ab Freitagmittag

Tschechien öffnet nach fast drei Monaten wieder seine Grenze für Bürger aus Deutschland, Österreich und Ungarn. Die Entscheidung tritt bereits ab Freitagmittag um 12.00 Uhr in Kraft, wie das Kabinett am Freitagmorgen auf einer Sondersitzung in Prag beschloss. Ein negativer Corona-Test muss nicht mehr vorgelegt werden. 

"Wir müssen zur Normalität zurückkehren", sagte Regierungschef Andrej Babis im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Es sei gut, wenn Touristen aus diesen Ländern wieder Geld in Tschechien ausgäben.

Wegen der Coronavirus-Pandemie hatte Tschechien Mitte März einen weitgehenden Einreisestopp für Ausländer verhängt. Die Grenze zur Slowakei war bereits am Donnerstag geöffnet worden. 

Ab dem 15. Juni führt die Regierung in Prag für weitere Länder ein abgestuftes Ampel-Modell ein, das diese in Risikogruppen einteilt. Während Bürger aus "grünen" Ländern wie der Schweiz freie Fahrt bekommen, müssen Reisende aus Frankreich, Italien und Spanien bei der Einreise einen negativen Labortest auf das Coronavirus vorlegen.

In Tschechien gab es bis Freitag 9494 bestätigte Coronavirus-Infektionen, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. 326 Todesfälle wurden mit der Erkrankung in Verbindung gebracht.

Tschechien öffnet nach fast drei Monaten wieder seine Grenze für Bürger aus Deutschland, Österreich und Ungarn.
Tschechien öffnet nach fast drei Monaten wieder seine Grenze für Bürger aus Deutschland, Österreich und Ungarn.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 5. Juni, 8.08 Uhr: DLRG befürchtet mehr Badetote - auch wegen Corona

Viele Menschen können nicht sicher schwimmen, das ist bekannt. Das Problem könnte nun durch die Corona-Krise verschärft werden, sind sich DLRG und eine berühmte frühere Weltklasse-Schwimmerin einig.

Mehr Badetote als in den vergangenen Jahren befürchtet die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) für diesen Sommer. 

"Insgesamt haben wir Angst davor, dass die Schwimmfertigkeit noch weiter nachlässt", sagte DLRG-Sprecher Achim Wiese der Deutschen Presse-Agentur. Denn neben den bekannten Problemen wie einer sinkenden Zahl von Schwimmbädern und langen Wartezeiten für Schwimmkurse komme in diesem Jahr die Corona-Pandemie dazu. 

Dadurch seien Schwimmbäder wochenlang geschlossen gewesen, Schwimmkurse seien deshalb ausgefallen. Menschen müssten nun noch länger auf einen Kurs warten.

"Die Wartezeiten gab es sowieso schon - teilweise lagen sie bei bis zu eineinhalb Jahren", sagte Wiese. Neben der fehlenden Schwimmausbildung sieht die DLRG mit Sitz in Bad Nenndorf nahe Hannover das Problem, dass Menschen wegen der coronabedingten Einlassbeschränkungen in Bädern auf unbewachte Badestellen ausweichen. Das könne gefährlich sein.

Viele Menschen können nicht sicher schwimmen, das ist bekannt. Das Problem könnte nun durch die Corona-Krise verschärft werden, sind sich DLRG und eine berühmte frühere Weltklasse-Schwimmerin einig.
Viele Menschen können nicht sicher schwimmen, das ist bekannt. Das Problem könnte nun durch die Corona-Krise verschärft werden, sind sich DLRG und eine berühmte frühere Weltklasse-Schwimmerin einig.  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 5. Juni, 7.47 Uhr: Das wissen wir über die Corona-Risikogruppen

Bei den meisten Menschen verläuft eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 glimpflich. Sie bekommen Husten und Fieber. Doch wer zu sogenannten Risikogruppen gehört, erkrankt mit größerer Wahrscheinlichkeit schwer an Covid-19.

Nach den aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) verlaufen 18 Prozent der nachgewiesenen Infektionen so schwer, dass die Betroffenen in ein Krankenhaus kommen.

Bekannt ist, dass das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf ab einem Alter von etwa 50 bis 60 Jahren merklich ansteigt.

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Auf zwei Monitoren sind am Klinikum Stuttgart Computertomographieaufnahmen der Lunge eines Covid19-Patienten zu sehen.
Auf zwei Monitoren sind am Klinikum Stuttgart Computertomographieaufnahmen der Lunge eines Covid19-Patienten zu sehen.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 5. Juni, 7.10 Uhr: Bayern-Präsident Heiner: Alle anderen "schauen jetzt auf uns"

Für Bayern Münchens Präsident Herbert Hainer ist das am Samstag beginnende Basketball-Finalturnier eine "einmalige Chance" und zugleich ein Mutmacher für andere Sportarten. 

"Dieses Finalturnier bringt uns wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung zurück", sagte Hainer in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Focus" zum Final-10-Turnier in München. Bis auf Fußball "gibt es ja derzeit keinen anderen Sport. Alle anderen Sportarten und auch die NBA schauen jetzt auf uns."

Allerdings befürchtet der 65-Jährige, dass sich die Fans während der Corona-Krise wegen der Geisterspiele dauerhaft vom Sport abwenden könnten - zumindest bei länger wirksamen Beschränkungen. "Wenn das ein Jahr lang so sein würde, dann mit Sicherheit", meinte der Präsident des FC Bayern München.

Einen positiven Effekt der Krise sieht Hainer dagegen in der Abkühlung des überhitzten Fußball-Transfermarkts. "Von einer Rückbesinnung auf das Gute, Althergebrachte zu reden, wäre ü̈berhöht. Dass die Transfersummen runter gehen werden, weil nicht mehr so viel Geld im Umlauf ist, ist logisch und gut, weil es da schon eine Überhitzung gab", meinte der ehemalige Adidas-Chef. 

"Aber so weit sind wir noch nicht, dass man sich auf die alten Werte wieder rückbesinnt – wenn die denn wirklich besser waren."

Für Bayern Münchens Präsident Herbert Hainer ist das am Samstag beginnende Basketball-Finalturnier eine "einmalige Chance" und zugleich ein Mutmacher für andere Sportarten.
Für Bayern Münchens Präsident Herbert Hainer ist das am Samstag beginnende Basketball-Finalturnier eine "einmalige Chance" und zugleich ein Mutmacher für andere Sportarten.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 5. Juni, 6 Uhr: Bahnhöfe und Züge werden verstärkt gereinigt und desinfiziert

Nach und nach füllen sich Züge und Bahnhöfe in Deutschland wieder. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird dort intensiv gereinigt und desinfiziert. Mit vielen weiteren kleinen Maßnahmen gehen die Deutsche Bahn und andere Eisenbahnunternehmen gegen die Infektionsgefahr vor. 

So öffnen Zugtüren beim Halten automatisch, damit Fahrgäste nicht die Druckknöpfe zum Ein- und Aussteigen betätigen müssen. In den ICE und Intercity der Deutschen Bahn sind mehrere Hundert "Unterwegsreiniger" im Einsatz, bis August soll ihre Zahl auf 600 steigen.

Der Fahrgastverband Pro Bahn betonte aber, es gebe mehr als 1400 Zugfahrten pro Tag. "600 Leute sind nicht gerade eine Armada", sagte der Vorsitzende Detlef Neuß. Er hält weiteres Reinigungspersonal für notwendig. Neuß empfiehlt Fahrgästen aber auch, selbst Hand anzulegen - und etwa den Tisch im ICE vor dem Platznehmen mit eigenem Desinfektionsmittel abzuwischen.

Nach und nach füllen sich Züge und Bahnhöfe in Deutschland wieder. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird dort intensiv gereinigt und desinfiziert.
Nach und nach füllen sich Züge und Bahnhöfe in Deutschland wieder. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird dort intensiv gereinigt und desinfiziert.  © Christian Charisius/dpa

Update, 5. Juni, 5.30 Uhr: Brasilien meldet mehr Corona-Tote als Italien

In Brasilien sind 1473 weitere Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gestorben. Damit wurde am dritten Tag hintereinander ein Negativ-Rekord bei der Zahl der Corona-Toten registriert. Die Zahl der Corona-Opfer stieg in dem größten Land Lateinamerikas auf 34 021, wie das Gesundheitsministerium in Brasilien am Donnerstagabend (Ortszeit) mitteilte.

Laut der John-Hopkins-Universität in den USA überholte Brasilien Italien und rückte auf den dritten Platz der Länder mit den meisten Corona-Toten. 

Nachweislich mit dem Virus infiziert haben sich in dem Land bislang 614 941 Menschen. Die tatsächliche Zahl dürfte weit höher liegen, auch weil Brasilien sehr wenig testet, im öffentlichen Gesundheitssystem etwa nur schwere Fälle.

Vor 100 Tagen war in dem Land der erste Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden, ein 62 Jahre alter Mann. Der rechte Präsident Jair Bolsonaro nannte das Coronavirus eine kleine Grippe und wollte keine Einschränkungen zur Eindämmung treffen. Inzwischen tötet das Virus in Brasilien mindestens einen Menschen pro Minute, rechnete die Zeitung «Folha de S. Paulo» aus. Ihre Internetseite war am Donnerstagabend schwarz hinterlegt.

In Brasilien sind 1473 weitere Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gestorben.
In Brasilien sind 1473 weitere Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gestorben.  © Lucas Silva/dpa

Update, 5. Juni, 4.25 Uhr: Linke im Bundestag fordern Gesetz für Corona-Warn-App

Die Linke im Bundestag fordert, den Einsatz der geplanten Corona-Warn-App per Gesetz zu regeln. 

"Die Einführung einer solchen App kann nur auf einer eigenständigen gesetzlichen Grundlage erfolgen und bedarf zwingend einer umfassenden Beteiligung des Parlamentes", heißt es in einem Brief des Parlamentarischen Geschäftsführers Jan Korte an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) und die anderen Fraktionen. 

Das Schreiben liegt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag) vor. Weiter schrieb Korte: "Ich hoffe, Sie setzen sich auf allen Ebenen ebenfalls für die Befassung des Parlaments mit dieser Thematik ein."

Der digitalpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Tankred Schipanski, lehnt dies ab. "Es gibt keinen Zwang, sich die App herunter zu laden oder sie zu nutzen", sagte er dem RND. "Es liegt also kein staatlicher Eingriff vor. Deshalb sehe ich nicht, warum es eines Gesetzes bedarf." 

Zusätzliche, durch die App gewonnene Daten würden nur auf Grundlage einer Einwilligung an das Robert-Koch-Institut weitergeleitet. Und wenn etwa Arbeitgeber oder Reiseveranstalter auf der Nutzung der App bestünden, dann sei dies ihr gutes Recht.

Die Linke im Bundestag fordert, den Einsatz der geplanten Corona-Warn-App per Gesetz zu regeln.
Die Linke im Bundestag fordert, den Einsatz der geplanten Corona-Warn-App per Gesetz zu regeln.  © Stefan Jaitner/dpa

Update, 5. Juni, 4 Uhr: FDP-Chef Lindner: Bei Konjunkturpaket andere Schwerpunkte nötig

Die FDP hält Zeitpunkt und Umfang des Konjunkturpakets der Regierungskoalition von 130 Milliarden Euro für angemessen, würde selbst aber andere Schwerpunkte setzen. 

In einem Brief an Vorstand, Fraktion und Mitglieder schlägt Partei- und Fraktionschef Christian Lindner eine "in der Breite wirksame Steuerreform" vor - "von der vollständigen Abschaffung des Solidaritätszuschlags, über die Reduzierung des Mittelstandsbauchs und der Kalten Progression bis hin zu Änderungen bei der Körperschaftsteuer und den Abschreibungsbedingungen".

In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es weiter, die Ankündigungen aus CDU und CSU zu steuerlichen Entlastungen seien aktuell erneut folgenlos geblieben. Auch die FDP-Spitze habe die nun von CDU/CSU und SPD geplante Senkung der Mehrwertsteuer als Kaufanreiz erwogen. 

Der Gedanke sei aber zurückgestellt worden: zu viel Bürokratie, keine Klarheit, ob tatsächlich Konsumenten profitieren, reiner Vorzieheffekt.

Menschen und Betriebe sollten dauerhaft entlastet werden, schrieb Lindner. "Für den Binnenkonsum fehlt die Zuversicht, für private Investitionen und den Neuaufbau von Rücklagen fehlt der finanzielle Freiraum."

Das Konjunkturpaket bleibe auch "bei den Vorschlägen zu Investitionen in Digitalisierung und Bildung, insbesondere in den Schulen, hinter den Erwartungen zurück". 

Christian Lindner, Fraktionsvorsitzender der FDP.
Christian Lindner, Fraktionsvorsitzender der FDP.  © Michael Kappeler/dpa

Modernisierung und Digitalisierung der Schulen sowie der öffentlichen Verwaltung insgesamt "müsste ein "Mondfahrtprojekt" dieses Landes sein", argumentiert Lindner.

Positiv bewerteten die Liberalen das Bekenntnis zu einer überfälligen Wasserstoffstrategie, die Vorhaben zur Senkung der Stromkosten sowie die Entlastung der Kommunen bei den Kosten der Unterkunft für Arbeitssuchende.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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