Coronavirus: Lauterbach vorerst gegen Lockerungen von Corona-Auflagen

Deutschland/Welt - In Deutschland verschärft sich die Corona-Lage, die Fallzahlen steigen. Strengere Auflagen treffen jetzt sogar Menschen, die noch nicht gegen das Covid-19-Virus geboostert sind.

Bundesweit gilt in vielen gesellschaftlichen Bereichen mindestens die 2G-Regel, oft sogar 2G plus.
Bundesweit gilt in vielen gesellschaftlichen Bereichen mindestens die 2G-Regel, oft sogar 2G plus.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt bundesweit laut Robert-Koch-Institut bei 1073 (Vortag: 1017,4).

Laut RKI sind seit Beginn der Pandemie rund 9 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Insgesamt 117.484 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 7,5 Millionen an (alle Daten Stand 28. Januar, 5 Uhr).

Virologin: Regelmäßige Corona-Impfungen werden kommen
Coronavirus Virologin: Regelmäßige Corona-Impfungen werden kommen

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Update, 28. Januar, 15.42 Uhr: Regierung sieht Spanien bei der aktuellen Corona-Welle über den Berg

Spanien hat den Höhepunkt der derzeitigen vor allem von der Omikron-Variante ausgelösten Corona-Welle nach Einschätzung der Regierung überschritten.

"Alles deutet darauf hin, dass die Kurve der Infektionen sinkt", sagte Gesundheitsministerin Carolina Darias am Freitag. "Der Rückgang der Zahlen verfestigt sich von Tag zu Tag", fügte die Ministerin hinzu, mahnte aber zugleich zu weiterer Vorsicht.

Update, 28. Januar, 15.41 Uhr: Corona-Impfungen in Apotheken ab 8. Februar

Apotheken können vom 8. Februar an bundesweit Corona-Impfungen anbieten. Damit soll das Impfangebot vereinfacht und verbreitert werden.

Mehr Informationen findet Ihr hier: Corona-Impfungen in Apotheken bald möglich: An diesem Tag geht es los!

Impfen gegen Corona wird bald noch entspannter.
Impfen gegen Corona wird bald noch entspannter.  © Moritz Frankenberg/dpa

Update, 28. Januar, 14.35 Uhr: Frankreich verschiebt Abiturprüfungen wegen Corona-Welle

Frankreich verschiebt die Abiturprüfungen angesichts der massiven Corona-Welle von Mitte März auf Mitte Mai.

Die aktuell hohe Zahl von Corona-Infektionen mache die Organisation der Prüfungen schwierig, außerdem gebe es viele Krankheitsfälle, begründete das Bildungsministerium in Paris die Entscheidung am Freitag.

Alle sollten die gleichen Chancen und genügend Zeit für eine vernünftige Vorbereitung haben, hieß es. Verschoben werden die schriftlichen Prüfungen, Erleichterungen gibt es bei der Auswahl der Fragen und die Überprüfung des Sprachniveaus wird gestrichen.

Update, 28. Januar, 12.44 Uhr: Innenminister warnen vor Teilnahme an nicht-angemeldeten Demos

Mit großer Sorge blicken die Innenminister von Bund und Ländern auf aktuelle Entwicklungen in der Corona-Protest-Szene.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius sieht hier unter anderem die AfD als einen Faktor, der zur Radikalisierung beiträgt. "Sie ist ganz eindeutig eine Gefahr für diese Demokratie", sagte der SPD-Politiker am Freitag bei einem Innenministertreffen in Stuttgart.

Die Partei versuche, Kapital aus der Corona-Krise zu schlagen, "indem ihre Ortsverbände diese organisierten nicht-angemeldeten Versammlungen auf den Weg bringen, teilweise sind es örtliche Abgeordnete, die das tun", kritisierte Pistorius.

In Niedersachsen seien die Teilnehmerzahlen bei Corona-Protesten zwar geringer als in manchen anderen Bundesländern, allerdings sei eine "Zunahme von verbaler Aggression und Übergriffen" festzustellen.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte mit Blick auf das Protestgeschehen: "Es ist in der Tat so, dass es zunimmt, und was auch zunimmt, sind die rechtsextremistischen Lagen vor Ort."

Unter den Protestierenden seien Verschwörungstheoretiker, aber auch Menschen, die gegen eine Impfpflicht seien, "und das ist ja auch ihr gutes Recht".

Allerdings sei zu beobachten, dass Rechtsextremisten den Unmut immer stärker für ihre Zwecke missbrauchten.

Strikt verurteilten die Innenminister Kundgebungen vor den Häusern von Ministerinnen oder Kommunalpolitikern.

Auf der Tagesordnung ihres Treffens in Stuttgart stand auch die Frage nach einer Strategie gegen Aufrufe zu Mord und Gewalt, die über Telegram verbreitet werden. Faeser sagte, sie sehe bei Google und Apple Bereitschaft, gegen Gewaltaufrufe in Telegram-Gruppen vorzugehen.

Update, 28. Januar, 12.41 Uhr: Meldestelle: 91 Mal Antisemitismus auf Corona-Demos seit November

Seit Beginn der Debatte über die Corona-Impfpflicht mehren sich nach Erkenntnissen der Meldestelle Rias antisemitische Äußerungen von Gegnern der Pandemiemaßnahmen.

Allein zwischen dem 20. November und dem 8. Januar seien bundesweit 91 Corona-Demonstrationen mit judenfeindlichen Inhalten registriert worden, berichtete der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) am Freitag in Berlin.

Dabei geht es unter anderem um die Verwendung gelber Sterne mit dem Hinweis "ungeimpft".

"Die mit dieser Art von Vergleichen einhergehende Selbstinszenierung als Opfer verharmlost die Schoah und den Nationalsozialismus", schreibt Rias. Sie gehe auch mit Aggressionen gegen Jüdinnen und Juden einher.

Bei den registrierten antijüdischen Äußerungen wurden nach Angaben der Meldestelle in 81 Fällen antisemitische Bezugnahmen auf den Nationalsozialismus gemeldet.

In zehn Fällen ging es um antisemitische Verschwörungsmythen oder ähnliches.

Die Meldungen kamen aus 14 Bundesländern. Es sei zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, hieß es.

Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen ziehen durch das Zentrum von Halle/Saale.
Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen ziehen durch das Zentrum von Halle/Saale.  © Hendrik Schmidt/dpa

Update, 28. Januar, 12.34 Uhr: Pflegerat warnt wegen Impfpflicht vor Personalengpässen

Die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, warnt vor Versorgungsengpässen in der Pflege durch die bevorstehende Impfpflicht für Medizin- und Pflegepersonal.

"Es gibt so wenig Personal, dass wir uns nicht erlauben können, dass auch nur eine Einzige oder ein Einziger kündigt", sagte Vogler dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

"Wenn ungeimpfte Pflegekräfte Tätigkeitsverbote bekommen, wird die Versorgungslage immer prekärer."

Der Umgang mit den Pflegekräften in der Pandemie habe nicht dazu beigetragen, dass man sich wertgeschätzt fühle, stellte Vogler fest.

"Wir haben von Beginn an Menschen mit Corona gepflegt, egal ob Masken fehlten oder Schutzkittel, auch bevor es eine Impfung gab. Nun werden Pflegende in politischen Debatten dafür verantwortlich gemacht, dass sich das Virus verbreitet".

Die neue Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Claudia Moll, warnte ebenfalls, "die Pflegekräfte könnten das Gefühl bekommen, sie seien die Sündenböcke der Nation".

Update, 28. Januar, 12.10 Uhr: Corona-Impfquote von 80 Prozent bis Ende Januar kaum zu schaffen

Das Ziel der Bundesregierung, dass bis Ende Januar 80 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal gegen Corona geimpft sind, droht zu scheitern.

Bundesweit wurden am Donnerstag mindestens 466.000 Impfdosen verabreicht, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag hervorgeht.

Aber nur gut 40.000 davon gingen an Menschen, die bisher noch nicht geimpft waren. Bei 85.000 handelte es sich um Impfungen, die zum vollen Grundschutz führten, bei 344 000 um Auffrischungsimpfungen.

Damit haben bisher nur 75,7 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten.

73,8 Prozent verfügen laut RKI über einen vollständigen Grundschutz, 52,2 Prozent haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Nicht geimpft sind der Statistik zufolge 24,3 Prozent, insgesamt 20,2 Millionen Menschen.

Darunter sind aber auch vier Millionen Kinder im Alter bis zu vier Jahren, für die bisher noch kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht.

Update, 28. Januar, 12.05 Uhr: Lauterbach vorerst gegen Lockerungen von Corona-Auflagen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich gegen Lockerungen von Corona-Auflagen in der aktuellen Lage gewandt.

Er bleibe bei dem "konservativen Kurs", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Der Zenit der Omikron-Welle sei noch nicht überschritten.

Wenn beispielsweise ein Gericht eine Regel kassiere oder ein Land sich mit Öffnungen profiliere, müsse er damit leben. Lauterbach betonte aber: "Ich begrüße die Lockerungen nicht."

Auch wenn Nachbarländer wie Dänemark gerade anders vorgehen, sei das dort so. "Aber das sind nicht wir."

Der Minister verwies zugleich auf Vereinbarungen von Bund und Ländern, Öffnungen in Aussicht zu stellen, wenn die Welle gebrochen sei.

Dies bedeute, dass es eine "Lockerungsperspektive" für die zweite Februarhälfte oder Anfang März geben könne.

Mit Blick darauf sei Deutschland gerade "einigermaßen gut auf dem Weg unterwegs".

Zur Situation an Schulen sagte Lauterbach: "Je besser wir die Welle in der Gänze begrenzen, desto schneller und besser kommen wir auch für die Kinder durch."

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 28. Januar, 12.01 Uhr: IPC-Präsident Parsons positiv getestet: Kein Besuch bei Olympia

Präsident Andrew Parsons vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und wird nicht zu den Olympischen Winterspielen in Peking reisen können.

"Ich bin sehr enttäuscht, dass ich nicht bei Olympia dabei sein kann, da ich gerade positiv auf Covid-19 getestet wurde", schrieb der Brasilianer bei Facebook: "Während der Isolation werde ich mich darauf konzentrieren, mich zu erholen und die Paralympics vorzubereiten und dabei olympische Wettkampfe im Fernsehen verfolgen."

Die Olympischen Spiele beginnen am kommenden Freitag, die Paralympics genau einen Monat später am 4. März.

Update, 28. Januar, 12 Uhr: Intensivmediziner: Sehen "Omikron-Effekt" auf Intensivstationen

Angesichts der rasant in die Höhe schießenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen beobachtet der Intensivmediziner Christian Karagiannidis mittlerweile auf den Intensivstationen einen deutlichen "Omikron-Effekt".

Zwar sei die Hospitalisierungsrate derzeit noch "akzeptabel", dennoch zeigten sich die hohen Inzidenzen nun vermehrt auch in den Krankenhäusern, sagte der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters am Freitag in Berlin.

Seit etwa sieben bis zehn Tagen zeige sich eine "Seitwärtsbewegung bei den Neuaufnahmen, hin zu einem Trend, dass es jetzt wieder leicht hochgeht".

Karagiannidis sagte, die wichtigsten Fragen, die sich stellten, seien nun die nach der Krankheitslast mit der Omikron-Variante, nach der Hauptdiagnose, die den Patienten oder die Patientin ins Krankenhaus führe und "wie viele von denen haben auch wirklich ein respiratorisches Problem, also eine Pneumonie?"

Der Experte verwies auf die sogenannte syndromische Überwachung des Robert Koch-Instituts (RKI), durch die man wisse, wie viele Patientinnen und Patienten mit Atemwegserkrankungen man habe.

Der Anteil der Beatmeten sei extrem hoch. Derzeit liege der Anteil derer, die nicht beatmet werden müssten, bei 20 Prozent, erklärte Karagiannidis.

Der Intensivmediziner warnte zudem: "Wir sollten nicht vergessen, dass Covid keine reine Lungenerkrankung ist, sondern eine Systemerkrankung, die insbesondere auch die Gefäße betrifft."

Man müsse in der nächsten Zeit sehr genau auf den Anteil derer achten, die keine Atemunterstützung brauchten. Karagiannidis mahnte, auf den kommenden Winter müsse man sich bestmöglich vorbereiten.

Ärzte und Pflegekräfte betreuen einen Patienten bei einer Lungenspiegelung in einem der Behandlungszimmer auf der Intensivstation in der Universitätsmedizin Rostock.
Ärzte und Pflegekräfte betreuen einen Patienten bei einer Lungenspiegelung in einem der Behandlungszimmer auf der Intensivstation in der Universitätsmedizin Rostock.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 28. Januar, 11.53 Uhr: Trotz Rekordzahlen: Angst vor Corona geht zurück

Trotz der rasant steigenden Infektionszahlen ist einer Umfrage zufolge die Angst vor dem Coronavirus in Deutschland deutlich zurückgegangen.

Nach dem am Freitag veröffentlichen ZDF-Politbarometer halten zwar 70 Prozent der Befragten "Corona und die Folgen" weiter für das wichtigste Problem, allerdings sehen jetzt nur noch 42 Prozent ihre Gesundheit durch das Virus gefährdet.

Vor zwei Wochen waren es noch 53 Prozent.

Inzwischen wird aus Sicht vieler Experten immer klarer, dass eine Infektion mit der hochansteckenden Omikron-Variante in vielen Fällen einen eher milden Krankheitsverlauf auslöst.

Spürbar gestiegen ist die Zufriedenheit mit den aktuell geltenden Corona-Maßnahmen, laut Politbarometer von 44 auf 49 Prozent.

Nur noch 25 Prozent der Befragten meinen, die Maßnahmen müssten härter ausfallen (minus 5), während 23 Prozent (plus 1) sie für übertrieben halten.

Optimistisch sieht eine klare Mehrheit die Lage in den Krankenhäusern: 74 Prozent glauben, dass die Krankenhäuser die erwarteten, stark steigenden Infektionszahlen der Omikron-Welle bewältigen können (nicht bewältigen: 23 Prozent).

Ein Ende der Pandemie ist nach Überzeugung der meisten Bürger nicht in Sicht.

Gut ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) glaubt, die Corona-Pandemie werde nach der Omikron-Welle hierzulande im Großen und Ganzen überwunden sein, 75 Prozent gehen davon aus, dass es auch nach Omikron weitere Wellen mit neuen Virusvarianten und hohen Fallzahlen geben wird.

Titelfoto: Wolfgang Kumm/dpa

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