Coronavirus: Lindner: Wir brauchen eine Art Corona-Index

Deutschland/Welt - In Deutschland steigt die Corona-Inzidenz wieder an. Gleichzeitig ist die Impfwilligkeit der Menschen ins Stocken geraten. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In Deutschland hat die Gastronomie mittlerweile wieder geöffnet.
In Deutschland hat die Gastronomie mittlerweile wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,78 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

91.666 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.654.500 an.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 17,5 (Vortag: 16,9).

Corona in Baden-Württemberg: Zahl der Ansteckungen pro Tag nimmt weiter zu
Coronavirus Corona in Baden-Württemberg: Zahl der Ansteckungen pro Tag nimmt weiter zu

Weltweit gibt es mehr als 197,82 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 4,2 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 1. Juli, 7.20 Uhr).

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Update, 1. August, 7.16 Uhr: Lindner: Wir brauchen eine Art Corona-Index

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner (42) fordert, in der Corona-Pandemie den Inzidenzwert als einziges Kriterium für staatliche Schutzmaßnahmen aufzugeben.

"Wir brauchen eine Art Corona-Index: Er sollte sich aus Inzidenz, aber insbesondere aus der Quote der Hospitalisierung ergeben", sagte er der Welt am Sonntag.

"Wenn es so ist, dass nun überwiegend Jüngere mit einem geringeren Krankheitsrisiko Überträger sind, dann reduziert sich die Gefahr der Überlastung des Gesundheitssystems. Folglich können und müssen Maßnahmen zurückgenommen werden."

Christian Lindner (42), Parteivorsitzender der FDP.
Christian Lindner (42), Parteivorsitzender der FDP.  © Christophe Gateau/dpa

Update, 1. August, 5.55 Uhr: Geschke verlässt Quarantäne-Hotel - "Ende der nutzlosesten Reise"

Der positiv auf Corona getestete Radsportler Simon Geschke (35) hat bei den Olympischen Spielen in Tokio das Quarantäne-Hotel endlich verlassen dürfen.

"Ende der nutzlosesten Reise meiner Karriere, super aufgeregt aus der Quarantäne zu kommen und nach Hause zu fliegen", schrieb der 35-Jährige auf Twitter.

Am Flughafen wartete auf Geschke aber offenbar die nächste unliebsame Überraschung. "Und gerade wenn du denkst, dass es besser wird … kommst du am Flughafen an und es wird kein Bier verkauft", scherzte Geschke, der nun sechs Wochen unterwegs war.

Update, 1. August, 4.38 Uhr: 18 neue Corona-Fälle bei Olympischen Spielen in Tokio

Im Umfeld der Olympischen Spiele in Tokio sind 18 neue Corona-Fälle registriert worden. Das vermeldeten die Organisatoren am Sonntag.

Der Höchstwert war am Freitag mit 27 Neuinfektionen erreicht worden. Ein Athlet aus dem olympischen Dorf ist betroffen.

Update, 1. August, 4.32 Uhr: Inzidenz steigt weiter - 2097 Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter kontinuierlich an.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Sonntagmorgen lag sie bei 17,5 - am Vortag hatte der Wert 16,9 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9 betragen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2097 Corona-Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1548 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden ein Todesfall verzeichnet.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.771.262 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.654.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.659.

Update, 1. August, 1.11 Uhr: Minister Müller: Deutschland sollte mehr Corona-Impfstoff abgeben

Entwicklungsminister Gerd Müller (65) ruft dazu auf, mehr Corona-Impfstoff an Entwicklungsländer abzugeben.

"Die Abgabe von überschüssigen Impfdosen ist der schnellste Weg, die weltweite Impfkampagne voranzubringen", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag, Print Montag).

Müller erinnerte an die Zusage der Bundesregierung, ärmeren Ländern bis Ende des Jahres mindestens 30 Millionen Impfstoffdosen zu geben.

"Diese Menge sollten wir schrittweise weiter aufstocken, weil inzwischen in Deutschland ausreichend Impfstoff verfügbar ist", sagte er.

Gerd Müller (65, CSU), Entwicklungsminister.
Gerd Müller (65, CSU), Entwicklungsminister.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 1. August, 0.50 Uhr: Nur jeder vierte Ungeimpfte will sich noch impfen lassen

Nur etwa jeder vierte Ungeimpfte will sich nach einer Umfrage noch gegen Corona impfen lassen.

In einer repräsentativen Befragung des Instituts Insa für die Bild am Sonntag gaben 27 Prozent derer, die bislang kein Impfangebot angenommen haben, an, sich eine Impfung vorstellen zu können.

Aber 54 Prozent erklärten, sich grundsätzlich nicht impfen lassen zu wollen. 19 Prozent zeigten sich unentschlossen.

Als Hauptgrund nannten 67 Prozent der Impfverweigerer mangelndes Vertrauen in die Impfstoffe.

Update, 1. August, 0 Uhr: Einreise-Testpflicht gestartet

Seit Mitternacht gilt bei der Einreise nach Deutschland eine Testpflicht.

Damit soll eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zum Ende der Sommerferien verhindert werden.

Alle Menschen ab zwölf Jahren müssen bei der Einreise nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist - mit dem Nachweis einer Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis.

Eine solche Vorgabe gab es bisher schon für alle Flugpassagiere. Jetzt gilt sie für alle Verkehrsmittel, also auch bei Einreisen per Auto oder Bahn.

Bei einer Corona-Einreisekontrolle der Bundespolizei an der deutsch-niederländischen Grenze steht ein Polizeiwagen mit Blaulicht vor dem Grenzschild. Für Rückkehrer aus dem Sommerurlaub greifen ab Sonntag strengere Testpflichten zum Schutz vor einer Corona-Ausbreitung.
Bei einer Corona-Einreisekontrolle der Bundespolizei an der deutsch-niederländischen Grenze steht ein Polizeiwagen mit Blaulicht vor dem Grenzschild. Für Rückkehrer aus dem Sommerurlaub greifen ab Sonntag strengere Testpflichten zum Schutz vor einer Corona-Ausbreitung.  © Guido Kirchner/dpa

Update, 31. Juli, 21.10 Uhr: Kretschmanns Appell zum Ferienstart: impfen, impfen, impfen!

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat zum Ferienstart in seinem Bundesland noch einmal eindringlich dazu aufgerufen, sich impfen zu lassen.

Er warnte Ungeimpfte vor den Folgen. Um eine neue Infektionswelle im Herbst zu verhindern, gebe es nur eine Lösung: "Lassen Sie sich jetzt impfen - und nicht irgendwann!", sagte der Regierungschef in einer Fernsehansprache im SWR am Samstagabend.

Für ungeimpfte Menschen könne die Teilnahme am öffentlichen Leben dort eingeschränkt werden, wo es notwendig sei, warnte der Regierungschef.

"Bedenken Sie auch: So manches wird unbequem für Sie werden, wenn Sie sich nicht impfen lassen." Sollten die Infektionszahlen im Herbst wieder deutlich steigen, würden Aktivitäten wie der Besuch im Gasthaus oder im Kino Nicht-Geimpften allenfalls noch mit Test erlaubt sein.

"Außerdem müssen Sie damit rechnen, dass Sie die Tests aus eigener Tasche bezahlen müssen, wenn Sie unser Impfangebot nicht wahrnehmen."

Update, 31. Juli, 18.23 Uhr: Scholz: Kostenpflicht für Corona-Tests rechtzeitig ankündigen

Eine mögliche Kostenpflicht für Corona-Tests sollte nach Ansicht von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz frühzeitig angekündigt werden.

"Ich bin dafür, dass wir da durchaus großzügig sind, also den Zeitraum rechtzeitig und lange vorher festlegen, aber dass man weiß, das kommt", sagte der Bundesfinanzminister bei einer Wahlkampfveranstaltung am Samstag in Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern.

Er sprach sich erneut dafür aus, dass der Staat ab einem bestimmten Zeitpunkt die Tests für diejenigen, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen können, nicht mehr zahlt.

Das gelte nicht etwa für Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können und auch nicht für junge Menschen, für die die Impfung derzeit nicht empfohlen wird.

"Aber für alle anderen muss dann irgendwann in ein paar Wochen gelten, dass sie die Tests dann selber bezahlen müssen", sagte er.

Update, 31. Juli, 17.42 Uhr: 5000 Menschen demonstrieren in der Schweiz gegen Corona-Maßnahmen

In der Schweiz haben am Samstag mehrere tausend Menschen gegen die Einschränkungen in der Corona-Pandemie und gegen die Impfkampagne demonstriert.

Laut Polizei versammelten sich in Luzern rund 5000 Demonstranten. Ein Beamter sei im Laufe der Kundgebung angegriffen und verletzt worden, hieß es.

Zwei Personen seien vorübergehend festgenommen worden. Die Demonstranten kritisierten, dass die Corona-Politik die Freiheit unnötig und viel zu stark einschränke. "Freiheit ist systemrelevant", lautete eines der Transparente.

Schweiz, Luzern: Demonstranten versammeln sich zu einer Kundgebung des sogenannten "Aktionsbündnis der Urkantone" gegen die Corona-Maßnahmen des Bundes.
Schweiz, Luzern: Demonstranten versammeln sich zu einer Kundgebung des sogenannten "Aktionsbündnis der Urkantone" gegen die Corona-Maßnahmen des Bundes.  © Urs Flueeler/KEYSTONE/dpa

Update, 31. Juli, 17.13 Uhr: Wieder Großdemonstrationen gegen Corona-Regeln in Frankreich

Erneut hat es in Frankreich Massenproteste gegen eine Verschärfung der Corona-Regeln gegeben.

Es ist bereits das dritte Wochenende in Folge, dass viele Menschen gegen eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal und eine Ausweitung der Corona-Nachweispflicht protestieren.

Die Behörden rechneten für Samstagnachmittag mit etwa 160.000 Demonstrierenden im ganzen Land, wie französische Medien mit Verweis auf Polizeikreise berichteten. Auch am vergangenen Samstag waren so viele Menschen auf die Straßen gegangen.

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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