Coronavirus: Deutschlandweite Inzidenz erstmals seit September unter 10!

Deutschland/Welt - In Deutschland ist die bundesweite Corona-Inzidenz im Sinkflug. Doch macht die Delta-Mutante alles wieder kaputt? Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.
In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,7 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

90.374 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 9,3 (Vortag: 10,3).

Corona in Bayern: Exporte auf Vor-Corona-Niveau - Importe weit darüber
Coronavirus Corona in Bayern: Exporte auf Vor-Corona-Niveau - Importe weit darüber

Weltweit gibt es rund 177 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 3,8 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 19. Juni, 7 Uhr).

+++ Ältere Informationen zur Corona-Situation findet Ihr im TAG24-Coronavirus-Newsarchiv +++

Update, 19. Juni, 10.43 Uhr: Lauterbach: "Historisches Versagen" reicher Länder in Corona-Krise

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht in der Corona-Krise ein "historisches Versagen" reicher Staaten.

"Wir haben Impfkapazität aufgebaut, die genau zugeschnitten war auf das, was wir selbst brauchen", sagte er am Samstag bei einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing.

"Wir haben keine zusätzliche Impfstoff-Produktionskapazität für die ärmeren Länder."

Das habe nun zur Folge, dass die Menschen in Südostasien, Afrika oder Lateinamerika weitgehend ungeschützt einem immer gefährlicher werdenden Virus ausgesetzt seien.

Denn je mehr Menschen geimpft seien, desto aggressiver müsse das Virus werden, um sich weiter ausbreiten zu können. "Das ist ein historisches Versagen der wohlhabenden Länder."

Für Deutschland rechnet Lauterbach "bis Mitte September" mit einer Herdenimmunität.

Insgesamt sei Deutschland mit einer Übersterblichkeit von rund vier Prozent deutlich besser durch die Krise gekommen als europäische Nachbarländer.

Allerdings habe die Bundesrepublik in der zweiten Welle versagt: "In der zweiten Welle sind unnötigerweise viele Menschen gestorben", sagte Lauterbach.

Update, 19. Juni, 9.43 Uhr: Polizei räumt Party von 4000 Menschen im Hamburger Stadtpark

Rund 4000 Menschen haben in der Nacht zu Samstag im Hamburger Stadtpark gefeiert - dabei wurde gegen die Corona-Regeln verstoßen.

Mehrfach versuchte die Polizei, große Gruppen von Menschen aufzulösen, wie ein Sprecher der Polizei am Samstagmorgen sagte. Da dies jedoch nicht gelang, entschied sich die Polizei, das Gelände zu räumen.

Dabei kam es vereinzelt zu Flaschenwürfen auf die Polizisten.

Zwei von ihnen wurden leicht verletzt und kamen vorsorglich in ein Krankenhaus. Sie wurden kurze Zeit später wieder entlassen. Es sei unklar, ob auch Besucher verletzt worden seien.

Hamburg: Behelmte Polizisten laufen begleitet von einem Mannschaftswagen mit Blaulicht durch die Menschengruppen auf der Stadtpark-Wiese.
Hamburg: Behelmte Polizisten laufen begleitet von einem Mannschaftswagen mit Blaulicht durch die Menschengruppen auf der Stadtpark-Wiese.  © Jonas Walzberg/dpa

Update, 19. Juni, 9 Uhr: Tui-Finanzchef: Wohl längere Saison 2021 - Tests "so oft wie möglich"

Die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus könnte nach Einschätzung von Tui eine Verlängerung der Reisesaison 2021 nötig machen.

Er sehe grundsätzlich gute Chancen, die als aggressiv geltende Mutante unter Kontrolle zu bringen, sagte Finanzvorstand Sebastian Ebel den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX.

"Wir gehen davon aus, dass es weiter einen hohen Schutz gibt"» Insgesamt sei die Buchungsentwicklung derzeit solide.

Unter anderem wegen noch vorsichtiger Kunden richtet sich der größte Touristikkonzern aber auf "Nachholeffekte" ein, die sich bis zum Jahresende ziehen könnten.

"Ich würde mich nicht wundern, wenn zunächst einmal auch die Sommersaison 2021 länger wird", sagte Ebel.

Der Tui-Finanzchef rief Urlauber auf, in der Heimat vorsichtig zu bleiben, um Öffnungsschritte nicht zu gefährden. Er persönlich würde die Maske weiter anbehalten, wenn er in öffentliche Innenräume gehe.

Update, 19. Juni, 6 Uhr: Lauterbach gegen EM-Spiele in London

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen London als Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft kritisiert.

Es sei unvertretbar, dass in England Fußballspiele mit Zuschauern stattfänden, sagte der Politiker der Mediengruppe RTL/ntv.

"Die Delta-Variante ist einfach zu gefährlich. Das ist eine Gefährdung der Bürger Englands und der Bürger Europas. Man müsste die Spiele in ein anderes europäisches Land verschieben", sagte Lauterbach.

Allerdings sprach er sich dagegen aus, München als möglichen Ersatzort ins Spiel zu bringen.

"Es wäre unglücklich, wenn man einen Vorschlag macht, der das eigene Stadion und die eigenen Fans bevorzugt. Wir wären nicht glaubwürdig, wenn wir England vorschlagen, dass die Spiele stattdessen bei uns stattfinden sollen", erklärte der Politiker.

Update, 19. Juni, 5.30 Uhr: RKI registriert 1108 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 9,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1108 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1911 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 99 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 129 Tote gewesen.

Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90 369 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Samstagmorgen mit bundesweit 9,3 an und fällt damit erstmal seit dem 13. September 2020 wieder in den einstelligen Bereich (Vortag: 10,3; Vorwoche: 18,3).

Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3 721 139 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 601 200 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 0,70 (Vortag: 0,72).

Berlin: Der Impfstoff Moderna wird beim Modellprojekt "Betriebliches Impfen KRTIS" bei Berlin-Chemie verimpft.
Berlin: Der Impfstoff Moderna wird beim Modellprojekt "Betriebliches Impfen KRTIS" bei Berlin-Chemie verimpft.  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 19. Juni, 1 Uhr: Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche: Vermögende besonders an Pandemiekosten beteiligen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, fordert eine gerechte Verteilung der Corona-Kosten und einen besonderen Beitrag von Vermögenden und Profiteuren der Pandemie.

"Auf welchem Wege diejenigen, die besonders profitiert haben und mit Wohlstand besonders gesegnet sind, auch in besonderer Weise an den Kosten der Pandemie beteiligt werden, muss im politischen Diskurs geklärt werden. Dass sie in besonderer Weise verpflichtet sind, dazu beizutragen, ist aber klar", schreibt Bedford-Strohm in einem Gastbeitrag für den Mannheimer Morgen.

"Der Boom an den Aktienmärkten, der die Vermögenszuwächse maßgeblich ermöglichte, verdankt sich nicht zuletzt den aus Steuergeldern finanzierten direkten Unternehmenshilfen", schreibt der Ratsvorsitzende.

Es sei zwar richtig gewesen, dass der Staat die Wirtschaft so massiv gestützt habe. Damit seien viele Arbeitsplätze gerettet worden.

"Aber jetzt müssen auch die Kosten gerecht verteilt werden", verlangte Bedford-Strohm.

Dieser notwendige Diskurs sei keine Neiddebatte, "sondern vielmehr ein entscheidender Beitrag zum sozialen Zusammenhalt".

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm.
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm.  © Britta Pedersen/ZB/dpa

Update, 19. Juni, 0.10 Uhr: Spahn rechtfertigt Vorgehen bei Masken-Beschaffung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sein Vorgehen bei der Beschaffung von Corona-Schutzmasken gegen Kritik verteidigt.

"Es wäre doch niemand auf die Idee gekommen, in China nicht-zertifizierte FFP-2-Masken zu bestellen, wenn es in Europa zertifizierte FFP-2-Masken gegeben hätte", sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag).

Die ganze Welt habe in China gekauft. Spahn sagte: "Manchmal fühle ich mich wie bei der Feuerwehr, die einen Großbrand gelöscht hat und die dann zu hören bekommt, dass dabei Wasser daneben gelaufen ist."

Für ihn zähle am meisten, dass man die Pandemie gemeinsam unter Kontrolle gebracht habe.

Spahn räumte ein: "Ich sage im Nachhinein nicht, dass wir alles richtig entschieden haben. Aber wir haben nach bestem Wissen und Gewissen entschieden."

Die Beschaffung der Masken sei teuer gewesen.

"Aber keine Masken zu haben, wäre uns deutlich teurer zu stehen gekommen. Auf dem Markt herrschte damals eine Wildwest-Situation. In einem Jahr wird der Bundesrechnungshof übrigens mit Sicherheit sagen, wir hätten zu viel und zu teuer Impfstoff bestellt", sagte der Minister.

Update, 18. Juni, 23 Uhr: "Querdenker"-Proteste in Kassel bleiben verboten

Eine geplante Demonstration von Gegnern der Corona-Politik an diesem Samstag in Kassel bleibt verboten.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) bestätigte am Freitag entsprechende Entscheidungen des Verwaltungsgerichts sowie der Stadt.

Ein Eilantrag des Anmelders der Veranstaltung "Mittsommer in Kassel − Bewahren − Versöhnen − Schöpfen" wurde abgelehnt.

Der Gerichtshof begründete seine Entscheidung vor allem mit den Erfahrungen vorheriger "Querdenker"-Versammlungen, insbesondere am 20. März in Kassel.

Damals waren bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mehr als 20.000 Teilnehmer unterwegs, von denen sich viele nicht an gerichtliche Auflagen wie die Maskenpflicht hielten. Teils kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Unabhängig von dem Verbot der "Querdenker"-Demo hat sich die Polizei auf einen größeren Einsatz eingestellt. Die Stadt hat für Teile Kassels Maskenpflicht auch im Freien angeordnet.

Update, 18. Juni, 22.10 Uhr: Delta-Mutante nimmt jetzt auch USA in Beschlag - Biden ruft zu Impfungen auf!

Angesichts sinkender Coronavirus-Impfraten und des Vormarschs der aggressiven Delta-Variante hat US-Präsident Joe Biden (78) die Amerikaner eindringlich zur Impfung aufgerufen.

"Es ist eine Variante, die leichter übertragbar, potenziell tödlich und besonders für junge Menschen gefährlich ist", sagte Biden am Freitag im Weißen Haus. "Lassen Sie sich impfen."

Biden hat als Ziel ausgegeben, dass bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli rund 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens die erste Impfung erhalten haben sollen.

Bisher liegt diese Rate bei etwas über 65 Prozent. Biden sagte auf Nachfrage, angesichts der verbreiteten Impfungen gehe er nicht davon aus, dass es noch einmal zu einem Lockdown kommen werde.

Joe Biden, Präsident der USA, spricht über das Erreichen von 300 Millionen COVID-19-Impfungen, im State Dining Room des Weißen Hauses.
Joe Biden, Präsident der USA, spricht über das Erreichen von 300 Millionen COVID-19-Impfungen, im State Dining Room des Weißen Hauses.  © Evan Vucci/AP/dpa

Update, 18. Juni, 20.12 Uhr: Delta-Variante: Merkel mahnt zur Vorsicht bei Fußball-EM

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat angesichts der aggressiven Delta-Variante des Coronavirus zu großer Vorsicht bei der Fußball-EM gemahnt.

"Es ist schön, dass jetzt in München zum Beispiel wieder 14.000 Fans sein können. Aber wenn ich vollkommen besetzte Stadien sehe in anderen Ländern Europas, dann bin ich bisschen skeptisch, ob das jetzt schon die richtige Antwort auf die augenblickliche Situation ist", sagte Merkel am Freitag vor einem gemeinsamen Abendessen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron (43) in Berlin.

Merkel sagte, wegen sehr geringer Fallzahlen könnte man Corona-Ausbrüche in Deutschland derzeit sehr viel besser verfolgen und mit der Delta-Variante gut umgehen.

"Aber ich kann nur sagen: Wir können nicht so tun, als wäre Corona vorbei. Auch wenn an einem solchen Sommerabend das Gefühl ist, da ist nichts mehr." Auch weil es einen großen Teil nicht geimpfter Menschen gebe, die keinen vollen Schutz hätten "glaube ich, ist Vorsicht weiter notwendig, damit wir einen Sommer doch vieler Freiheiten haben, aber noch nicht aller Freiheiten".

Dies gelte auch insbesondere für Großereignisse wie bei der Fußball-EM.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (43) tragen Masken, während sie ankommen, um zusammen vor Journalisten ein Statement abzugeben. Die beiden treffen sich, um unter anderem den für die kommende Woche in Brüssel geplanten EU-Gipfel vorzubereiten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (43) tragen Masken, während sie ankommen, um zusammen vor Journalisten ein Statement abzugeben. Die beiden treffen sich, um unter anderem den für die kommende Woche in Brüssel geplanten EU-Gipfel vorzubereiten.  © Axel Schmidt/Reuters-Pool/dpa

Update, 18. Juni, 20.11 Uhr: Wie gefährlich ist die Delta-Mutante jetzt schon für uns? Drosten redet Klartext!

Nach Einschätzung des Charité-Virologen Christian Drosten (49) muss Deutschland die Delta-Variante in der Pandemie ab sofort ernst nehmen!

Alle Infos hier: "Wie gefährlich ist die Delta-Mutante jetzt schon für uns? Drosten redet Klartext!"

Der Virologe Christian Drosten (49).
Der Virologe Christian Drosten (49).  © Fabrizio Bensch/Reuters Pool/dpa

Update, 18. Juni, 20 Uhr: Niederlande heben meiste Corona-Maßnahmen auf

Die Niederlande werden fast alle Corona-Maßnahmen aufheben. Ab dem 26. Juni gelte als zentrale Regel nur noch die Abstandsregel von 1,5 Meter, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitagabend in Den Haag.

Veranstaltungen, bei denen kein Abstand eingehalten werden könne, seien möglich, wenn Besucher einen Test- oder Impfbeweis vorweisen. Das gelte auch für Sportwettkämpfe, Festivals, Gaststätten oder Theater. Auch die Maskenpflicht werde fast vollständig aufgehoben.

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

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