Coronavirus: Impfstoff könnte bereits im Herbst verfügbar sein

Deutschland/Welt - Nachdem die Infektionszahlen in Zusammenhang mit einer Erkrankung am neuartigen Coronavirus lange Zeit rückläufig waren, steigen sie nun wieder schneller an. Schutzmaßnahmen wurden deshalb in der jüngsten Vergangenheit nur verhalten gelockert. Nun steht eine erneute Verschärfung im Raum.

Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.
Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.  © Clara Margais/dpa

Zumindest Abstand halten und Maske tragen wird wohl deshalb noch für einige Zeit auf der Tagesordnung stehen.

In Deutschland wurden mittlerweile 219.342 Infektionen bestätigt. 9208 Corona-Patienten starben an der Infektion, 198.347 gelten mittlerweile als genesen (Stand 11. August, 22 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 5,12 Millionen Infizierte und 164.137 Tote wurden bereits erfasst (Stand 11. August, 22 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 20,16 Millionen bestätigte Infektionen und 738.266 Todesfälle (Stand 11. August, 22 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 12. August, 17.45 Uhr: Bundesagentur im ersten Halbjahr mit zehn Milliarden Euro Defizit

Wegen der hohen Zahlungen für Kurzarbeitergeld, mehr Arbeitslosengeld und die entsprechenden Sozialleistungen in der Corona-Krise hat die Bundesagentur für Arbeit in den ersten sechs Monaten 2020 ein Defizit von über zehn Milliarden Euro angehäuft. Einen entsprechenden Bericht von FAZ.net bestätigte die Bundesagentur am Mittwoch.

Allein für Kurzarbeitergeld inklusive Sozialleistungen musste die Agentur 7,85 Milliarden Euro aufwenden. Eingestellt im Haushalt waren für das ganze Jahr 550 Millionen Euro. Die Zahlen gehen aus dem Bericht zur Finanzsituation der Arbeitslosenversicherung hervor, die dem Verwaltungsrat der Bundesagentur vorgelegt werden.

Update, 12. August, 17.40 Uhr: Kieler Minister Buchholz: Verbot von Tagesausflügen unverhältnismäßig

Schleswig-Holstein will keine Einlassbeschränkungen für Tagestouristen einführen, wie sie im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern gelten. "Das wäre völlig unverhältnismäßig", sagte Tourismusminister Bernd Buchholz (58, FDP) am Mittwoch im ARD-"Mittagsmagazin". 

Buchholz warnte Besucher aber vor Unvernunft: "Wir brauchen die Abstandsregelungen weiter". Die Corona-Zahlen stiegen wieder. Deshalb müsse man auch im Tourismus aufpassen, dass nicht zu viele Menschen eng zusammenkommen. Man müsse nicht unbedingt an heißen Wochenenden in die Hotspots reisen.

Update, 12. August, 17.35 Uhr: Zehntausende warten nach Corona-Test in Bayern auf Ergebnis

Zehntausende Reiserückkehrer warten nach Corona-Tests in Bayern noch auf das Ergebnis, darunter auch 900 nachweislich positiv getestete. Etwa 44.000 Befunde seien noch nicht übermittelt worden, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (44, CSU) am Mittwoch in München. 

Die positiv Getesteten sollten bis Donnerstagmittag ihre Ergebnisse bekommen. Der Zeitverzug ärgere sie "massiv", sagte Huml, sie bedauere das sehr. Es gebe eine "Übermittlungsproblematik", "da gibt es nichts schönzureden". An den Stationen seien Menschen aus ganz Deutschland getestet worden. Angaben, wie lange die Menschen bereits warten, konnte Huml nicht machen.

Melanie Huml (44, CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege in Bayern, nimmt an einer Pressekonferenz zur aktuellen Entwicklung an den Corona-Teststationen für Reiserückkehrer teil.
Melanie Huml (44, CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege in Bayern, nimmt an einer Pressekonferenz zur aktuellen Entwicklung an den Corona-Teststationen für Reiserückkehrer teil.  © dpa/Peter Kneffel

Update, 12. August, 17.30 Uhr: RKI: Impfstoff könnte bereits im Herbst 2020 verfügbar sein

Das Robert Koch-Institut (RKI) hält die Verfügbarkeit eines Impfstoffs gegen das Coronavirus noch in diesem Jahr für möglich. "Vorläufige Prognosen lassen die Verfügbarkeit eines Impfstoffs (ggf. mehrerer) bis Herbst 2020 möglich erscheinen", heißt es in einem Positionspapier, das am Mittwochnachmittag im Internet veröffentlicht wurde. 

Es sei in jedem Fall unerlässlich, unverzüglich eine bundesweite Impfkampagne für den Zeitpunkt vorzubereiten, zu dem ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht. Gleichzeitig warnt das RKI vor überhöhten Hoffnungen: "Auch wäre es gefährlich zum jetzigen Zeitpunkt darauf zu vertrauen, dass mit einer Impfung ab dem Herbst 2020 die Pandemie beherrschbar wird, da Unwägbarkeiten wie Mutationen oder nur kurze Immunitätszeiten den Nutzen von Impfungen relativieren könnten", heißt es.

Brasilien: Ein Freiwilliger lässt sich im Institut für Infektiologie Emilio Ribas mit einem Corona-Impfstoff impfen.
Brasilien: Ein Freiwilliger lässt sich im Institut für Infektiologie Emilio Ribas mit einem Corona-Impfstoff impfen.  © dpa/Andre Lucas

Update, 12. August, 17.20 Uhr: Auch Ersatzkassen mit Halbjahres-Finanzplus

Unter den gesetzlichen Krankenkassen deutet sich für das erste Halbjahr angesichts der Corona-Krise eine finanzielle Entspannung an. Wie die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) mit ihren mehr als 26 Millionen Versicherten verbuchten auch die Ersatzkassen mit rund 28 Millionen Versicherten ein Plus. 

Bis Ende Juni erzielten sie einen Überschuss von 908 Millionen Euro, wie der Verband der Ersatzkassen (vdek) auf Anfrage am Mittwoch mitteilte. Dabei hätten als Sondereffekte im zweiten Quartal massive Leistungs- und damit Ausgabenrückgänge in Folge der Corona-Pandemie zu Buche geschlagen. 

Besonders stark gingen die Ausgaben zwischen April und Ende Juni bei den Ersatzkassen für Leistungen bei Zahnärzten, Heilmitteln und bei Vorsorge und Reha zurück. Für das zweite Halbjahr werden aber wieder steigende Leistungsausgaben erwartet.

Update, 12. August, 17.15 Uhr: Positiver Corona-Test bei Kind in Graal-Müritz möglicherweise falsch

Die Schließung einer Schule in Graal-Müritz (Landkreis Rostock) nach einem Corona-Verdachtsfall am vergangenen Freitag war möglicherweise unnötig. Es bestehe der begründete Verdacht eines fehlerhaften Covid-19-Tests bei dem Schulkind, teilte der Landkreis am Mittwoch mit. 

Allerdings seien die Ermittlungen dazu noch nicht abgeschlossen. So müsse geklärt werden, ob es einen Zusammenhang mit einem zweiten, tatsächlich positiven Test bei einer anderen Person in Graal-Müritz gebe. Diese sei in der gleichen Praxis abgestrichen worden wie das Schulkind.

Das rechtsmedizinische Institut der Universitätsmedizin Rostock habe das Probenmaterial des Schulkindes sowie einen neuen Abstrichtest bei dem Kind untersucht, hieß es. «"Die Rechtsmediziner stellten fest, dass die Originalprobe des Schulkindes verunreinigt ist", führte das Landratsamt weiter aus. Bei dem zweiten, tatsächlich Corona-positiven Fall sei der Infektionsweg dem Gesundheitsamt bekannt. Bei dem Schulkind gebe es dagegen keine Hinweise auf einen Infektionsweg.

Das Gesundheitsamt plant den Angaben zufolge parallel eine nach dem Schema des Robert Koch-Instituts notwendige zweite Covid-Testreihe für die Kontaktpersonen des Schulkindes. Falle diese durchweg negativ aus, könnte die Schule am kommenden Montag wieder geöffnet werden.

Update, 12. August, 17.05 Uhr: Schweiz erlaubt Großveranstaltungen unter Auflagen ab Oktober

Die Schweiz will Großveranstaltungen ab Oktober unter Auflagen wieder erlauben. Das seit Ende Februar geltende coronabedingte Verbot von Events mit mehr als 1000 Teilnehmern, etwa im Sport und in der Kultur, wird davor noch bis Ende September verlängert. 

Das gab der Bundesrat am Mittwoch bekannt. Danach sollen die Kantone (entsprechend etwa Bundesländern in Deutschland) über die Bewilligung von Veranstaltungen entscheiden. Die Regeln dafür wollen Bund und Kantone in den kommenden Wochen erarbeiten. So sollen neben Infektionszahlen auch die Kapazitäten zur Kontaktnachverfolgung eine Rolle spielen.

Update, 12. August, 16.55 Uhr: Besucher-Ampel lenkt Gäste in St. Peter-Ording

Eine Besucher-Ampel soll künftig die Gäste in St. Peter-Ording lenken. An sechs Hotspots in dem beliebten Nordsee-Urlaubsziel sei Sensortechnik installiert worden, um die Zahl der Menschen zu erfassen, sagte Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff am Mittwoch. Das soll helfen, Menschen-Ansammlungen während der Corona-Epidemie zu vermeiden.

Es seien zum Teil Frequenzmesser aufgestellt worden, mit denen man die Bewegung der Menschen erfassen kann. An anderen Stellen machen Kameras im Minutentakt Fotos, auf denen eine Software automatisiert und anonymisiert die Zahl der Menschen zählt. "Die Bilder werden nicht gespeichert, sondern nach der Datenerfassung sofort gelöscht."

Die Daten werden ausgewertet und erscheinen als "Ampel" auf der Internetseite von St. Peter-Ording (Schleswig-Holstein). Dabei wird für die Hotspots angezeigt, ob sie wenig, mäßig oder stark besucht sind.

"Wir haben das System zehn Tage getestet. Es wurde am Dienstag offiziell freigeschaltet", sagte Höfinghoff. St. Peter-Ording ist laut Höfinghoff "die erste touristische Destination in Deutschland, die Sensortechnik einsetzt und damit eine digitale Besucherlenkung ermöglicht". 

Strandkörbe stehen bei blauem Himmel am Nordseestrand.
Strandkörbe stehen bei blauem Himmel am Nordseestrand.  © dpa/Carsten Rehder

Update, 12. August, 16.45 Uhr: Straßenrad-Weltmeisterschaften in der Schweiz abgesagt

Wegen der Coronavirus-Pandemie sind nun auch die Straßenrad-Weltmeisterschaften im schweizerischen Aigle und Martigny abgesagt worden. Das teilten der Radsport-Weltverband UCI und der Schweizer Radsportverband am Mittwoch mit. 

Die Entscheidung sei unmittelbar nach der Ankündigung des Schweizer Bundesrates getroffen worden, die Obergrenze mit 1000 Besucherinnen und Besucher bei Großveranstaltungen bis Ende September aufrechtzuerhalten.

"Aigle-Martigny 2020 wäre der Höhepunkt des Schweizer Radsportjahres gewesen. Aber die epidemiologische Situation lässt den Verantwortlichen keine Wahl", heißt es in der Mitteilung von Swiss Cycling. Nach Angaben der UCI sollen die Titelkämpfe nun an einem anderen Ort stattfinden. Die Entscheidung darüber soll bis zum 1. September fallen. 

Update, 12. August, 16.30 Uhr: Hitzlsperger: Mit weniger als 10.000 Zuschauern kein Profit

Der VfB Stuttgart spielt für die mögliche Rückkehr der Fans ins Stadion verschiedene Szenarien durch. Er habe zunächst von notwendigen 15 .000 Zuschauern gesprochen, damit sich die Rückkehr rechne, sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger am Mittwoch. 

"Ich muss mich da korrigieren, die ist ein bisschen niedriger", sagte der frühere VfB-Profi: "Wenn wir weniger als 10.000 ins Stadion lassen, wird es schwierig, dass wir überhaupt noch Profit machen."

Der VfB habe bei den zuständigen Behörden für sein Konzept für die Rückkehr der Fans grünes Licht bekommen. "Ich kann nur sagen, dass es in der Gesamtheit so angenommen wurde und für gut befunden wurde", sagte der 38-Jährige: "Ich habe ein bisschen die Sorge, dass es in der Schublade liegen bleibt".

Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich darauf verständigt, dass eine Öffnung der Stadien für Zuschauer bis zum 31. Oktober angesichts der momentanen Corona-Situation nicht zu befürworten sei.
Pro Heimspiel ohne Zuschauer verliere der VfB einen "siebenstelligen Betrag", sagte Hitzlsperger.

Update, 12. August, 16.20 Uhr: Brasilianischer Club darf mit vier Corona-positiven Spielern antreten

Der brasilianische Fußball-Erstligist Atlético Goianiense hat die Erlaubnis erlangt, vier positiv auf das Coronavirus getestete Spieler aufzustellen. Der Club aus der zentralbrasilianischen Stadt Goiania verwies nach einem Bericht des Portals "Globoesporte" vor der Partie gegen Flamengo Rio de Janeiro mit den ehemaligen Bundesliga-Profis Diego und Rafinha am Mittwochabend (Ortszeit) darauf, dass die Spieler in der Endphase der Ansteckung seien und schon alle Quarantäne-Maßnahmen erfüllt hätten. 

Deshalb würde keine Gefahr der Übertragung der Krankheit mehr bestehen. Der Brasilianische Fußballverband CBF mit Sitz in Rio folgte dem Argument von Atlético GO. Man würde sich auf eine Regel der Weltgesundheitsorganisation WHO stützen.