Coronavirus: Erstmals über 15.000 Neuinfektionen in Tschechien

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch lange Zeit beschäftigen. Abstand halten und Maske tragen dürfte deshalb noch für eine ganze Weile an der Tagesordnung stehen. Örtlich kommt es derzeit auch wieder zu schärferen Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung.

Eine Frau, die einen Mund-Nasen-Schutz trägt, geht auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil an einem Aufkleber an einer Schaufensterscheibe mit der Aufschrift "Bitte beachten Sie die Maskenpflicht" vorbei.
Eine Frau, die einen Mund-Nasen-Schutz trägt, geht auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil an einem Aufkleber an einer Schaufensterscheibe mit der Aufschrift "Bitte beachten Sie die Maskenpflicht" vorbei.  © Arne Dedert/dpa

In Deutschland wurden mittlerweile 426.110 Infektionen bestätigt. 10.008 Corona-Patienten starben hierzulande an der Infektion oder den Folgen, während knapp 309.955 als genesen gelten (Stand 24. Oktober, 8 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 8,5 Millionen Infizierte und 223.987 Tote wurden bereits erfasst (Stand 24. Oktober, 8 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 42 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 1,14 Millionen Todesfälle (Stand 24. Oktober, 8 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 24. Oktober, 13.24 Uhr: Keine Postkarten, kein Wasserkocher: Kritik an Maßnahmen in Wales

Mit einem Verkaufsverbot für etliche Waren in Supermärkten hat die Regierung in Wales massive Kritik hervorgerufen. "Ich hätte nie gedacht, dass ich in einer Ära leben würde, in der Gänge im Supermarkt abgesperrt sind, weil man keinen Haartrockner, keine Babykleidung oder Kinderspielzeug kaufen darf, obwohl der Laden geöffnet ist", sagte der walisische Abgeordnete Andrew Davies am Samstag dem Sender Sky News.

Als Teil eines temporären Lockdowns dürfen Supermärkte nur noch "essenzielle Waren" verkaufen - selbst Geräte wie Wasserkocher oder Textilien wie Kissen und Bettlaken, aber auch Postkarten oder Geschirr sind in den Supermärkten mit Plastikfolien oder anderen Barrieren abgesperrt. Das stößt bei vielen Kunden auf Unverständnis. "Ich glaube es nicht. Wieso ist eine Mikrowelle nicht essenziell, wenn sie bei jemandem kaputt geht? Oder ein Wasserkocher?", schrieb eine Twitter-Nutzerin. Etliche ähnliche Beiträge kursierten in den sozialen Medien.

Update, 24. Oktober, 13.22 Uhr: 400 Künstler fordern bei Demo mehr Corona-Hilfen

Mehrere hundert Künstler haben wegen coronabedingter Existenzangst bei einer Kundgebung in München mehr Hilfen von der Politik verlangt. Unter dem Motto "Aufstehen für die Kultur" machten sie am Samstag ihrer Not bei der Demonstration auf dem Königsplatz im Herzen des Münchner Kunstareals Luft, dem Museumsviertel der Landeshauptstadt. Die Polizei zählte gut 400 Teilnehmer. Ähnliche Kundgebungen waren in Hamburg und Berlin geplant.

Unterstützt wurde die Münchner Demonstration unter anderem vom früheren Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin (SPD) und dem früheren bayerischen Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP).

Update, 24. Oktober, 13.19 Uhr: Drei Corona-Fälle bei Zweitligist Würzburger Kickers

Wegen positiver Corona-Tests muss Fußball-Zweitligist Würzburger Kickers im Spiel am Samstag beim Hamburger SV auf seinen Profi Douglas sowie die Co-Trainer Kurtulus Öztürk und Philipp Eckart verzichten. Das teilte der Club kurz vor dem Anpfiff der Partie in Hamburg mit. Alle drei zeigten keine Symptome und seien noch in der Nacht umgehend isoliert worden, hieß es weiter. Der Club wurde um 1 Uhr morgens über die Ergebnisse informiert.

Daraufhin seien am Vormittag Schnelltests bei Mannschaft, Trainerteam und Betreuerstab durchgeführt worden. Diese seien ebenso wie die turnusmäßigen Tests negativ ausgefallen. Auch die Ergebnisse der Schnelltests von Douglas sowie der beiden Co-Trainer seien negativ. Das Ergebnis von Profi Leroy Kwadwo lag noch nicht vor, er kam daher nicht in der Startformation zum Einsatz. Sein Laborergebnis sei negativ, erklärten die Kickers.

Update, 24. Oktober, 12.57 Uhr: Istanbuls Bürgermeister Imamoglu mit Coronavirus infiziert

Der Bürgermeister der türkischen Millionenmetropole Istanbul, Ekrem Imamoglu, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Politiker der wichtigsten türkischen Oppositionspartei CHP sagte am Samstag in einem auf Twitter geposteten Video, er befinde sich jedoch im Krankenhaus auf dem Weg der Besserung. 

Er sei häufig auf das Coronavirus getestet worden. Am Freitagabend sei er mit hohem Fieber ins Krankenhaus gegangen. "Jetzt geht es mir eigentlich gut. Mein Fieber ist nicht schlimm (...) So Gott will, werde ich wieder gesund werden", sagte der seit Mitte 2019 amtierende Bürgermeister.

Update, 24. Oktober, 12.45 Uhr: Spanien vor Rückkehr zum Alarmzustand

In Spanien zeichnet sich angesichts rasant steigender Corona-Zahlen eine Rückkehr zum Alarmzustand wie während der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr ab. Damit solle den Regionalregierungen eine gerichtsfeste rechtliche Basis für einschneidende Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gegeben werden, berichteten die Zeitungen El País und La Vanguardia am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise. Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte seine Landsleute am Vortag auf "sehr harte Monate" eingestimmt und zu mehr Disziplin bei der Eindämmung des Virus aufgerufen. Nur so könne ein drastischer Lockdown wie im Frühjahr noch vermieden werden.

Bereits 8 der 17 autonomen Regionen des Landes, die in etwa deutschen Bundesländern entsprechen, sowie Melilla, eine der beiden nordafrikanischen Exklaven Spaniens, hätten die Zentralregierung um die Ausrufung des Alarmzustands ersucht, berichteten die Zeitungen weiter. Die Regionen wollen vor allem Rechtssicherheit bei der Anordnung nächtlicher Ausgangssperren und anderer Eingriffe in persönliche Freiheitsrechte, um einen Lockdown wie im Frühjahr mit drastischen Ausgangbeschränkungen rund um die Uhr noch zu vermeiden.

Update, 24. Oktober, 12.32 Uhr: Erstmals über 15.000 Corona-Neuinfektionen in Tschechien

Tschechien hat zum ersten Mal die Grenze von mehr als 15.000 bestätigten Corona-Neuinfektionen pro Tag überschritten. Am Samstag meldeten die Gesundheitsbehörden in Prag mit 15.252 neuen Fällen binnen 24 Stunden den bisherigen Rekord-Zuwachs. Die Gesamtzahl der Infektionen seit dem Ausbruch der Pandemie im Frühjahr kletterte auf mehr als 238.000, wie Daten des Gesundheitsministeriums belegten. Insgesamt 1971 Infizierte sind in dem 10,7 Millionen Einwohner zählenden Nachbarland Deutschlands bereits gestorben.

Tschechien kämpft in Relation zur Einwohnerzahl mit der stärksten Zunahme an Corona-Neuinfektionen in der Europäischen Union. Deshalb gelten seit eineinhalb Wochen weitgehende Ausgangsbeschränkungen. Die meisten Geschäfte sind geschlossen. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Tschechien binnen 14 Tagen am Samstag bei 1210,8 - und damit deutlich höher als in allen anderen EU-Ländern.

Eine Krankenschwester entnimmt eine Probe an der Probenahmestelle im Karviná-Krankenhaus, wo mit den Corona-Tests der Bevölkerung begonnen wurde.
Eine Krankenschwester entnimmt eine Probe an der Probenahmestelle im Karviná-Krankenhaus, wo mit den Corona-Tests der Bevölkerung begonnen wurde.  © Vladimír Pryèek/CTK/dpa

Update, 24. Oktober, 12 Uhr: SPD-Kanzlerkandidat Scholz: Corona wird Thema der Bundestagswahl sein

Die Corona-Krise und ihre Auswirkungen werden nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Olaf Scholz auch die beherrschende Frage der Bundestagswahl im kommenden Jahr sein. "Wie geht es weiter nach Corona?", sagte der designierte Kanzlerkandidat der SPD am Samstag bei einem Landesparteitag der niedersächsischen Sozialdemokraten in Hannover. Die SPD werde sich dafür einsetzen, dass der Sozialstaat erhalten bleibt. Dank dem Sozialstaat sei Deutschland besser durch die Pandemie gekommen als andere Länder. Zugleich solle die starke Wirtschaft erhalten werden.

Der niedersächsische SPD-Vorsitzende und Ministerpräsident Stephan Weil sagte, die Erfahrungen mit Scholz als Arbeits- und Finanzminister zeigten: "Olaf Scholz hat das Zeug zum Bundeskanzler." Erstmals fand der Parteitag rein als Videokonferenz statt. In Hannover waren nur Präsidium, Redner und Techniker anwesend.

Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, hält eine Rede auf dem Online-Landesparteitag der SPD Niedersachsen.
Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, hält eine Rede auf dem Online-Landesparteitag der SPD Niedersachsen.  © Moritz Frankenberg/dpa

Update, 24. Oktober, 11.57 Uhr: Ausgangsbeschränkungen und Corona-Massentests in der Slowakei

In der Slowakei sind am Samstag landesweite Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten. Bis einschließlich 1. November dürfen die Bürger ihre Wohnungen nur für den Weg zur Arbeit sowie für Lebensmittelkäufe oder andere dringende Besorgungen verlassen. In vier besonders stark von Neuinfektionen betroffenen ländlichen Bezirken an der polnischen Grenze gelten noch strengere Bestimmungen. Dort dürfen Personen, die keinen negativen Corona-Test vorweisen können, außer ins Testlabor fast nirgendwohin gehen - auch nicht zur Arbeit.

In diesen Bezirken begann schon am Freitag unter der Regie des Verteidigungsministeriums die erste regional begrenzte Phase einer geplanten Massentestung fast der gesamten Bevölkerung. An den beiden darauffolgenden Wochenenden sollen dann im ganzen Land alle über zehn Jahre alten Bewohner auf das Coronavirus getestet werden.

Die Gesundheitsbehörden meldeten indes erneut einen Höchststand an Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden kamen 2890 Fälle hinzu, womit die Gesamtzahl der Infektionen in der 5,4 Millionen Einwohner zählenden Slowakei seit Ausbruch der Pandemie auf 40 801 stieg. Die Zahl der coronabedingten Toten stieg um 25 auf 159, wobei die Slowakei nur Verstorbene zählt, bei denen eine andere Todesursache ausgeschlossen wurde. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in der Slowakei binnen 14 Tagen am Samstag bei 385,3 - der EU-Spitzenwert dazu lag im Nachbarland Tschechien bei 1210,8.

Update, 24. Oktober, 11.40 Uhr: Tschechien bekommt 150 Beatmungsgeräte von EU-Partnern

Das von der Corona-Pandemie hart getroffene Tschechien bekommt Beatmungsgeräte aus einer gemeinsamen Reserve der Europäischen Union sowie aus den Niederlanden und Österreich. Damit werde einer Bitte Prags um 150 Geräte entsprochen, teilte EU-Krisenkommissar Janez Lenarcic am Samstag mit.

Die EU hatte nach dem Ausbruch der Pandemie gemeinsame Bestände an Schutzkleidung und medizinischem Gerät aufgebaut, die von Brüssel finanziert und in Deutschland und fünf anderen Ländern dezentral gelagert werden. Aus dieser Reserve kommen nach Angaben der Kommission 30 Beatmungsgeräte für Tschechien. Allein die Niederlande wollen 105 weitere an den EU-Partner liefern, Österreich stellt 15 bereit. Kommissionschefin Ursula von der Leyen dankte beiden Ländern am Samstag. "Wir halten zusammen", schrieb sie auf Twitter.

Tschechien hat gemessen an seiner Einwohnerzahl die höchsten Corona-Infektionszahlen in der EU.

Markus Söder (l, CSU), bayerischer Ministerpräsident, unterhält sich bei einem Besuch im Klinikum Nürnberg Süd vor der Intensivüberwachungspflege mit Ärzten, in einem Raum in dem Beatmungsgeräte (im Vordergrund) zum Einsatz bereit stehen.
Markus Söder (l, CSU), bayerischer Ministerpräsident, unterhält sich bei einem Besuch im Klinikum Nürnberg Süd vor der Intensivüberwachungspflege mit Ärzten, in einem Raum in dem Beatmungsgeräte (im Vordergrund) zum Einsatz bereit stehen.  © Daniel Karmann/dpa

Update, 24. Oktober, 11.39 Uhr: Staatssekretär Jäger mit Coronavirus infiziert - Treffen mit Spahn

Der Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium, Martin Jäger, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Jäger hatte sich am Montagmittag mit dem inzwischen ebenfalls mit dem Virus infizierten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) getroffen. Ein Sprecher Spahns sagte dazu am Samstag: "Ob und wie die jeweiligen Infektionen mit dem Treffen zusammenhängen, ist unklar."

Der Sprecher erklärte weiter: "Nachdem am Mittwoch alle Kontaktpersonen des Ministers informiert worden waren, hatte sich Staatssekretär Jäger direkt testen lassen und in die häusliche Quarantäne begeben." Bei Spahn hätten sich nach wie vor ausschließlich Erkältungssymptome entwickelt.

Titelfoto: Vladimír Pryèek/CTK/dpa

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