Coronavirus: Norwegen weitet Reisebeschränkungen auf weitere Länder Europas aus

Deutschland/Welt - Nachdem die Infektionszahlen in Zusammenhang mit einer Erkrankung am neuartigen Coronavirus lange Zeit rückläufig waren, steigen sie nun wieder schneller an. Schutzmaßnahmen wurden deshalb in der jüngsten Vergangenheit nur verhalten gelockert. Nun steht eine erneute Verschärfung im Raum.

Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.
Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.  © Clara Margais/dpa

Zumindest Abstand halten und Maske tragen wird wohl deshalb noch für einige Zeit auf der Tagesordnung stehen.

In Deutschland wurden mittlerweile 219.342 Infektionen bestätigt. 9208 Corona-Patienten starben an der Infektion, 198.347 gelten mittlerweile als genesen (Stand 11. August, 22 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 5,12 Millionen Infizierte und 164.137 Tote wurden bereits erfasst (Stand 11. August, 22 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 20,16 Millionen bestätigte Infektionen und 738.266 Todesfälle (Stand 11. August, 22 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 12. August, 16.30 Uhr: Hitzlsperger: Mit weniger als 10.000 Zuschauern kein Profit

Der VfB Stuttgart spielt für die mögliche Rückkehr der Fans ins Stadion verschiedene Szenarien durch. Er habe zunächst von notwendigen 15 .000 Zuschauern gesprochen, damit sich die Rückkehr rechne, sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger am Mittwoch. 

"Ich muss mich da korrigieren, die ist ein bisschen niedriger", sagte der frühere VfB-Profi: "Wenn wir weniger als 10.000 ins Stadion lassen, wird es schwierig, dass wir überhaupt noch Profit machen."

Der VfB habe bei den zuständigen Behörden für sein Konzept für die Rückkehr der Fans grünes Licht bekommen. "Ich kann nur sagen, dass es in der Gesamtheit so angenommen wurde und für gut befunden wurde", sagte der 38-Jährige: "Ich habe ein bisschen die Sorge, dass es in der Schublade liegen bleibt".

Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich darauf verständigt, dass eine Öffnung der Stadien für Zuschauer bis zum 31. Oktober angesichts der momentanen Corona-Situation nicht zu befürworten sei.
Pro Heimspiel ohne Zuschauer verliere der VfB einen "siebenstelligen Betrag", sagte Hitzlsperger.

Update, 12. August, 16.20 Uhr: Brasilianischer Club darf mit vier Corona-positiven Spielern antreten

Der brasilianische Fußball-Erstligist Atlético Goianiense hat die Erlaubnis erlangt, vier positiv auf das Coronavirus getestete Spieler aufzustellen. Der Club aus der zentralbrasilianischen Stadt Goiania verwies nach einem Bericht des Portals "Globoesporte" vor der Partie gegen Flamengo Rio de Janeiro mit den ehemaligen Bundesliga-Profis Diego und Rafinha am Mittwochabend (Ortszeit) darauf, dass die Spieler in der Endphase der Ansteckung seien und schon alle Quarantäne-Maßnahmen erfüllt hätten. 

Deshalb würde keine Gefahr der Übertragung der Krankheit mehr bestehen. Der Brasilianische Fußballverband CBF mit Sitz in Rio folgte dem Argument von Atlético GO. Man würde sich auf eine Regel der Weltgesundheitsorganisation WHO stützen.


Update, 12. August, 16.10 Uhr: Opec erwartet weiter Einbruch der Ölnachfrage

Der Einbruch der weltweiten Ölnachfrage wird nach Einschätzung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) nicht ganz so stark ausfallen wie zuletzt gedacht. 

Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise dürfte die globale Nachfrage in diesem Jahr um durchschnittlich 9,1 Millionen Barrel pro Tag sinken, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht des Ölkartells. Im vorangegangenen Monatsbericht hatten die Opec-Experten noch einen Rückgang um 9,2 Millionen Barrel pro Tag erwartet.

Damit dürfte die Nachfrage in diesem Jahr bei durchschnittlich 90,6 Millionen Barrel pro Tag liegen, hieß es. Im kommenden Jahr wird dann wieder mit einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Rohöl gerechnet. Für 2021 erwarten die Opec-Experten einen Zuwachs um 7,0 Millionen Barrel pro Tag, wobei sie diese Prognose nicht verändert haben. Die Nachfrageprognose gelte jedoch nur, wenn es zu keinen weiteren größeren Einschränkungen in der Corona-Krise komme.

Das OPEC-Logo am Sitz der Organisation Erdöl-exportierender Länder (Organization of the Petroleum Exporting Countries, OPEC). (Archivbild)
Das OPEC-Logo am Sitz der Organisation Erdöl-exportierender Länder (Organization of the Petroleum Exporting Countries, OPEC). (Archivbild)  © dpa/epa/Lisi Niesner

Update, 12. August, 16 Uhr: Corona-Pandemie belastet Flughafenbetreiber Fraport weiter schwer

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat den Einbruch des Flugverkehrs trotz der jüngst gelockerten Reisebestimmungen auch im Juli weiter stark zu spüren bekommen. 

Sowohl an Deutschlands größtem Airport als auch an seinen Flughäfen im Ausland lag die Zahl der Fluggäste im abgelaufenen Monat nur bei einem Bruchteil des Vorjahresniveaus, wie aus einer am Mittwoch auf der Internetseite des Konzerns verfügbaren Statistik hervorgeht. Im Vergleich zu den beiden Vormonaten besserte sich die Lage aber etwas.

Update, 12. August, 15.40 Uhr: Britische Wahrzeichen rot angestrahlt: Kulturbranche ruft nach Hilfe

Mit nächtlicher roter Beleuchtung haben Kunststätten und andere bekannte Orte in Großbritannien auf die coronabedingte Krise der Kulturszene aufmerksam gemacht. 

In Anlehnung an das Motto "Red Alert" (Alarmstufe Rot) erstrahlten in London unter anderem Wahrzeichen wie die Galerie Tate Modern, die Millennium Bridge, das Southbank Centre und die Waterloo Bridge am Dienstagabend in rotem Licht.

Mit der vom Branchenverband Plasa ins Leben gerufenen Aktion fordern Kulturschaffende auch finanzielle Unterstützung von der Regierung. "Großveranstaltungen sollen frühestens erst wieder im Frühjahr 2021 stattfinden, und die Realität ist, dass die Branche nicht so lange warten kann", sagte Plasa-Geschäftsführer Peter Heath laut Nachrichtenagentur PA. Auch in Städten wie Manchester, Edinburgh und Nottingham gab es Veranstaltungen im Freien.

Die Tate Modern und die Millennium Bridge leuchteten rot auf, um auf über eine Million Arbeitsplätze in der Unterhaltungsindustrie aufmerksam zu machen, die nach dem Ausbruch des Coronavirus ohne finanzielle Unterstützung sind.
Die Tate Modern und die Millennium Bridge leuchteten rot auf, um auf über eine Million Arbeitsplätze in der Unterhaltungsindustrie aufmerksam zu machen, die nach dem Ausbruch des Coronavirus ohne finanzielle Unterstützung sind.  © dpa/PA Wire/Yui Mok

Update, 12. August, 15.25 Uhr: Schwimm-Weltcup in Berlin um ein Jahr verschoben

Der eigentlich für den Oktober angesetzte Schwimm-Weltcup in Berlin ist abgesagt worden und soll im nächsten Jahr nachgeholt werden. 

Die Wettbewerbe im Rahmen der lukrativen Wettkampfserie des Weltverbandes Fina mit weiteren Stationen in Singapur, Jinan, Budapest, Doha und Kasan sind von September bis Oktober 2021 geplant.

Der Weltcup wird auf der 25-Meter-Bahn ausgetragen und soll den Schwimmerinnen und Schwimmern die Möglichkeit geben, sich für die im darauffolgenden Dezember stattfindenden Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Abu Dhabi zu qualifizieren, wie der Deutsche Schwimm-Verband am Mittwoch bekanntgab.

Update, 12. August, 15.20 Uhr: Norwegen weitet Reisebeschränkungen auf weitere Länder Europas aus

Aus Sorge vor einem stärkeren Anstieg der Corona-Zahlen weitet Norwegen seine Reisebeschränkungen für vereinzelte Länder auf eine Reihe weiterer Staaten und Regionen in Europa aus. 

Man stehe an einem Kipppunkt und wolle nicht in Zeiten wie im März und April zurückgeworfen werden, sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg (59) am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Oslo. 

Wie Gesundheitsminister Bent Høie (49) sagte, gelten die norwegischen Beschränkungen ab Samstag auch für Polen, die Niederlande, Malta, Zypern und Island, die zum dänischen Königreich zählenden Färöer-Inseln sowie mehrere Regionen in Schweden und Dänemark. Wer aus diesen Ländern und Gebieten nach Norwegen einreisen will, muss für zehn Tage in Quarantäne.

Die am 16. März eingeführten Grenzkontrollen werden um 60 Tage bis Mitte Oktober verlängert. Bis zum 1. Oktober rät das norwegische Außenministerium zudem von allen nicht zwingend notwendigen Reisen ins Ausland ab, von nun an auch in Länder wie Deutschland, die bislang als "grün" galten und nun allesamt als "gelb" eingestuft werden. 

"Alle Auslandsreisen sind mit einem Infektionsrisiko verbunden, selbst Reisen, bei denen Norwegen bei der Einreise keine Quarantäne verlang", sagte Solberg dazu. Nur bei Ländern, die die Regierung als "rot" kennzeichnet, herrscht Quarantänepflicht

Ein Urlauber an einem Flughafen. (Symbolbild)
Ein Urlauber an einem Flughafen. (Symbolbild)  © dpa/Clara Margais

Update, 12. August, 15.10 Uhr: Berliner Philharmoniker: Abstand, keine Pausen und Programmänderung

Die Berliner Philharmoniker gehen nach fast einem halben Jahr Unterbrechung wegen der Corona-Pandemie mit deutlichen Einschränkungen in die neue Saison. In den Konzerten werde das Orchester in der Philharmonie wegen der Hygieneregelungen ohne Pause spielen und deswegen einige bisher geplanten Werke austauschen. 

Damit könnten die Musiker auf dem Podium ausreichend Abstand einhalten, teilten die Philharmoniker am Mittwoch mit. 

Zum Auftakt am 28. August spielt das Orchester unter Leitung von Chefdirigent Kirill Petrenko Arnold Schönbergs «Verklärte Nacht» sowie Johannes Brahms' vierte Sinfonie.

Auch das Publikum muss sich auf Einschränkungen einstellen: Im Angebot sind nur 20 bis 25 Prozent der rund 2200 Sitzplätze, die Zuhörer müssen auf dem Weg bis zu ihrem Platz Masken tragen. Die Philharmoniker hätten zusätzliche Konzerte geplant, um möglichst vielen Menschen einen Konzertbesuch zu ermöglichen. Einige Veranstaltungen werden vom Kammermusiksaal in den Großen Saal verlegt.

Wegen des eingeschränkten Platzangebots müssten die Abonnements zunächst ruhen. Abonnenten bekämen ein Vorkaufsrecht für die geplanten Konzerte. Der Kartenvorverkauf für die Monate August bis Oktober beginnt an diesem Montag (17. August).

Zum Auftakt am 28. August spielt das Orchester unter Leitung von Chefdirigent Kirill Petrenko Arnold Schönbergs "Verklärte Nach" sowie Johannes Brahms' vierte Sinfonie.
Zum Auftakt am 28. August spielt das Orchester unter Leitung von Chefdirigent Kirill Petrenko Arnold Schönbergs "Verklärte Nach" sowie Johannes Brahms' vierte Sinfonie.  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Update, 12. August, 15 Uhr: Frankfurter Technomuseum hofft auf Eröffnung in 2020

Nach erneuten Verzögerungen will Deutschlands erstes Museum für elektronische Musik in Frankfurt noch in diesem Jahr öffnen. "Im Moment hoffen wir auf den November", sagte der Vorsitzende des Vereins "Friends of Momem", Alex Azary, am Mittwoch. "Aber wir müssen die aktuelle Coronalage beobachten." 

Das Museum Of Modern Electronic Music (Momem) entsteht in der Zwischenebene an der Hauptwache. "Derzeit läuft der Umbau, wir sind gerade dabei, die Einrichtung einzubauen" sagte Azary.

"Zur Eröffnung erwarten wir 3000 bis 5000 Leute, vor allem auf dem Platz vor dem Museum", sagte Azary. Das seien dann quasi Zustände wie bei einem Konzert, deshalb komme es natürlich auf die Entwicklung bei den Corona-Regeln an. "Wir nehmen die Lage sehr ernst."

Update, 12. August, 14.57 Uhr: Gaming-Riese Tencent profitiert von der Corona-Krise

Der chinesische Digitalkonzern Tencent hat im zweiten Quartal unerwartet stark von der gestiegenen Internetnutzung im Zuge der Corona-Pandemie profitiert. Die Erlöse seien im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent auf 114,9 Milliarden Yuan (14,4 Milliarden Euro) gestiegen, teilte der Betreiber des in China dominierenden Messengerdienstes WeChat am Mittwoch in Hongkong mit. Tencent ist in den USA von Sanktionen bedroht.

Auch unter dem Strich blieb mit 33,1 Milliarden Yuan deutlich mehr übrig, als Analysten erwartet hatten. Das Unternehmen profitierte hierbei unter anderem vom Verkauf von Anteilen sowie Bewertungssteigerungen seiner Anlagen im Umfang von insgesamt 8,6 Milliarden Yuan.

Zum kürzlich vom US-Präsidenten Donald Trump per Dekret erlassenen Verbot des Chat-Dienstes WeChat äußerte sich Tencent nicht. Die App hat laut der Analyse-Firma Apptopia rund 19 Millionen täglich aktive Nutzer in den USA. Vor allem in China ist der Whatsapp-Rivale das meistgenutzte Messaging-System.

Besonders im internationalen Gaming-Geschäft habe Tencent sowohl im Jahres- als auch im Quartalsvergleich zugelegt, hieß es in der Mitteilung. Der Lockdown wegen der Corona-Krise sowie Neuveröffentlichungen von Spielen leisteten laut Konzernchef Ma Huateng ihren Beitrag. In China sank die Spielenutzung auf Smartphones hingegen im Vergleich zum Vorquartal. Hierfür sei sowohl die Jahreszeit als auch die Rückkehr in die Büros verantwortlich.

2020 werde ein großes Jahr für Tencent Games, hieß es von Leo Liu, Analyst bei China Merchants Securities. Jedoch gebe es Bedenken wegen Verzögerungen bei einem Kassenschlager der Chinesen.

Der Aktienkurs der niederländischen Beteiligungsfirma Prosus, der rund 31 Prozent der Tencent-Aktien gehören, stiegen zuletzt. Prosus gehört wiederum zum südafrikanischen Medienkonzern Naspers, der dort seine Internet-Beteiligungen gebündelt hat.