Coronavirus: Bald bundesweit Bändchen für 2G-Kontrolle im Einzelhandel?

Deutschland/Welt - In Deutschland verschärft sich die Corona-Lage, die Fallzahlen steigen. Strengere Auflagen treffen nun vor allem Menschen, die noch nicht gegen das Covid-19-Virus geimpft sind.

Bundesweit gilt in vielen gesellschaftlichen Bereichen wie im Einzelhandel, in der Kultur und der Gastronomie die 2G-Regel.
Bundesweit gilt in vielen gesellschaftlichen Bereichen wie im Einzelhandel, in der Kultur und der Gastronomie die 2G-Regel.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 427 (Vortag: 432,2).

Laut RKI sind seit Beginn der Pandemie mehr als 6,2 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

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Insgesamt 104.047 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit rund 5,2 Millionen an (alle Daten Stand 8. Dezember, 7 Uhr).

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Update, 8. Dezember, 14.20 Uhr: Lockdown in Österreich endet für Geimpfte und Genesene

Der Lockdown in Österreich endet in der Nacht zum kommenden Sonntag nur für die Geimpften und Genesenen.

Das haben Bundesregierung und Länder am Mittwoch beschlossen. Ungeimpfte müssen weiterhin die Ausgangsbeschränkungen beachten.

Die Öffnung werde begleitet von einem "Mindeststandard an Schutzmaßnahmen", um einem neuerlichen Anstieg der Corona-Infektionen vorzubeugen, sagte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP).

So gelte in Innenräumen eine FFP2-Maskenpflicht. Der Handel und die Friseure dürfen bundesweit am 13. Dezember wieder aufsperren.

Die Gastronomie müsse eine Sperrstunde von 23.00 Uhr beachten. Die Nachtgastronomie und die Après-Ski-Lokale bleiben nach den Worten von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) geschlossen.

Den Bundesländern stehe es frei, strengere Regeln zu treffen, hieß es.

Update, 8. Dezember, 13.43 Uhr: Clubcommission: Tanzen mit PCR-Tests wieder ermöglichen?

In Berliner Clubs darf seit Mittwoch nicht mehr getanzt werden - das sehen schärfere Regeln vor, die angesichts hoher Infektionszahlen mit dem Coronavirus greifen.

Nach Einschätzung eines Verbands könnten nun etliche Häuser wieder vorübergehend zumachen. "Die meisten werden schließen", sagte Sprecher Lutz Leichsenring von der Clubcommission am Mittwoch.

Neben den ökonomischen Schäden mache das viele auch psychisch fertig. Auch sie wünschten sich eine sichere Lösung, sagte Leichsenring der Deutschen Presse-Agentur.

Das Tanzverbot, das in den Innenräumen von Clubs nun gilt, hält er aber für keine sinnvolle Lösung. Seiner Meinung nach könnte sich das Tanzen nun in Privatwohnungen und Partykeller verlagern.

Der Verband würde das Tanzen in Clubs gerne mit PCR-Tests ermöglichen. Ähnliches hatten mehrere Clubs schon in einem Modellprojekt im Sommer ausprobiert.

Sie hätten auch mit Anbietern gesprochen - die Kapazitäten seien vorhanden, sagte Leichsenring. Ein Testergebnis könne man innerhalb von vier bis fünf Stunden bekommen.

Update, 8. Dezember, 13.32 Uhr: Handel wirbt für bundesweite "Bändchenlösung" beim Einkauf

Der Handel in Deutschland wirbt für eine bundesweite "Bändchenlösung" beim Einkauf in den Innenstädten und Einkaufszentren, um die vorgeschriebenen 2G-Kontrollen zu erleichtern.

"Es gibt aktuell ein buntes Durcheinander bei den Regelungen zur Kontrolle von 2G im Einzelhandel mit Gütern des nicht-täglichen Bedarfs. Das muss dringend vereinheitlicht werden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

"Die Kontrolle jedes Kunden in jedem Geschäft führt zu erheblichem Aufwand und zu Schlangenbildung vor den Ladentüren. Deshalb wäre es aus Sicht des Handels gut, die in einigen Bundesländern gültige Bändchenlösung auf das ganze Bundesgebiet auszuweiten."

Bei den erforderlichen 2G-Kontrollen brauche der Einzelhandel allerdings dringend Unterstützung.

Denn an dieser Stelle übernähmen die Unternehmen staatliche Aufgaben.

Deshalb sollten hier entweder die Kommunen unterstützend tätig werden oder finanzielle Beiträge an die betroffenen Händler fließen, verlangte Genth.

Ein Mann hält seinen Arm mit einem 2G-Bändchen am Eingang eines Modegeschäfts in der Mainzer Innenstadt vor ein Schild mit der Aufschrift "2G-Regel".
Ein Mann hält seinen Arm mit einem 2G-Bändchen am Eingang eines Modegeschäfts in der Mainzer Innenstadt vor ein Schild mit der Aufschrift "2G-Regel".  © Arne Dedert/dpa

Update, 8. Dezember, 13.18 Uhr: Steinmeier ruft neue Regierung zu entschiedenem Corona-Kurs auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die neue Bundesregierung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) zu einem entschiedenen Vorgehen gegen die Corona-Pandemie aufgerufen.

"Die Menschen hoffen darauf, dass Sie Führung zeigen und – gemeinsam mit den Ländern – die notwendigen Maßnahmen ergreifen", sagte das Staatsoberhaupt bei der Ernennung des künftigen Kabinetts am Donnerstag in Berlin.

"In der akuten Notlage kommt es darauf an, nicht auf die Lautesten zu hören, sondern dafür zu sorgen, dass uns die Pandemie nicht ein weiteres Jahr fest im Griff hält und öffentliches Leben wieder selbstverständlich werden kann."

Steinmeier sagte, die Realität im Herbst 2021 sei "bitterernst".

Er wisse, dass die neue Regierung die große Verantwortung ernst nehme, die jetzt auf ihren Schultern laste.

Er appellierte zugleich an alle Bürgerinnen und Bürger: "Diese Krise fordert nicht nur Politik, sie fordert uns alle. Es kommt auf jeden von uns an."

Es gelte jetzt ganz konkret, Kontakte zu reduzieren und sich impfen zu lassen.

Der Bundespräsident sagte mit Blick auf diskutierte Maßnahmen wie eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen und eine allgemeine Impfpflicht: Sie erhöhten auch Druck auf ungeimpfte Bürgerinnen und Bürger.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (65).
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (65).  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 8. Dezember, 13 Uhr: Südkorea registriert erstmals mehr als 7000 Corona-Neuinfektionen

Südkorea hat so viele Corona-Neuinfektionen an einem Tag registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie.

Wie die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mitteilten, überstiegen die Fallzahlen am Dienstag erstmals die Schwelle von 7000.

Die weitaus meisten der 7175 Infektionen wurden demnach erneut in der Hauptstadt Seoul und der Umgebung erfasst. Die Gesamtzahl kletterte auf 489.484.

Update, 8. Dezember, 12.27 Uhr: Verfassungsgerichtshof lässt bayerische Corona-Regeln in Kraft

Die im Dezember noch einmal deutlich verschärften bayerischen Corona-Regeln bleiben unverändert in Kraft.

Der Bayerische Verfassungsgerichtshof lehnte es in einer am Mittwoch veröffentlichten Entscheidung ab, einzelne Vorschriften der bayerischen Corona-Verordnung durch einstweilige Anordnung außer Vollzug zu setzen.

Es sei zudem "nicht davon auszugehen, dass die Popularklage im Hinblick auf die aktuell geltenden Vorschriften in der Hauptsache erfolgreich sein wird", teilte das Gericht mit.

Update, 8. Dezember, 11.40 Uhr: Weltgrößter Impfstoffhersteller halbiert Produktion

Der weltgrößte Impfstoffhersteller Serum Institute mit Sitz in Indien will seine Astrazeneca-Produktion um mindestens die Hälfte reduzieren.

Grund sei, dass die Indiens Regierung keine neuen Bestellungen aufgegeben habe, sagte Firmenchef Adar Poonawalla dem indischen TV-Sender CNBC-TV18.

Gleichzeitig kämen Bestellungen der internationalen Impfstoffinitiative Covax nur langsam herein.

Derzeit produziere seine Firma pro Monat 250 Millionen Dosen Astrazeneca, das in Indien unter dem Namen Covishield vertrieben wird.

Ein Fläschchen der Corona-Impfstoffe von Pfizer-BioNTech (l-r), Moderna und AstraZeneca stehen auf einem Tisch.
Ein Fläschchen der Corona-Impfstoffe von Pfizer-BioNTech (l-r), Moderna und AstraZeneca stehen auf einem Tisch.  © Daniel Karmann/dpa

Update, 8. Dezember, 11.14 Uhr: Ifo-Studie: 2G-Regeln führen zu mehr Erstimpfungen

Der Ausschluss von Ungeimpften aus vielen Lebensbereichen erhöht einer Studie zufolge die Bereitschaft, sich impfen zu lassen.

Ein Vergleich der Erstimpfungen in Landkreisen und Bezirken an der deutsch-österreichischen Grenze von Anfang Oktober bis Anfang Dezember habe gezeigt, dass die frühere Ankündigung und Umsetzung von 2G-Regeln in Österreich dort zu einem schnelleren Anstieg der Zahlen führte als in Deutschland, teilte das Ifo-Institut in München am Mittwoch mit.

In den österreichischen Grenzbezirken sei der durchschnittliche Anteil Erstgeimpfter in diesem Zeitraum von 61,1 auf 68 Prozent (plus 6,9 Prozentpunkte) gestiegen, auf deutscher Seite dagegen nur von 57,2 auf 61 Prozent (plus 3,8 Prozentpunkte).

Die Ankündigung eines allgemeinen Lockdowns in Österreich, der am 22. November begann, habe diesen Trend etwas abgeschwächt.

Allerdings seien ab Mitte November auch in Deutschland Maßnahmen wie 2G-Regeln, Lockdowns für Ungeimpfte und eine Impfpflicht diskutiert und zum Teil umgesetzt worden.

Dies habe die Unterschiede bei Erstimpfungen zwischen den beiden Ländern ebenfalls abgeschwächt.

Am Eingang des Modegeschäfts Engbers in der Mainzer Innenstadt ist ein Schild mit der Aufschrift "2G-Regel.
Am Eingang des Modegeschäfts Engbers in der Mainzer Innenstadt ist ein Schild mit der Aufschrift "2G-Regel.  © Arne Dedert/dpa

Update, 8. Dezember, 11 Uhr: Impfgegner vor Lauterbachs Wohnung - Reul warnt vor Radikalisierung

Vier Impfgegner haben vor der Kölner Privatwohnung des SPD-Politikers Karl Lauterbach eine unangemeldete Demonstration veranstaltet.

Die Polizei beendete die Versammlung am vergangenen Freitagabend, wie die Kölner Polizei auf dpa-Anfrage bestätigte.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Corona-Leugner Lauterbach ausgesucht hatten, weil er immer wieder in den Medien aufgetreten ist.

Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte laut WAZ über die Radikalisierung von Corona-Leugnern: "Wir müssen davon ausgehen, dass aus der Bewegung heraus auch weiter gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung agitiert wird, dass es nicht nur um Corona geht und dass ein Teil der Anhänger auch Gewalt befürwortet oder sogar anwenden wird."

Update, 8. Dezember, 10.20 Uhr: Ein Jahr nach Start der Kampagne: Charles wirbt fürs Impfen

Am Jahrestag der britischen Corona-Impfkampagne haben Thronfolger Prinz Charles (73) und seine Frau Herzogin Camilla (74) fürs Impfen geworben.

"Alle, die noch keine Impfung erhalten haben oder mit der Auffrischungsimpfung zögern, können wir nur auffordern, sich die Beweise auf unseren Intensivstationen anzusehen und denen zuzuhören, die dort arbeiten", hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch.

Es sei mindestens zehn Mal wahrscheinlicher, dass Ungeimpfte in Kliniken müssen oder sterben als Geimpfte. "Deshalb fordern wir alle auf, sich impfen zu lassen und den Booster zu bekommen, wie wir es selbst getan haben."

Dass Charles und Camilla offen über ihren Impfstatus sprechen, ist nicht selbstverständlich. Gesundheitsfragen der Royals sind eigentlich Privatsache.

Allerdings haben mehrere Mitglieder der königlichen Familie bereits offen übers Impfen gesprochen.

Charles, Prinz von Wales (73).
Charles, Prinz von Wales (73).  © Ian Vogler/Daily Mirror via PA Wire/dpa

Update, 8. Dezember, 10.13 Uhr: Kritik in Umfrage an Gesundheitsämtern und Behördendeutsch

Auch in der Corona-Pandemie sind die Bundesbürger einer Umfrage zufolge mehrheitlich mit den Dienstleistungen von Behörden zufrieden.

Unterdurchschnittliche Bewertungen erhielten allerdings die Gesundheitsämter, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Auch unverständliches Behördendeutsch sorgte für Kritik.

Unterdurchschnittlich waren die Ergebnisse bei Kontakten mit den Gesundheitsämtern im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie mit 0,8.

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

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