Coronavirus: Paris führt Maskenpflicht im Freien ein

Deutschland/Welt - Nachdem die Infektionszahlen in Zusammenhang mit einer Erkrankung am neuartigen Coronavirus lange Zeit rückläufig waren, steigen sie nun wieder schneller an. Schutzmaßnahmen wurden deshalb in der jüngsten Vergangenheit nur verhalten gelockert. Nun steht eine erneute Verschärfung im Raum.

Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.
Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.  © Clara Margais/dpa

Zumindest Abstand halten und Maske tragen wird wohl deshalb noch für einige Zeit auf der Tagesordnung stehen.

In Deutschland wurden mittlerweile 216.642 Infektionen bestätigt. 9201 Corona-Patienten starben an der Infektion, 196.550 gelten mittlerweile als genesen (Stand 8. August, 22.15 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 4,97 Millionen Infizierte und 161.906 Tote wurden bereits erfasst (Stand 8. August, 22.15 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 19,45 Millionen bestätigte Infektionen und 722.937 Todesfälle (Stand 8. August, 22.15 Uhr).

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Update, 8. August, 22.25 Uhr: Erneut mehr als 1000 Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland liegt den dritten Tag in Folge über der Schwelle von 1000 neuen Fällen. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1122 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.

Update, 8. August, 21.20 Uhr: MTV Video Music Awards: Wegen Corona Outdoor-Auftritte statt Halle

Wegen der Corona-Pandemie soll die Ende August geplante Verleihung der MTV Video Music Awards im Freien statt in einer Halle stattfinden. Es werde mehrere Outdoor-Auftritte in verschiedenen Teilen von New York entweder ohne Live-Publikum oder nur mit begrenzten Zuschauerzahlen geben, zitierte die US-Zeitschrift "People" am Samstag aus einer Mitteilung der Veranstalter.

Ursprünglich sollte die Gala am 30. August im New Yorker Barclays Center stattfinden. Doch nach Beratungen mit den Gesundheitsbehörden sehe man nun von einem Event in einer geschlossenen Halle ab, hieß es in der Mitteilung. Der Sender MTV will die von Schauspielerin Keke Palmer moderierte Show live ausstrahlen.

Ariana Grande und Lady Gaga gehen mit je neun Nominierungen als Top-Favoritinnen ins Rennen um die MTV Video Music Awards. Billie Eilish und The Weeknd haben je sechs Gewinnchancen. Alle vier Spitzenanwärter sind in der Top-Sparte "Video des Jahres" vertreten. Zudem konkurrieren dort Eminem, Future und Taylor Swift.

Die Preise des US-Musiksenders MTV werden seit 1984 verliehen. Fans können online für ihre Favoriten stimmen. Als Trophäe gibt es einen "Moonman", einen kleinen Astronauten auf dem Mond, der eine MTV-Fahne in der Hand hält.

Ariana Grande (r) und Lady Gaga gehen mit je neun Nominierungen als Top-Favoritinnen ins Rennen um die MTV Video Music Awards.
Ariana Grande (r) und Lady Gaga gehen mit je neun Nominierungen als Top-Favoritinnen ins Rennen um die MTV Video Music Awards.  © Greg Allen/Chris Pizzello/Invision/AP/dpa

Update, 8. August, 20.50 Uhr: Fußballweltmeister Thomas Berthold tritt bei "Querdenken"-Demo auf

Fußballweltmeister Thomas Berthold ist am Samstag bei einer Demonstration von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen in Stuttgart als Redner aufgetreten. Der "Bild am Sonntag" sagte der frühere Nationalspieler: "Ich mache mich weder mit Verschwörungstheoretikern noch mit Rechtspopulisten gemein, habe nur meine Meinung über die Maßnahmen der Regierung gesagt."

Die Teilnehmer der Kundgebung forderten ein Ende der vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen, mit denen die Gefahr einer Übertragung des Coronavirus reduziert werden sollen. Die Veranstalter von "Queerdenken 711" sprachen von 5000 Teilnehmern, die Polizei zählte mehrere Hundert.

Der 55 Jahre alte Berthold spielte in seiner aktiven Karriere unter anderem für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart. Als Verteidiger absolvierte er 62 Länderspiele, 1990 wurde er mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister in Italien. Nach seiner Laufbahn war Berthold unter anderem für mehrere Fernsehsender und Zeitschriften als Experte tätig.

Thomas Berthold, ehemaliger deutscher Nationalspieler, steht in der Veltins Arena in Gelsenkirchen. (Archivbild)
Thomas Berthold, ehemaliger deutscher Nationalspieler, steht in der Veltins Arena in Gelsenkirchen. (Archivbild)  © Friso Gentsch/dpa

Update, 8. August, 20.12 Uhr: Paris führt Maskenpflicht im Freien ein

Im Kampf gegen das Coronavirus führt nun auch die Millionenmetropole Paris eine Maskenpflicht im Freien ein. Betroffen seien besonders stark frequentierte Bereiche wie die Seineufer oder Einkaufsstraßen in mehreren Stadtbezirken, teilte das Polizeipräsidium am Samstagabend mit. Die Vorschrift gilt von diesem Montag (08.00 Uhr) an.

Experten warnen schon seit vergangenem Monat vor einer zweiten Welle der Corona-Pandemie in Frankreich. Das Land ist mit rund 30.000 Toten stark von der Epidemie betroffen. In mehreren Städten des Landes müssen in bestimmten Bereichen bereits Masken getragen werden, beispielsweise in Nizza oder in Lille.

Eigentlich sind in Frankreich Masken nur in geschlossenen Räumen mit Publikumsverkehr Pflicht. Das sind zum Beispiel Geschäfte, Restaurants und Behörden. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln müssen die Menschen eine Corona-Schutzmaske tragen.

Touristen stehen im Jardin du Carrousel vor der Pyramide des Louvre-Museums.
Touristen stehen im Jardin du Carrousel vor der Pyramide des Louvre-Museums.  © Christian Böhmer/dpa

Update, 8. August, 18.49 Uhr: Neue Panne: Britische Behörde ruft 740.000 Coronavirus-Tests zurück

Die britische Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte hat den Rückruf Hunderttausender Coronavirus-Test-Sets veranlasst. Wie die Regierung in London am Samstag bestätigte, handelt es sich um bis zu 741.000 Tests der Firma Randox. Diese seien möglicherweise nicht sicher für den Gebrauch, hieß es zur Begründung.

Randox hatte im März einen Auftrag in Höhe von 133 Millionen Pfund von der britischen Regierung erhalten, unter anderem für die Bereitstellung von Coronavirus-Tests. Dem "Guardian" zufolge erfolgte die Vergabe ohne Ausschreibung. Gerechtfertigt wurde das durch die hohe Dringlichkeit, die Testkapazitäten des Landes rasch zu erhöhen. Pikant ist jedoch, dass ein führender Abgeordneter der regierenden Konservativen, Owen Paterson, als Berater für die Firma tätig ist. Paterson erhält dem Register für Nebeneinkünfte des britischen Parlaments zufolge dafür jährlich 100.000 Pfund (umgerechnet rund 110.000 Euro).

Der Vorgang reiht sich in eine ganze Kette von Pannen und zweifelhaften Deals beim Umgang mit der Coronavirus-Pandemie ein. Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass 50 Millionen Schutzmasken, die vom Gesundheitsministerium in London gekauft wurden, für den Gebrauch im Nationalen Gesundheitsdienst ungeeignet sind.

Auch hier soll es der Nichtregierungsorganisation Good Law Project zufolge keine Ausschreibung gegeben haben. Eingefädelt worden sein soll der Deal durch einen Regierungsberater, der auch für die beauftragte Firma tätig ist. Nach Schätzung des Good Law Project wurden für die Masken zwischen 156 und 177 Millionen Pfund (umgerechnet rund 173 bis 196 Millionen Euro) ausgegeben.

Dicht gedrängt verbringen zahlreiche Besucher ihre Freizeit am Strand in Großbritannien. Dabei hatte das Land stark mit dem Coronavirus zu kämpfen.
Dicht gedrängt verbringen zahlreiche Besucher ihre Freizeit am Strand in Großbritannien. Dabei hatte das Land stark mit dem Coronavirus zu kämpfen.  © Yui Mok/PA Wire/dpa

Update, 8. August, 18.11 Uhr: US-Experten fordern erneut strikte Ausgangsbeschränkungen

Ein renommierter Epidemiologe und ein führender Vertreter der US-Notenbank fordern im Kampf gegen die Corona-Pandemie die erneute Verhängung strikter Ausgangsbeschränkungen. Bis es eine Impfung gebe, werde es ohne einen neuen Lockdown Millionen weitere Coronavirus-Infektionen und zahlreiche Todesfälle geben, aber keine nachhaltige Erholung der Wirtschaft, warnten der Epidemiologe Michael Osterholm und der Chef des Büros der Notenbank in Minneapolis, Neel Kashkari, in einem Gastbeitrag in der "New York Times".

"Es gibt keinen Zielkonflikt zwischen der Gesundheit und der Wirtschaft", schrieben sie. "Beide verlangen es, das Virus aggressiv unter Kontrolle zu bringen." Die Geschichte werde hart über Amerika urteilen, wenn die aktuelle Chance, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, nicht ergriffen werde, schrieben sie in dem am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Gastbeitrag. Sie schlagen die Verhängung von Ausgangsbeschränkungen in den Bundesstaaten für jeweils sechs Wochen vor, um die Zahl der Neuinfektionen von derzeit 50.000 bis 60.000 pro Tag mindestens auf wenige Tausend pro Tag zu reduzieren.

US-Präsident Donald Trump und viele Gouverneure lehnen erneute einschneidende Beschränkungen des öffentlichen Lebens entschieden ab, weil diese der Wirtschaft schaden. Nach Ansicht vieler Gesundheitsexperten wurden die ursprünglichen Beschränkungen, die ab Ende März verhängt worden waren, zu schnell wieder aufgehoben.

Anders als in europäischen und asiatischen Staaten wurde die Pandemie in den USA nie weitgehend unter Kontrolle gebracht. Die USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern hatten im Schnitt nie weniger als 20.000 Neuinfektionen am Tag. Inzwischen sind im es Schnitt rund 60.000.

Mit Blick auf die bevorstehende kalte Jahreszeit und die Wiedereröffnung von Schulen und Universitäten warnten Osterholm und Kashkari vor einer weiteren Zuspitzung. "In den nächsten sechs Monaten könnte das, was wir bisher erlebt haben, nur wie das Aufwärmen für eine größere Katastrophe erscheinen", schrieben sie.

In den USA gibt es bislang Daten der Universität Johns Hopkins zufolge fast fünf Millionen bekannte Corona-Infektionen und rund 161.000 damit zusammenhängende Todesfälle.

Menschen stehen Schlange vor einer Lebensmittelausgabe für Bedürftige im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Seit Mitte März haben in den USA bereits Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit.
Menschen stehen Schlange vor einer Lebensmittelausgabe für Bedürftige im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Seit Mitte März haben in den USA bereits Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit.  © Michael Nagle/XinHua/dpa

Update, 8. August, 16.57 Uhr: Dänischer Schlachthof schließt nach Corona-Ausbruch für eine Woche

Nach einem Corona-Ausbruch mit Dutzenden infizierten Mitarbeitern wird ein Schlachtbetrieb in Dänemark vorübergehend geschlossen. Nachdem weitere 22 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet worden seien, werde der Betrieb in Ringsted ab Montag zunächst für eine Woche geschlossen, teilte der Fleischverarbeiter Danish Crown am Samstag mit. Damit solle versucht werden, die Infektionsketten innerhalb des Personals zu durchbrechen.

Mittlerweile sind damit fast 150 Mitarbeiter von Danish Crown in Ringsted positiv auf das Coronavirus getestet worden. Danish Crown war vor knapp zwei Wochen über einen ersten Corona-Fall unter den rund 850 Mitarbeitern in Ringsted informiert worden. In dem dortigen Betrieb werden wöchentlich normalerweise rund 35.000 Schweine geschlachtet, was aber in Folge des Ausbruchs bereits deutlich zurückgefahren wurde.

Update, 8. August, 16.55 Uhr: Deutsche Bahn meldet mehr Reisende vor allem Richtung Küste

Die Deutsche Bahn freut sich bei großer Hitze über mehr Kunden. "Wir stellen einen erhöhten Reiseverkehr fest - vor allem im Regionalverkehr an die Küste", sagte ein Bahn-Sprecher am Samstag. "Es gibt derzeit keine nennenswerten Einschränkungen", fügte er hinzu. Bereits am Freitag hatte die Bahn erklärt, dass sie am Wochenende mit einer etwas höheren Auslastung auch im Fernverkehr rechne, weil in einigen Bundesländern die Sommerferien zu Ende gehen.

Angesicht der Hitze momentan kommt den Klimaanlagen in Zügen große Bedeutung zu. Kaputte Systeme waren bis vor einigen Jahren im Sommer immer wieder ein Thema bei der Deutschen Bahn. In den vergangenen Jahren blieben entsprechende Schlagzeilen aber aus. Man arbeite intensiv daran, dass es in Hitzephasen und mitten in der Corona-Krise nicht zu Problemen mit Klimaanlagen in Fernzügen komme, hieß es am Freitag dazu. Unter anderem würden im Sommer gezielte Wartungsarbeiten durchgeführt, Bauteile gereinigt und Filter getauscht. Zuletzt sei in dem Bereich viel investiert worden

Touristen spazieren am Strand an der Ostsee auf der Insel Usedom entlang. Millionen Urlauber in Deutschland fahren jedes Jahr ans Meer.
Touristen spazieren am Strand an der Ostsee auf der Insel Usedom entlang. Millionen Urlauber in Deutschland fahren jedes Jahr ans Meer.  © dpa/dpa-Zentralbild/Stefan Sauer

Update, 8. August, 16.35 Uhr: Bundespräsident Steinmeier besucht Open-Air-Konzert

Mit dem Besuch eines Open-Air-Konzertes des Schleswig-Holstein Musik Festivals hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Samstag die unter der Corona-Pandemie leidende Kunst- und Kulturszene gewürdigt. Bei regionalen Festivals von den Küsten bis zu den Alpen könnten Menschen wieder Musik erleben, sagte das Staatsoberhaupt nach einem einstündigen Konzert des österreichischen Percussion-Virtuosen Martin Grubinger in Schleswig.

Die Künstler bräuchten wieder Auftrittsmöglichkeiten. "Kultur ist nicht nice to have, sondern Kultur ist ein Lebensmittel", sagte Steinmeier und zeigte sich begeistert von Grubingers Konzert. "Kultur braucht vor allem öffentliche Räume."

Die 500 Besucher bejubelten die Künstler und applaudierten stehend. Steinmeier, seine Frau Elke Büdenbender sowie Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Ehefrau Anke verfolgten das Konzert bei brütender Hitze im Strandkorb sitzend im idyllischen Park von Schloss Gottorf.

"Dass der Bundespräsident das Festival ehrt, ist für Schleswig-Holstein super", sagte Günther. "Wir sind glücklich, dass 500 Menschen hier sein dürfen", sagte Festivalintendant Christian Kuhnt. "Der Bundespräsident würdigt mit seiner Anwesenheit die Leistungen der Kulturschaffenden, die zeigen: Wir wollen und wir können." Diese Würdigung sei großartig.

Der 37 Jahre alte Grubinger ist seit Jahren einer der prägenden Künstler des Schleswig-Holstein Musik Festivals, das wegen der Pandemie in diesem Jahr in der geplanten Form abgesagt werden musste. Stattdessen gibt es unter dem Motto "Sommer der Möglichkeiten" ein an Corona-Bedingungen angepasstes Programm. Unter dem Motto "Drums on Wheels" ("Trommeln auf Rädern") lieferte Grubinger in Schleswig gemeinsam mit Slavik Stakhov und Richard Putz von zwei Lastwagen aus ein wahres Trommel-Feuerwerk. Seine Trucks waren vollbepackt mit Schlagzeugen.

"Wir brauchen ja immer Geld, aber wir brauchen auch ein bisschen Zuwendung", sagte Intendant Kuhnt angesichts der besonderen Corona-Situation. Regierungschef Günther lobte das Hygienekonzept für das Konzert. "Von hier wird nichts ausgehen", sagte er auf die Frage nach Infektionsgefahr. Für Grubinger war das Konzert der Auftakt einer Reihe von 14 Auftritten im Norden binnen sieben Tagen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht in einer Videobotschaft zur aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie, aufgenommen im Vorfeld eines Termins in der Philharmonie in München. (Archivbild)
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht in einer Videobotschaft zur aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie, aufgenommen im Vorfeld eines Termins in der Philharmonie in München. (Archivbild)  © Sebastian Widmann/Bundespresseamt/dpa

Update, 8. August, 16.25 Uhr: Demo gegen Corona-Beschränkungen zieht durch Stuttgart

Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen haben sich am Samstag in Stuttgart zu einer "Querdenken"-Demo versammelt. Die Polizei sprach am Nachmittag von mehreren Hundert Teilnehmern, die Veranstalter nannten die Zahl 5000.

Zunächst hatten sich die Teilnehmer bei großer Hitze auf dem Marienplatz versammelt und zogen dann Richtung Innenstadt. Demonstranten zeigten Transparente mit Aufschriften wie "Mit Maske - Ohne Mich" oder "Wir haben Euch durchschaut". Sie skandierten "Freiheit, Freiheit". Organisiert wurde die Demonstration von der Initiative "Querdenken 711".

Die Polizei sprach am Nachmittag von einem ruhigen Verlauf. Die Teilnehmer seien bemüht, die geforderten Mindestabstände einzuhalten. In Berlin hatten am vergangenen Wochenende Tausende gegen die Corona-Beschränkungen protestiert. Weil viele Demonstranten weder Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, hatte die Polizei die Kundgebung aufgelöst.

Teilnehmer gehen während einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen unter dem Motto "Ruf der Trommeln" über die B14. Die Demonstration wurde von einer Privatperson angemeldet.
Teilnehmer gehen während einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen unter dem Motto "Ruf der Trommeln" über die B14. Die Demonstration wurde von einer Privatperson angemeldet.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 8. August, 16.19 Uhr: Starinvestor Buffett mit neuem Cash-Rekord inmitten der Corona-Krise

Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hat ihre Barreserven in der Corona-Krise abermals kräftig erhöht. Im zweiten Quartal stieg der Geldberg, auf dem der 89-jährige Staranleger sitzt, um gut zehn Milliarden auf den Rekordbetrag von 146,6 Milliarden US-Dollar (124,4 Mrd Euro), wie am Samstag aus dem jüngsten Geschäftsbericht von Berkshire Hathaway hervorging.

Damit steigt der Anlagedruck auf den wegen seines Riechers für lukrative Investments "das Orakel von Omaha" genannten Börsengurus weiter. Die Finanzmärkte warten schon lange auf Buffetts nächste Mega-Übernahme. Doch anders als in früheren Krisen hielt er sich - abgesehen von einem größeren Erdgas-Deal - in der Pandemie zurück.

Statt die enormen Cash-Bestände von Berkshire Hathaway in Beteiligungen oder Zukäufe zu investieren, setzte Buffett zuletzt immer stärker auf Aktienrückkäufe zur Kurspflege. In den drei Monaten bis Ende Juni wurde dafür der Rekordbetrag von 5,1 Milliarden Dollar aufgewandt. Das Tagesgeschäft litt derweil weiter unter der Krise.

Der Betriebsgewinn des Konglomerats, zu dem an die 90 Unternehmen und etliche große Aktienbeteiligungen gehören, ging im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar (4,7 Mrd Euro) zurück. Der Überschuss von Berkshire schoss derweil dank der Kurserholung an den Börsen von 14,1 Milliarden auf 26,3 Milliarden Dollar in die Höhe.

Beim Nettoergebnis müssen allerdings auch unrealisierte Investmentgewinne und -Verluste ausgewiesen werden. Deshalb schwankt diese Kennziffer stark und ist als Gradmesser für den tatsächlichen Geschäftsverlauf relativ ungeeignet. Zum Vergleich: Im Vorquartal hatte es hier noch ein Rekordminus von 50 Milliarden Dollar gegeben.

Warren Buffett, Chairman und CEO von Berkshire Hathaway, spricht mit Journalisten. (Archivbild)
Warren Buffett, Chairman und CEO von Berkshire Hathaway, spricht mit Journalisten. (Archivbild)  © Nati Harnik/AP/dpa

Update, 8. August, 16.16 Uhr: Die Uhrzeit ganz genau genommen: Passagiere müssen in Quarantäne

Es ging um jede Minute: Trotz einer schnelleren Ankunft am Zielort als geplant müssen 158 Passagiere eines Fluges aus Frankreich in Norwegen für zehn Tage in Quarantäne. Mehr Informationen dazu >>>>hier.