Coronavirus: Spahn und Maas nehmen Grenzen ins Visier! Stärkere Kontrollen und Tests?

Deutschland/Welt - Das Coronavirus dürfte Deutschland auch noch in den nächsten Monaten in Atem halten. Auf ausreichend Abstand zueinander achten und Maske tragen sind da noch die geringeren Hürden.

Eine Joggerin läuft an einem Graffiti mit der Aufschrift "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön") vorbei.
Eine Joggerin läuft an einem Graffiti mit der Aufschrift "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön") vorbei.  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie insgesamt 2.100.618 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. 1.778.319 davon sollen inzwischen wieder genesen sein.

Hierzulande starben bereits insgesamt 50.017 Menschen mit oder an dem Virus.

Die USA haben nach wie vor weltweit die meisten Fälle registriert: Über 24,4 Millionen Infizierte und 406.147 Tote wurden bereits erfasst.

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 96,9 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 2.076.091 Todesfälle (alle Angaben Stand 21. Januar, 11.10 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 21. Januar, 11.59 Uhr: Corona-Fall aus dem Schwarzwald laut Immunologe eine Seltenheit

Bei einem zweimal infizierten und gestorbenen Coronakranken im Schwarzwald handelt es sich nach Überzeugung von Experten um einen sehr seltenen Fall. "Das ist ein Ausnahmefall, nach dem ich keine Alarmglocken läuten lassen würde", sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, am Donnerstag der dpa.

Reinfektionen seien zwar selten. Sie zeigten aber auch, dass Infizierte bei einer ersten Erkrankung nicht in allen Fällen eine ausreichende Immunität aufbauten und anfällig sein könnten für eine weitere Ansteckung, sagte der Immunologe vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund. Abhängig sei das auch von der Schwere des Verlaufs der ersten Infektion.

Weltweit sind bislang nur einige Dutzend Fälle von Reinfektionen bekannt.

Update, 21. Januar, 11.20 Uhr: Minister: Start der Kreuzfahrten nach Corona abstimmen

Nach dem Ende der Corona-Beschränkungen soll das Kreuzfahrtgeschäft in den deutschen Häfen koordiniert wieder anlaufen. Darauf verständigten sich die zuständigen Minister und Senatoren der fünf norddeutschen Bundesländer.

So sollten Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden, sagte der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (59, FDP) nach einer Videokonferenz der Ressortchefs am Mittwochabend.

Das bedeute nicht, dass die Politik in den Wettbewerb eingreife und sage, welches Schiff in welchen Hafen gehen soll. Die norddeutschen Bundesländer wollten aber versuchen, dieselben Hygienevoraussetzungen als Standard zu definieren. Und: "Wenn es irgendwie geht, wollen wir Öffnungszeiten, ab wann was wieder losgehen kann, vorher miteinander so abstimmen, dass es jedenfalls kein Rennen gibt."

Update, 21. Januar, 11.16 Uhr: Spahn fordert Corona-Tests für Grenzpendler, kommen stärkere Grenzkontrollen?

Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) hat verbindliche Corona-Tests für Pendler in deutschen Grenzregionen mit hohen Infektionszahlen gefordert.

Man sehe in vielen Grenzregionen, dass das Infektionsgeschehen oft auf beiden Seiten hoch sei und es sich immer wieder gegenseitig wie in Tschechien "hochschaukeln" würde, sagte Spahn am Donnerstag im SWR. "Darüber sind wir auch in Gesprächen mit der tschechischen Regierung, dass entweder in Tschechien oder in Deutschland oder abgestimmt im Wechsel mehrfach die Woche Tests bei den Grenzpendlern stattfinden."

Die Tests müssten nicht "per se an der Grenze" direkt sein.

Kanzleramtschef Helge Braun (48, CDU) und Außenminister Heiko Maas (54, SPD) schlossen im weiteren Kampf gegen die Ausbreitung der britischen Coronavirus-Mutation in Europa strengere Grenzkontrollen nicht aus.

Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU, l.) und Außenminister Heiko Maas (54, SPD, r.). (Bildmontage)
Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU, l.) und Außenminister Heiko Maas (54, SPD, r.). (Bildmontage)  © Fabrizio Bensch/Reuters/Pool/dpa , Fabrizio Bensch/Reuters/Pool/dpa

Uodate, 21. Januar, 10.51 Uhr: Impfungen müssen wohl stetig angepasst werden

Das Studien-Ergebnis einer Untersuchung von Coronavirus-Mutationen aus Südafrika macht deutlich, dass der aktuelle Impfstoff wohl auch stetig weiterentwickelt werden muss, um wirksam zu bleiben.

Zu diesem Schluss kommt der Impfstoff-Forscher der Uniklinik Leipzig, Dr. Torben Schiffner nach der Auswertung.

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Der aktuelle Corona-Impfstoff könnte gegen einige Mutationen womöglich nicht wirken. (Symbolbild)
Der aktuelle Corona-Impfstoff könnte gegen einige Mutationen womöglich nicht wirken. (Symbolbild)  © instaphotos/123RF

Update, 21. Januar, 10.30 Uhr: Malta setzt sich für einheitliches Impf-Zertifikat in der EU ein

Im Vorfeld des Corona-Gipfels mit Kanzlerin Angela Merkel und ihren EU-Kollegen macht sich Maltas Regierungschef Robert Abela für einen einheitlichen EU-Impfpass stark. "Die Zeit ist reif für die EU, ein interoperables Impf-Zertifikat zu entwickeln", heißt es in einem Brief des Sozialdemokraten an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Vor allem mit Blick auf grenzüberschreitendes Reisen seien derlei Ausweise ein wichtiges Instrument. Zuerst hatte das Magazin "Politico" über das Schreiben vom Dienstag berichtet, das der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel vorliegt.

Die EU-Staats- und Regierungschefs suchen an diesem Donnerstag (18 Uhr) bei einem Videogipfel erneut nach einer gemeinsamen Linie in der Corona-Krise. Dabei soll es auch um einen einheitlichen Impfpass und damit verbundene Vorteile etwa beim Reisen gehen. Dafür hatten sich zuletzt Urlaubsländer wie Griechenland und Spanien ausgesprochen.

Update, 21. Januar, 10 Uhr: Schweden verlängert Ausschankverbot - Lockerungen für Gymnasien

Die Schweden dürfen in der Corona-Krise zwar weiter ins Restaurant gehen, in Lokalen am späteren Abend aber weiter keinen Alkohol trinken. Das Ausschankverbot für alkoholische Getränke nach 20 Uhr wird um zwei Wochen bis zum 7. Februar verlängert, wie Regierungschef Stefan Löfven am Donnerstagmorgen auf einer Pressekonferenz in Stockholm sagte.

Schwedische Gymnasien, denen bislang der Distanzunterricht ans Herz gelegt worden ist, dürfen zudem ab Montag bestimmten Unterricht teils wieder vor Ort in der Schule geben. Er solle eine Kombination aus Fern- und Präsenzunterricht darstellen, sagte Ausbildungsministerin Anna Ekström. Voraussetzung ist, dass die Infektionslage in der jeweiligen Region dies zulässt.

Die Empfehlung zum Arbeiten im Homeoffice wird ebenso verlängert wie diejenige zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Stoßzeiten im öffentlichen Nahverkehr.

Update, 21. Januar, 9 Uhr: USA mit zweithöchstem Tageswert bei Corona-Toten

In den USA hat die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Toten den zweithöchsten Stand seit Beginn der Pandemie erreicht. Am Mittwoch lag die Zahl mit 4231 Toten nur knapp unter dem am 12. Januar verzeichneten Höchstwert von 4462, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Donnerstagmorgen (MEZ) hervorging.

Die Anzahl der registrierten Neuinfektionen war am selben Tag mit 178.255 vergleichsweise niedrig. Der bisherige Tagesrekord wurde am 2. Januar mit 298.031 neuen Fällen registriert.

Update, 21. Januar, 7.42 Uhr: Studie: Corona-Krise reißt Löcher in die Kassen der Kommunen

Viele größere Städte und Gemeinden in Deutschland werden einer Umfrage zufolge noch lange mit den finanziellen Folgen der Corona-Krise zu kämpfen haben. Laut "Kommunenstudie 2020/21" des Beratungsunternehmens EY rechnen sie mit sinkenden Einnahmen und steigenden Schulden - und nicht wenige wollen mit höheren Steuern und Gebühren darauf reagieren.

Nur ein knappes Drittel beispielsweise geht davon aus, in diesem Jahr wieder im selben Umfang Gewerbesteuern einnehmen zu können wie vor der Corona-Krise. Fast zwei Drittel der befragten Städte und Gemeinden wollen Steuern und Abgaben erhöhen.

Dass die Kommunen finanziell bisher weitgehend unbeschadet durch die Krise gekommen seien, liege an umfassenden Hilfen von Bund und Ländern, heißt es in der Studie, die auf einer Umfrage unter 300 deutschen Kommunen mit mindestens 20.000 Einwohnern im November beruht.

Update, 21. Januar, 6.39 Uhr: Müller: Corona verschärft Problem der Kinderarbeit

Entwicklungsminister Gerd Müller geht davon aus, dass die Corona-Pandemie das Problem der Kinderarbeit drastisch verschärfen wird.

"Die Corona-Krise ist eine Katastrophe für viele Kinder", sagte der CSU-Politiker anlässlich des Starts des von den Vereinten Nationen ausgerufenen internationalen Jahres gegen Kinderarbeit am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit könnten 320 Millionen Kinder nicht zur Schule.

Nach Schätzungen der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) werden laut Müller 24 Millionen Kinder nach Corona nicht in die Schulen zurückkehren, weil sie dann für das Überleben ihrer Familien arbeiten müssten. Schon vor der Pandemie habe die Zahl der unter ausbeuterischen und gefährlichen Bedingungen arbeitenden Kinder bei mehr als 70 Millionen gelegen.

"Das ist moderne Sklaverei", sagte Müller. Er forderte erneut, das sogenannte Lieferkettengesetz zügig auf den Weg zu bringen, um Kinderarbeit zu stoppen und Menschenrechtsstandards für deutsche Produkte sicherzustellen.

Update, 21. Januar, 6.17 Uhr: Deutlicher Rückgang bei den Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland zuletzt deutlich gesunken. So gab das Robert Koch-Institut (RKI) die sogenannte 7-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 119,0 an - das ist der niedrigste Wert seit dem 1. November.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche, war in den vergangenen zehn Tagen kontinuierlich gesunken. Ihren bisherigen Höchstwert hatte sie kurz vor Weihnachten (22.12.) mit 197,6 erreicht.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch groß: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 225,0 und Brandenburg mit 203,3. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 76,6.

Pulsnitz: Intensivpflegerinnen sind in Schutzkleidungen auf der Covid-19-Intensivstation in der VAMED Klinik Schloss Pulsnitz mit der Versorgung von Corona-Patienten beschäftigt.
Pulsnitz: Intensivpflegerinnen sind in Schutzkleidungen auf der Covid-19-Intensivstation in der VAMED Klinik Schloss Pulsnitz mit der Versorgung von Corona-Patienten beschäftigt.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 21. Januar, 6.10 Uhr: Antikörper-Therapien gegen Corona: Noch kein Zulassungsprozess in EU

In den USA bereits zugelassene Antikörper-Therapien gegen Covid-19 lassen in der EU weiter auf sich warten. Bislang läuft für keines der Mittel ein Zulassungsprozess bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA, wie aus Angaben auf der Behörden-Webseite hervorgeht.

In den USA haben zwei solcher Therapien seit November eine Notfall-Zulassung. Sie basieren auf sogenannten monoklonalen Antikörper, die im Labor hergestellt werden und das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen.

Die Mittel der Firmen Regeneron und Eli Lilly dürfen in den USA zur Behandlung von Patienten ab zwölf Jahren eingesetzt werden, bei denen das Risiko besteht, dass sie schwere Covid-19-Symptome entwickeln. Am stärksten profitieren Regeneron zufolge Probanden, deren Immunsystem noch keine eigenen Antikörper gegen das Virus gebildet hat.

Titelfoto: Fabrizio Bensch/Reuters/Pool/dpa , Fabrizio Bensch/Reuters/Pool/dpa

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