Coronavirus: Impfpflicht laut Göring-Eckardt wohl nicht vor Mitte März!

Deutschland/Welt - In Deutschland verschärft sich die Corona-Lage, die Fallzahlen steigen. Strengere Auflagen treffen nun vor allem Menschen, die noch nicht gegen das Covid-19-Virus geimpft sind.

In Sachsen wurde das 2G-Modell bereits eingeführt, ziehen auch bald andere Bundesländer nach?
In Sachsen wurde das 2G-Modell bereits eingeführt, ziehen auch bald andere Bundesländer nach?  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 441,9 (Vortag: 439,2).

Laut RKI sind seit Beginn der Pandemie mehr als 6,1 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Coronavirus in NRW: Inzidenz im Land unter 300er Grenze, Köln bleibt über 400
Coronavirus Coronavirus in NRW: Inzidenz im Land unter 300er Grenze, Köln bleibt über 400

Insgesamt 103.121 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit rund 5,12 Millionen an (alle Daten Stand 6. Dezember, 7 Uhr).

+++ Ältere Informationen zur Corona-Situation findet Ihr im TAG24-Coronavirus-Newsarchiv +++

Update, 6. Dezember, 14.52 Uhr: Neuer Bundeskanzler Österreichs will auf Ungeimpfte zugehen

Österreichs neuer Kanzler Karl Nehammer (49) hat einen Strategiewechsel im Umgang mit Ungeimpften und Impf-Skeptikern angedeutet.

Bei der Bekämpfung der Corona-Welle seien künftig Dialogbereitschaft und Respekt voreinander nötig, sagte Nehammer am Montag kurz nach seiner Vereidigung als neuer Regierungschef.

Es sei aus seiner Sicht dringend geboten, auf die Menschen zuzugehen, ihnen zuzuhören, ihre Sorgen und Ängste ernst zu nehmen und gleichzeitig auch Lösungen zu finden.

Karl Nehammer (49, ÖVP), Bundeskanzler von Österreich.
Karl Nehammer (49, ÖVP), Bundeskanzler von Österreich.  © Lisa Leutner/AP/dpa

Update, 6.Dezember, 13.15 Uhr: Erste Omikron-Fälle in Russland nachgewiesen

In Russland haben die Behörden die ersten beiden Fälle der neuartigen Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen.

Insgesamt seien zehn Rückkehrer aus Südafrika positiv getestet worden, teilte die nationale Behörde für Verbraucherschutz am Montag in Moskau der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Durch Genomsequenzierung seien bei zwei von ihnen Infektionen mit der Omikron-Variante festgestellt worden.

Präsident Wladimir Putin hatte die Regierung am Freitag angewiesen, eine Strategie zu entwickeln, um eine Ausbreitung der neuen Variante in Russland zu verhindern. Im flächenmäßig größten Land der Erde, das über fünf eigene Impfstoffe verfügt, ist vor allem die verhältnismäßig niedrige Impfquote ein Problem: Bislang sind erst knapp 44 Prozent der 146 Millionen Einwohner vollständig geimpft.

Viele Russen sind skeptisch gegenüber dem Präparat Sputnik V, das bislang weder von der EU-Arzneimittelbehörde noch der Weltgesundheitsorganisation zugelassen ist. Im Gegenzug sind in Russland keine westlichen Präparate erlaubt. Zuletzt wurden dort mehr als 32.100 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Im selben Zeitraum zählten die Behörden 1184 Corona-Todesfälle. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen deutlich höher liegen.

Update, 6. Dezember, 12 Uhr: Göring-Eckardt rechnet mit Impfpflicht nicht vor Mitte März

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt (55) rechnet mit einer allgemeinen Corona-Impfpflicht in Deutschland nicht vor Mitte März.

In der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv bezeichnete sie die zum 15. März geplante Teil-Impfpflicht in der Pflege und Medizin als "ersten Schritt". "Wenn das der erste Schritt ist, dann muss der zweite ja danach kommen, logischerweise." Sie hoffe aber, dass die allgemeine Pflicht nicht "deutlich später" folge.

Im Bundestag soll in dieser Woche die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht auf den Weg gebracht werden: Beschäftigte in Kliniken, Pflegeheimen, von Arztpraxen oder Rettungsdiensten sollen nach bisher bekannten Plänen bis 15. März 2022 Nachweise als vollständig Geimpfte oder Genesene bei der Leitung vorlegen müssen - oder Arzt-Bescheinigungen, dass man nicht geimpft werden kann.

Göring-Eckardt verteidigte den Zeitplan. "Mir wäre es lieber gewesen, das wäre schneller gegangen", sagte die Grünen-Politikerin. Sie verwies aber darauf, dass es für die bisher Ungeimpften möglich sein muss, sich bis zum Start der Pflicht eine Impfung zu holen und auch noch rechtzeitig den vollen Impfschutz zu erreichen. "Dafür braucht man halt diese Zeitspanne."

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt (55) rechnet mit einer allgemeinen Corona-Impfpflicht in Deutschland nicht vor Mitte März.
Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt (55) rechnet mit einer allgemeinen Corona-Impfpflicht in Deutschland nicht vor Mitte März.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 6. Dezember, 10.55 Uhr: Impfstoffentwicklerin fordert mehr Investitionen gegen künftige Viren

Die britische Impfstoffentwicklerin Sarah Gilbert hat weitere Investitionen in die Abwehr künftiger Pandemien angemahnt. Die wissenschaftlichen Fortschritte im Kampf gegen tödliche Viren dürften nicht aufgrund wirtschaftlicher Einbußen verloren gehen, zitierte die BBC am Montag die Wissenschaftlerin der Universität Oxford.

"Dies wird nicht das letzte Mal sein, dass ein Virus unsere Leben und Lebensgrundlagen bedroht", sagte Gilbert. "Die Wahrheit ist: Das nächste Virus könnte schlimmer sein. Es könnte ansteckender sein oder tödlicher oder beides." Gilberts Team hat gemeinsam mit dem Pharmakonzern Astrazeneca einen Corona-Impfstoff entwickelt.

"Wir können nicht zulassen, dass wir alles durchgemacht haben, was wir durchgemacht haben, und dann feststellen, dass die enormen wirtschaftlichen Verluste, die wir erlitten haben, bedeuten, dass es immer noch keine Finanzierung für die Vorbereitung auf eine Pandemie gibt", sagte Gilbert.

Update, 6. Dezember, 10.45 Uhr: Lauterbach: "Werden Kampf mit der Pandemie gewinnen"

Der künftige Bundesgesundheitsminister, Karl Lauterbach (58), hat sich optimistisch gezeigt, dass die Corona-Pandemie überwunden werden kann.

Sie werde länger dauern, als viele dächten, sagte der SPD-Politiker am Montag in Berlin, nachdem er vom designierten Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) als künftiger Gesundheitsminister vorgestellt wurde. "Wir werden das aber schaffen. Impfen wird die zentrale Rolle spielen, aber nicht nur (...) Wir werden den Kampf mit der Pandemie gewinnen", sagte der 58-jährige Nordrhein-Westfale.

Lauterbach kündigte an, darüber hinaus das Gesundheitssystem zu stärken und robuster zu machen. "Mit uns wird es keine Leistungskürzungen im Gesundheitswesen geben." Für weitere Pandemien werde man besser gerüstet sein.

Update, 6. Dezember, 10.35 Uhr: Fast 14 Millionen Menschen mit Corona-"Booster"

Bei den Corona-Impfungen haben inzwischen 13,9 Millionen Geimpfte eine zusätzliche Auffrischungsdosis bekommen.

Das entspricht 16,7 Prozent der Bevölkerung, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Montag hervorgeht. Insgesamt wurden am Wochenende rund 942.000 Impfungen vorgenommen, 738 000 am Samstag und 204.000 am Sonntag.

Den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben demnach nun mindestens 57,4 Millionen Menschen oder 69,0 Prozent der Bevölkerung. Mindestens eine erste Impfung haben 59,9 Millionen Menschen oder 72,0 Prozent aller Einwohner erhalten.

Update, 6. Dezember, 10.20 Uhr: Karl Lauterbach soll neuer Gesundheitsminister werden

Kurz vor der Verkündung der SPD-Ministerposten sind die ersten Namen bereits durchgesickert. Auch der Posten des Gesundheitsministers scheint dabei bereits vergeben zu sein.

Wie die SPD mitteilte, soll Karl Lauterbach (58) auf Jens Spahn (41, CDU) folgen!

Mehr Infos und welche Posten innerhalb der SPD vergeben werden erfahrt Ihr in unserem TAG24-Artikel "Karl Lauterbach soll neuer Gesundheitsminister werden".

Wie die SPD mitteilte, soll Karl Lauterbach (58) auf Jens Spahn (41, CDU) folgen!
Wie die SPD mitteilte, soll Karl Lauterbach (58) auf Jens Spahn (41, CDU) folgen!  © Michael Kappeler/dpa

Update, 6. Dezember, 8.30 Uhr: Erster Fall der Omikron-Variante in Thailand nachgewiesen

In Thailand ist der erste Fall der Omikron-Variante nachgewiesen worden.

Bei der infizierten Person handele es sich um einen amerikanischen Staatsbürger, der vor knapp einer Woche aus Spanien in das südostasiatische Urlaubsland eingereist sei, teilte das Gesundheitsministerium in Bangkok am Montag mit. Zwei Tests am 30. November und am 3. Dezember hätten ergeben, dass es sich mit 99-prozentiger Sicherheit um die Omikron-Virusvariante handele, so die Behörden.

Das Land hat seine Grenzen Anfang November wieder für Touristen aus Dutzenden Ländern geöffnet, darunter auch Deutschland. Die Angst vor einer Ausbreitung der neuen Variante ist deshalb groß. Thailand mit seinen Inseln, weißen Stränden, Tempeln und Dschungeln ist auf den wichtigen Tourismussektor angewiesen und hofft auf eine baldige Erholung der Branche.

Update, 6. Dezember, 7.05 Uhr: RKI registriert 27 836 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 441,9

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 441,9 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 439,2 gelegen, vor einer Woche bei 452,4 (Vormonat: 183,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 27.836 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.24 Uhr wiedergeben.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 81 Todesfälle verzeichnet. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.185.961 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 5,52 an (Donnerstag: mit 5,47). Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Montag mit 5.120.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 103.121.

Update, 6. Dezember, 6 Uhr: Umfrage: Mehrheit findet Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte richtig

Drei von vier Deutschen begrüßen einer Umfrage zufolge die jüngst beschlossenen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte in der Corona-Pandemie.

In der repräsentativen Befragung des Instituts Civey für die "Augsburger Allgemeine" (Montag) gaben 74 Prozent an, sie hielten die Kontaktbeschränkungen für richtig. 23 Prozent lehnten die Maßnahmen ab. 3 Prozent der Befragten zeigten sich unentschieden.

Bund und Länder hatten am 2. Dezember beschlossen, dass Treffen, an denen ein Ungeimpfter oder nicht Genesener beteiligt ist, auf den eigenen Haushalt und maximal zwei Personen eines anderen Haushalts beschränkt werden.

Hinter der neuen Regelung stehen laut Umfrage die Anhänger fast aller größeren deutschen Parteien. Nur die Wähler der AfD sprechen sich mit 77 Prozent mehrheitlich gegen die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte aus. Am größten ist die Zustimmung für die Maßnahme bei denen, die den Grünen (90 Prozent), der SPD (89 Prozent) und der Union (87 Prozent) nahestehen.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: