Coronavirus: Infektion trotz Antikörper? Südafrikanische Virusvariante beunruhigt Forscher

Deutschland/Welt - Das Coronavirus dürfte Deutschland auch noch in den nächsten Monaten in Atem halten. Auf ausreichend Abstand zueinander achten und Maske tragen sind da noch die geringeren Hürden.

Eine Joggerin läuft an einem Graffiti mit der Aufschrift "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön") vorbei.
Eine Joggerin läuft an einem Graffiti mit der Aufschrift "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön") vorbei.  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie insgesamt 2.131.846 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. 1.814.092 davon sollen inzwischen wieder genesen sein.

Hierzulande starben bereits insgesamt 51.729 Menschen mit oder an dem Virus.

Die USA haben nach wie vor weltweit die meisten Fälle registriert: Über 24,82 Millionen Infizierte und 414.117 Tote wurden bereits erfasst.

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 98,27 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 2.109.474 Todesfälle (alle Angaben Stand 23. Januar, 14.25 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 24. Januar, 5 Uhr: Italiens Corona-Zahlen sinken - Erleichterungen in der Lombardei

Nach etwas sinkenden Corona-Zahlen treten in einigen Teilen Italiens Erleichterungen bei den Covid-Beschränkungen in Kraft. Die wirtschaftsstarke Lombardei mit ihren rund zehn Millionen Einwohnern ist seit Sonntag keine Rote Zone mit strengen Ausgangsverboten mehr, sondern wurde eine Risiko-Stufe herabgesetzt - auf orange.

Viele Läden dürfen dort wieder öffnen. Den Erlass dazu hatte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Samstag in Rom unterschrieben. Sizilien im Süden und die Autonome Provinz Bozen im Norden bleiben rote Hochrisiko-Gebiete.

Am Samstag verzeichneten die Behörden in dem Land mit 60 Millionen Einwohnern gut 13 000 Neuinfektionen in 24 Stunden mit dem Coronavirus. 488 Menschen starben im Zusammenhang mit Corona.

Nach etwas sinkenden Corona-Zahlen treten in einigen Teilen Italiens Erleichterungen bei den Covid-Beschränkungen in Kraft.
Nach etwas sinkenden Corona-Zahlen treten in einigen Teilen Italiens Erleichterungen bei den Covid-Beschränkungen in Kraft.  © Andrea Rosa/AP/dpa

Update, 24. Januar, 4.30 Uhr: Südafrikanische Virusvariante könnte zu erneuten Infektionen führen

Die südafrikanische Coronavirus-Variante 501Y.V2 könnte sich womöglich stärker ausbreiten als die in Deutschland bisher hauptsächlich verbreitete Sars-CoV-2-Variante. Zudem könnten Antikörper-Therapien und Impfstoffe deutlich an Wirksamkeit gegen diesen Erregertyp einbüßen.

Von diesen Ergebnissen berichten Wissenschaftler in zwei Fachartikeln, die vor der Veröffentlichung noch nicht durch unabhängige Fachkollegen begutachtet wurden. Die Forscher schreiben weiter, dass die Mutationen auch dazu führen könnten, dass sich Covid-19-Genesene mit der neuen Variante ein zweites Mal anstecken.

Die Coronavirus-Variante 501Y.V2 - auch als B.1.351 bekannt - wurde in Südafrika zuerst entdeckt und ist mittlerweile in zahlreichen Ländern, auch in Deutschland, nachgewiesen. Sie zeichnet sich unter anderem durch mehrere Mutationen aus, die das sogenannte Spike-Protein des Virus verändern. Dieses Eiweiß nutzt das Virus, um sich an die Körperzellen anzuheften und schließlich in sie einzudringen.

Die südafrikanische Coronavirus-Variante 501Y.V2 könnte sich womöglich stärker ausbreiten als die in Deutschland bisher hauptsächlich verbreitete Sars-CoV-2-Variante.
Die südafrikanische Coronavirus-Variante 501Y.V2 könnte sich womöglich stärker ausbreiten als die in Deutschland bisher hauptsächlich verbreitete Sars-CoV-2-Variante.  © Peter Mindek/Nanographics/apa/dpa

Update, 24. Januar, 4 Uhr: Clubs rechnen nach Corona mit längerer Anlaufphase

Die Berliner Clubs rechnen bei einem Neustart nach der Corona-Krise mit einer längeren Anlaufphase. "Wir sind die Ersten, die geschlossen wurden, und wir sind die Letzten, die wieder öffnen dürfen", sagte Club-Betreiberin Pamela Schobeß ("Gretchen"), die auch für die Szene spricht, der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir wissen überhaupt nicht, wann es weitergeht und wie es weitergeht." Ohne die Hilfen von Bund und Ländern, die bis Juni gesichert sind, ginge es überhaupt nicht, sagte die Vorsitzende des Dachverbands Clubcommission. Was ihr wichtig ist: Wenn es irgendwann wieder eine Anlaufphase gibt, braucht es weiter Hilfe. "Es kann nicht von Null auf Hundert gehen."

Konzerte brauchten Vorlauf, so Schobeß. Die Touristen werden demnach erst nach und nach wiederkommen. Und: "Sehr viele Leute werden weniger Geld fürs Ausgehen haben." Laut Schobeß werden die Auftritte von DJs und Musikern von diesem März bereits auf den März 2022 verschoben. Und bis das Nachtleben wieder wie vor der Krise ist, könnte es bis Ende 2022 dauern. Die Clubs in Deutschland sind seit März 2020 mehr oder weniger in der Zwangspause.

Update, 24. Januar, 0.30 Uhr: Spahn warnt vor Schuldzuweisungen in Corona-Pandemie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) hat vor Schuldzuweisungen bei der Aufarbeitung der Corona-Pandemie gewarnt.

"Wir sollten aufpassen, dass 2021 nicht das Jahr der Schuldzuweisung wird. Über Fehler und Versäumnisse reden ist wichtig. Aber ohne dass es unerbittlich wird. Ohne dass es nur noch darum geht, Schuld auf andere abzuladen, sagte Spahn der Bild am Sonntag.

Für die hohen Infektionsraten und Todeszahlen in der zweiten Welle der Pandemie tragen nach Spahns Worten Politik und Bürger gemeinsam Verantwortung. "Wir hatten alle zusammen das trügerische Gefühl, dass wir das Virus gut im Griff hätten. Die Wucht, mit der Corona zurückkommen könnte, ahnten wir, wollten es aber in großer Mehrheit so nicht wahrhaben."

Er räumte ein, dass die Bundesregierung und die Länder zu zögerlich bei der Pandemie-Bekämpfung waren: "Wir haben dem Virus zu viel Raum gelassen. Wir hätten schon im Oktober bei geringeren Infektionen härtere Maßnahmen ergreifen müssen."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) hat vor Schuldzuweisungen bei der Aufarbeitung der Corona-Pandemie gewarnt.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) hat vor Schuldzuweisungen bei der Aufarbeitung der Corona-Pandemie gewarnt.  © Michael Kappeler/dpa POOL/dpa

Update, 23. Januar, 20.20 Uhr: Online-Preisverleihung zum Abschluss des MOP-Filmfestivals

In Saarbrücken hat am Abend die Preisverleihung des diesjährigen Filmfestivals Max Ophüls Preis (MOP) begonnen. Wegen der Corona-Pandemie findet sie - wie alle Filme und Gespräche zur 42. MOP-Ausgabe - zum ersten Mal komplett online statt.

Die Abschlussveranstaltung wird kostenlos auf der Streaming-Plattform und dem Youtube-Kanal des MOP übertragen. Bis zum späten Abend sollen insgesamt 16 Preise in einer Gesamthöhe von 118 500 Euro verliehen werden. Das MOP gilt als wichtigstes Festival für den jungen deutschsprachigen Film.

Update, 23. Januar, 20.12 Uhr: Schärfere Corona-Kontrollen ab Sonntag am Frankfurter Flughafen

Die Bundespolizei am größten deutschen Flughafen Frankfurt intensiviert ab Sonntag die Kontrollen bei Flügen aus 32 Hochrisikogebieten der Corona-Pandemie. Dabei werden auch die erforderlichen Einreisevoraussetzungen konsequent überprüft, teilte die Bundespolizeidirektion am Samstagabend in Frankfurt mit.

Kontrolliert werden sollen vor allem die Einreiseanmeldungen und der Nachweis über einen aktuellen, negativen Corona-Test. Auch am Flughafen München mobilisiert die Bundespolizei nach Informationen des "Spiegels" deutlich mehr Beamte, um alle landenden Passagiere überprüfen zu können.

Die Überprüfungen finden nach Angaben der Bundespolizei in Frankfurt noch vor der eigentlichen Grenzkontrolle statt - und zwar direkt an den Flugzeugen. Am Sonntag sollen davon voraussichtlich 17 Flüge aus fünf Ländern betroffen sein.

Mitarbeiter der Fluggesellschaft ANA stehen im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens vor den leeren Abflugschaltern. Die Corona-Krise hat den Frankfurter Flughafen auf das Passagier-Niveau von 1984 zurückgeworfen.
Mitarbeiter der Fluggesellschaft ANA stehen im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens vor den leeren Abflugschaltern. Die Corona-Krise hat den Frankfurter Flughafen auf das Passagier-Niveau von 1984 zurückgeworfen.  © Arne Dedert/dpa

Update, 23. Januar, 19.54 Uhr: Andrang bei Demo gegen Corona-Maßnahmen - Polizei weist Teilnehmer ab

Wenige Tage vor dem geplanten Inkrafttreten einer neuen Corona-Verordnung haben in Erfurt rund 1000 Menschen gegen die Anti-Corona-Regeln demonstriert.

Nach Angaben einer Sprecherin der Polizei wurde am Samstag die nach der geltenden Verordnung maximal mögliche Teilnehmerzahl von 1000 erreicht. Weitere Teilnehmer seien von der Polizei zurückgewiesen worden. Angemeldet waren 500 Teilnehmer. Laut Polizei gab es vereinzelt Verstöße gegen die Auflagen für die Versammlung - etwa gegen die Pflicht, eine Maske zu tragen. Thüringen ist derzeit das Land mit den bundesweit meisten Infektionen.

Teilnehmer Kundgebung "Thüringen steht zusammen" gegen die Corona-Maßnahmen stehen auf dem Domplatz in Erfurt. Initiativen aus ganz Thüringen haben sich am Samstag für die Kundgebung zusammen getan.
Teilnehmer Kundgebung "Thüringen steht zusammen" gegen die Corona-Maßnahmen stehen auf dem Domplatz in Erfurt. Initiativen aus ganz Thüringen haben sich am Samstag für die Kundgebung zusammen getan.  © Bodo Schackow/dpa

Update, 23. Januar, 17.17 Uhr: Spahn: Im Februar mindestens drei Millionen Impfdosen von Astrazeneca

Trotz verringerter Lieferzusage des Impfstoffherstellers Astrazeneca an die EU rechnet Gesundheitsminister Jens Spahn für Deutschland "im Februar mit mindestens drei Millionen Impfdosen".

Das sei "leider weniger, als erwartet war", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Er traf die Aussage unter der Voraussetzung, dass der Impfstoff von Astrazeneca wie erwartet Ende Januar in der EU zugelassen wird. Es zeige sich einmal mehr, dass die Produktion von Impfstoffen deutlich komplexer sei, als manche Überschrift vermuten lasse, sagte er.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verspricht weiterhin, dass im Sommer alle Deutschen geimpft werden können.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verspricht weiterhin, dass im Sommer alle Deutschen geimpft werden können.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 23. Januar, 16.45 Uhr: Laschet: Es wird bis Sommer keine langfristige Corona-Strategie geben

Der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet hält ein langfristiges Öffnungskonzept für die Zeit nach dem Corona-Lockdown für unrealistisch.

"Es wird keine Strategie bis zum Sommer geben können, weil immer neue Fakten hinzukommen, auf die wir reagieren müssen", sagte Laschet am Samstag in Stuttgart. Die neuen Virusvarianten aus Großbritannien und Südafrika könnten nochmal weiter mutieren. "Wir wissen nicht, welche Arten wir in den nächsten Wochen und Monaten noch erleben. Deshalb ist Auf-Sicht-fahren das einzig Richtige", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident.

Selbstverständlich sei es wichtig, Grundrechtseingriffe zurückzunehmen, wenn die Infektionszahlen sinken. "Nur zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Öffnungsdiskussion falsch. Die Bedrohungslage ist noch zu groß." Es müsse unbedingt vermieden werden, dass sich eine Mutation in Deutschland ausbreite.

Update, 23. Januar, 16.24 Uhr: Berliner Klinik stoppt Aufnahmen wegen Corona-Mutation

Das Berliner Vivantes Humboldt-Klinikum nimmt nach mehreren Infektionen mit der gefährlichen britischen Coronavirus-Variante keine Patienten mehr auf.

Routinescreenings in der Station für Innere Medizin und Kardiologie ergaben positive Nachweise bei bislang 14 Personen, wie die Klinik im Stadtteil Reinickendorf am Samstag bestätigte. Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar und womöglich auch tödlicher als die bislang vorherrschende.

Titelfoto: Peter Mindek/Nanographics/apa/dpa

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