Coronavirus: Mehr als 3000 neue Corona-Fälle in Tschechien

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch lange Zeit beschäftigen. Abstand halten und Maske tragen dürfte deshalb noch für eine ganze Weile an der Tagesordnung stehen. Örtlich kommt es derzeit auch wieder zu schärferen Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung.

Ein selbst gebasteltes Abbild eines Coronavirus wird hochgehalten.
Ein selbst gebasteltes Abbild eines Coronavirus wird hochgehalten.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

In Deutschland wurden mittlerweile 269.048 Infektionen bestätigt. 9376 Corona-Patienten starben hierzulande an der Infektion, während 238.700 weitere als genesen gelten (Stand 18. September, 6 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 6,67 Millionen Infizierte und 197.363 Tote wurden bereits erfasst (Stand 18. September, 6 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 30 Millionen bestätigte Infektionen und 944.887 Todesfälle (Stand 18. September, 6 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 18. September, 10.13 Uhr: EU-Minister wollen Wirtschaft gegen neue Corona-Welle rüsten

Die EU will die europäische Wirtschaft für eine mögliche zweite Corona-Welle wappnen. Es gelte zu vermeiden, "dass infolge der wieder ansteigenden Infektionszahlen die wirtschaftlichen Aufschwungstendenzen in Europa beeinträchtigt und gefährdet werden", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Freitag in Berlin vor informellen Video-Beratungen der EU-Minister für Industrie und Binnenmarkt. Das sei eine große Verantwortung.

Dazu wollten die Minister über die Erfahrungen aus «der großen ersten Welle der Pandemie im Frühjahr» diskutieren, kündigte der CDU-Politiker an. Es gelte, "Schäden und Fehler" wie in der ersten Jahreshälfte zu vermeiden. "Die Pandemie ist wieder zurück in den meisten unserer Länder", sagte Altmaier. Zunehmend würden Regionen und Hauptstädte als Risikogebiete eingestuft, das gilt auch für den EU-Sitz Brüssel. Auch in Deutschland seien die Infektionszahlen gestiegen, sie hätten sich im Vergleich zum Tiefstand im Juli versechsfacht, sagte der Minister.

Altmaier sagte, bei der Konferenz gehe es zudem darum, wie Klimaschutz mit wirtschaftlichem Wachstum und gesunder wirtschaftlicher Entwicklung in Einklang gebracht werden könne. Der ambitionierte "Green Deal" und die Klimaziele der EU-Kommission, den Ausstoß der Treibhausgase drastisch zu senken, könnten nur erreicht werden, wenn Klimaschutz, Wirtschaft und Industrie im Einvernehmen arbeiteten, betonte er. Auch wettbewerbsrechtliche Fragen wie Protektionismus sollen bei der Videokonferenz zur Sprache kommen. Er hoffe zu einzelnen Fragen auf konkrete Schlussfolgerungen, sagte Altmaier.

Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, spricht während der 176. Sitzung des Bundestags zu den Abgeordneten.
Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, spricht während der 176. Sitzung des Bundestags zu den Abgeordneten.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 18. September, 10.09 Uhr: Milliardenspritze für Krankenhäuser beschlossen

Die knapp 2000 Kliniken in Deutschland erhalten über die Corona-Krise hinaus eine Milliarden-Spritze für Investitionen. Der Bundestag beschloss am Freitag mit den Stimmen der Koalition und der FDP einen entsprechenden Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). 

Der Bund stellt drei Milliarden Euro bereit. Krankenhäuser sollen investieren, damit sie Notfallpatienten besser versorgen können. Sie sollen die Digitalisierung voranbringen und ihre IT-Sicherheit verbessern können. Die Länder sollen weitere Investitionsmittel von 1,3 Milliarden Euro aufbringen. Linke und Grüne enthielten sich. Die AfD stimmte gegen den Gesetzentwurf.

Update, 18. September, 10.06 Uhr: Wieder Lockdown in Großbritannien geplant

Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage in Großbritannien könnte dem ganzen Land laut einem Medienbericht im Oktober wieder ein Lockdown bevorstehen. Top-Forscher hätten die Maßnahme der Regierung empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen wieder in den Griff zu bekommen, berichtete die Financial Times am Freitag. Der zweiwöchige Lockdown soll demnach während der Schulferien im Oktober stattfinden.

Gesundheitsminister Matt Hancock reagierte in einem BBC-Interview am Freitag ausweichend auf den Bericht: Ein neuer landesweiter Lockdown sei das "letzte Mittel der Verteidigung", sagte Hancock. Man setze zunächst auf lokale Beschränkungen. "Wir möchten einen nationalen Lockdown vermeiden, aber wir sind darauf vorbereitet." Der Minister räumte ein, dass nicht nur die Infektionen zunehmen, sondern auch die Zahl der Covid-19-Patienten in den britischen Krankenhäusern.

Boris Johnson (r-l), Premierminister von Großbritannien, spricht neben Matt Hancock, Gesundheitsminister von Großbritannien, und Liz Truss, Ministerin für internationalen Handel in Großbritannien, während einer Kabinettssitzung im Außenministerium.
Boris Johnson (r-l), Premierminister von Großbritannien, spricht neben Matt Hancock, Gesundheitsminister von Großbritannien, und Liz Truss, Ministerin für internationalen Handel in Großbritannien, während einer Kabinettssitzung im Außenministerium.  © Jonathan Buckmaster/Daily Expres/PA Wire/dpa

Update, 18. September, 10.01 Uhr: Rennen um Corona-Impfstoff: Fresenius-Chef kritisiert Alleingänge

Fresenius-Chef Stephan Sturm hat nationale Alleingänge im Rennen um Corona-Impfstoffe kritisiert. "Was mir besonders große Sorgen macht, ist, dass angesichts des Wettlaufs vielerorts offenbar der Versuchung nicht widerstanden wird, Abkürzungen zu nehmen", sagte Sturm dem Handelsblatt (Freitag).

Vielerorts würden Regeln gebogen, sagte der Manager. So wurde in Russland der weltweit erste Corona-Impfstoff für die breite Bevölkerung zugelassen, obwohl wichtige Tests fehlten. Und US-Präsident Donald Trump hat davon gesprochen, dass es bereits rund um die Wahl am 3. November einen Impfstoff geben könnte. Eine reguläre Zulassung bis dahin ist de facto aber unmöglich.Man wisse längst nicht alles über das Virus und nichts über Spätfolgen, schon gar nicht von Impfstoffen, sagte Sturm. "In so einem Fall halte ich es für höchst fragwürdig, Abstand von erprobten Regelungen zu nehmen, wenn es um die Zulassung von Impfstoffen und Medikamenten geht - Pandemie hin oder her."

Sturm kritisierte erneut die Corona-Politik der Bundesregierung. "Wir haben uns in Deutschland nur darauf konzentriert, die Zahl der Corona-Toten zu minimieren. Das ist ein gutes Ziel. Aber es gibt andere Krankheiten, die man nicht vergessen darf: Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt - die gehen ja nicht weg, nur weil Corona da ist."

Update, 18. September, 9.45 Uhr: Mehr als 3000 neue Corona-Fälle in Tschechien

Tschechien hat innerhalb eines Tages mehr Corona-Neuinfektionen verzeichnet als das viel größere Deutschland. Am Donnerstag wurde mit 3130 neuen Fällen erstmals die 3000er-Marke überschritten, wie am Freitag aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging. Die Gesamtzahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie stieg damit auf knapp 44 200. Mit einer Covid-19-Erkrankung wurden 489 Todesfälle in Verbindung gebracht. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner und damit weniger als ein Siebtel der Bundesrepublik.

Unterdessen treten schärfere Regeln in Kraft. Schüler müssen seit Freitag im Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen - ausgenommen sind Erstklässler. Restaurants, Bars und Clubs müssen künftig nachts zwischen Mitternacht und 6.00 Uhr schließen. Zudem muss jeder Gast einen Sitzplatz haben. Seit mehr als einer Woche gilt landesweit in allen Innenräumen eine Maskenpflicht.

Auf der regionalen "Corona-Ampel" werden weitere Bezirke auf die Warnstufe Gelb geschaltet. Das bedeutet eine "beginnende Übertragung innerhalb der Gemeinschaft". Betroffen ist nach Angaben der Agentur CTK auch der Bezirk Cheb (Eger) im äußersten Westen Tschechiens an der Grenze zu Bayern. Deutschland hat eine Reisewarnung für die Hauptstadt Prag und die angrenzende Mittelböhmische Region ausgesprochen.

Andrej Babis, Ministerpräsident von Tschechien, der einen Mundschutz trägt, besucht das Forschungsinstitut "Biocev".
Andrej Babis, Ministerpräsident von Tschechien, der einen Mundschutz trägt, besucht das Forschungsinstitut "Biocev".  © Michal Krumphanzl/CTK/dpa

Update, 18. September, 9.40 Uhr: Schäuble ruft Abgeordnete zum Einhalten der Corona-Regeln auf

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat die Mitglieder des Parlaments "mit Nachdruck" zur Einhaltung der Corona-Regeln aufgerufen. "Das betrifft insbesondere das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in allen Liegenschaften des Bundestages", sagte der CDU-Politiker am Freitag zu Beginn der Bundestagssitzung. Es sei legitim, unterschiedlicher Meinung über den Nutzen des Tragens der Mund-Nase-Bedeckung und der Gefährlichkeit der Pandemie zu sein. "Aber in der Demokratie muss man Mehrheitsbeschlüsse akzeptieren. Und im Übrigen finde ich, ist es eine Frage der gegenseitigen Rücksichtnahme, dass wir uns alle daran halten."

Die AfD-Abgeordneten waren in einer Fraktionssitzung übereingekommen, dass jeder von ihnen selbst entscheiden solle. Einige trügen Maske, andere nicht, manche nur im Fahrstuhl, erklärte der Sprecher der Fraktion, Marcus Schmidt, am Freitag. Schon im Mai hatte Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) die AfD-Fraktion ermahnt, weil die Corona-Regeln demonstrativ nicht eingehalten würden.

Schäuble, der am Freitag 78 Jahre alt wurde, sagte, nachdem ihm von Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) Geburtstagswünsche übermittelt wurden: "Ich habe nur einen Wunsch für das kommende Jahr: Helfen Sie mit, dass wir in diesen schwierigen Zeiten unsere Aufgaben alle miteinander so gut wie möglich für unsere wunderbare Demokratie erfüllen können."

Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident, wartet mit einem Mund-Nasen-Schutz auf den Beginn der 177. Sitzung des Bundestags.
Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident, wartet mit einem Mund-Nasen-Schutz auf den Beginn der 177. Sitzung des Bundestags.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 18. September, 5.14 Uhr: Knapp unter 2000 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist einen Tag nach dem Erreichen des höchsten Wertes seit April unter der Marke von 2000 geblieben. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1916 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen mitteilte.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 267 773 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 18.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9378. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Freitagmorgen hatten etwa 238 700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Update, 18. September, 5.00 Uhr: Große Nachfrage bei Bootsbauern trotz Corona-Krise

Deutsche Bootshersteller profitieren in der Corona-Krise von der großen Zahl an Deutschland-Urlaubern. "Nach dem strengen Lockdown bis Ende April haben die Sommermonate den Ausfall vielerorts mehr als wettgemacht", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Boots- und Schiffbau-Verbands, Claus-Ehlert Meyer. Manche Hersteller berichten von Auftragssteigerungen von bis zu 70 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum.

Besonders Einsteigerprodukte wie kleine Motorboote, deren Fahrer keinen Führerschein benötigen, seien gefragt. "Der Markt ist durch neue Kunden tatsächlich vergrößert worden", sagte Meyer. "Viele haben wohl schon lange über einen Kauf nachgedacht und jetzt das Geld vom stornierten Urlaub dafür genutzt." Die Branche blicke deshalb "nicht pessimistisch" auf das kommende Jahr. 

Update, 18. September, 4.50 Uhr: Folgen der Corona-Krise bei FIFA-Online-Kongress im Fokus

Bei seiner Wiederwahl vor gut einem Jahr präsentierte sich Gianni Infantino noch als erfolgreicher Reformer. "Die Organisation hat sich von einem toxischen, fast kriminellen Zustand gewandelt zu einem Zustand, wie er sein sollte", sagte der FIFA-Präsident im Juli 2019 in Paris kurz vor dem Start seiner zweiten Amtszeit. "Niemand spricht mehr von Skandalen, niemand spricht mehr von Korruption."

Beim 70. Kongress des Fußball-Weltverbands am Freitag (15.00 Uhr) wird nun mit Spannung erwartet, ob und wie Infantino vor den via Video-Konferenz zugeschalteten Delegierten das Strafverfahren in der Schweiz gegen ihn selbst thematisiert. Die FIFA hatte vor einem Monat mitgeteilt, dass der Weltverbandschef von der hauseigenen Ethikkommission trotz schwerwiegender Vorwürfe nicht sanktioniert wird.

Wegen der Coronavirus-Krise hält der Weltverband erstmals einen Kongress online ab, die Versammlung der 211 Mitgliedsverbände hätte eigentlich in Addis Abeba zusammenkommen sollen. Die Folgen der Pandemie dürften beim Kongress im Vordergrund stehen.

Die FIFA hatte zuletzt beschlossen, dass den nationalen Verbänden zur Bewältigung der Folgen der Coronavirus-Pandemie insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar an Zahlungen und Darlehen zur Verfügung gestellt werden. Die Gelder sollen bis zum Januar 2021 an die Mitgliedsverbände fließen.

FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht bei einer Pressekonferenz nach einem FIFA Council Meeting.
FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht bei einer Pressekonferenz nach einem FIFA Council Meeting.  © Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa

Update, 18. September, 4.44 Uhr: Corona-Lage könnte sich laut Drosten auch hierzulande zuspitzen

Mit Blick auf die verschärfte Corona-Lage in manchen anderen europäischen Ländern hat der Virologe Christian Drosten vor einer ähnlichen Entwicklung hierzulande gewarnt. Angesichts der derzeit in Deutschland gemeldeten Neuinfektionen müsse man sich klarmachen, "dass wir, wenn wir die Kurven übereinanderlegen, etwas hinterherhinken hinter Spanien und Frankreich und England", sagte der Leiter der Charité-Virologie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er betonte, "dass wir uns aber auch nicht vormachen sollten, dass sich das bei uns alles ganz anders entwickelt. Wir machen auch jetzt nicht sehr viele Sachen sehr anders".

"Es gibt ein paar Details, die vielleicht bei uns anders sind als in Südeuropa. Unsere Haushalte sind häufig kleiner, wir haben mehr Einpersonenhaushalte", sagte Drosten. Es gebe weniger Mehr-Generationen-Familien, in denen das Virus über die Altersgrenzen sehr leicht verbreitet werde. "Das sind sicher Unterschiede. Aber ansonsten ist Deutschland nicht viel anders als diese europäischen Nachbarländer. Darum müssen wir da sehr vorsichtig sein und sehr genau beobachten, wie es jetzt weitergeht."

Die Testhäufigkeit sei in Deutschland zwar extrem groß - aber erst seit dem Beschluss, Reiserückkehrer zu testen, sagte Drosten. "Das ist eine Testhäufigkeit, die wir in Deutschland so nicht mehr lange durchhalten können." Die Grund-Testtätigkeit, die man vorher in Deutschland gehabt habe und bald wieder haben werde, sei nicht viel höher als in anderen europäischen Nachbarländern. Der Kern der Infektionsüberwachung sei bei uns nur wenig stärker ausgeprägt als in anderen Ländern. "Darum müssen wir schon die Zahlen ernstnehmen."

Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor Institut für Virologie, Charité Berlin, aufgenommen bei einer Pressekonferenz zum aktuellen Stand der Coronavirus Infektionen.
Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor Institut für Virologie, Charité Berlin, aufgenommen bei einer Pressekonferenz zum aktuellen Stand der Coronavirus Infektionen.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 18. September, 4.00 Uhr: Zweiter Lockdown in Israel - Neue Restriktionen treten in Kraft

Die israelische Regierung will mit einem zweiten landesweiten Lockdown eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern. Von Freitagnachmittag (14.00 Uhr Ortszeit/13.00 Uhr MESZ) an müssen sich die Menschen in dem Mittelmeerstaat erneut mit starken Einschränkungen arrangieren. Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Ladenschließungen sollen mindestens drei Wochen gelten.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Donnerstagabend, angesichts der hohen Infektionszahlen der letzten Tage könnte eine weitere Verschärfung der Maßnahmen notwendig werden. "Ich werde nicht zögern, zusätzliche Beschränkungen zu verhängen, falls die Notwendigkeit besteht", sagte er.

Viele Länder haben zuletzt mit lokalen Maßnahmen auf wieder gestiegene Corona-Zahlen reagiert. Israel ergreift nun aber landesweite Maßnahmen und ist damit weltweit ein Vorreiter.

Die Opposition kritisiert den Corona-Kurs der Regierung und den zweiten Lockdown scharf. Die Krise hat der Wirtschaft des Landes bereits schwer zugesetzt. Die Arbeitslosigkeit lag im Sommer bei mehr als 20 Prozent. Oppositionsführer Jair Lapid sagte zuletzt, die Bürger würden bestraft, weil die Regierung versagt habe. "Dieser Lockdown ist ein Fehler, er ist ein Desaster."

Israels Regierung hatte bereits im Frühjahr einen Lockdown verhängt, um die Pandemie einzudämmen. Damit erzielte sie Erfolge, nach Lockerungen stiegen die Zahlen jedoch wieder an. Zuletzt kletterte die Zahl der täglichen Neuinfektionen wiederholt auf Rekordwerte. Im Mai lagen sie lange im zweistelligen Bereich.

Israel, Tel Aviv: Ein Demonstrant hält ein Schild gegen den israelischen Premierminister Netanjahu und die landesweite Coronavirus-Sperre.
Israel, Tel Aviv: Ein Demonstrant hält ein Schild gegen den israelischen Premierminister Netanjahu und die landesweite Coronavirus-Sperre.  © Ariel Schalit/AP/dpa

Update, 18. September, 3.38 Uhr: "The Batman"-Dreh läuft nach Pause wegen Corona-Fall wieder an

Die Dreharbeiten zu "The Batman" in England sind nach einer Corona-Quarantäne wieder angelaufen. Dies teilte das Studio Warner Bros. am Donnerstag nach Berichten der US-Branchenblätter Variety und Hollywood Reporter mit. Nach einem positiven Covid-19-Test am Set war der Shoot am 3. September gestoppt worden. Ein Mitglied des Produktions-Teams sei positiv getestet worden und befinde sich in Quarantäne, hieß es damals. Warner Bros. machte aber keine Angaben über die infizierte Person.

Die "Batman"-Dreharbeiten mit dem britischen "Twilight"-Star Robert Pattinson waren im Januar unter der Regie von US-Regisseur Matt Reeves ("Planet der Affen") angelaufen, dann aber wegen der Corona-Pandemie Mitte März ausgesetzt worden. Erst Anfang September waren sie in dem Studio Leavesden in der Nähe von London wieder aufgenommen und schon kurz danach eingestellt worden.

Neben Pattinson spielen in "The Batman" auch Zoe Kravitz, Paul Dano, Colin Farrell und Andy Serkis mit. Der Film soll im Oktober 2021 in die Kinos kommen.

Titelfoto: Michal Krumphanzl/CTK/dpa

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