Coronavirus: Polen richtet Krankenhaus im Nationalstadion ein

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch lange Zeit beschäftigen. Abstand halten und Maske tragen dürfte deshalb noch für eine ganze Weile an der Tagesordnung stehen. Örtlich kommt es derzeit auch wieder zu schärferen Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung.

Eine Frau, die einen Mund-Nasen-Schutz trägt, geht auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil an einem Aufkleber an einer Schaufensterscheibe mit der Aufschrift "Bitte beachten Sie die Maskenpflicht" vorbei.
Eine Frau, die einen Mund-Nasen-Schutz trägt, geht auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil an einem Aufkleber an einer Schaufensterscheibe mit der Aufschrift "Bitte beachten Sie die Maskenpflicht" vorbei.  © Arne Dedert/dpa

In Deutschland wurden mittlerweile 368.671 Infektionen bestätigt. 9798 Corona-Patienten starben hierzulande an der Infektion oder den Folgen, während weitere 295.113 als genesen gelten (Stand 19. Oktober, 11.45 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 8,15 Millionen Infizierte und 219.674 Tote wurden bereits erfasst (Stand 19. Oktober, 11.45 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 40,05 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 1.113.909 Todesfälle (Stand 19. Oktober, 11.45 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 19. Oktober, 17.41 Uhr: Polen richtet Corona-Krankenhaus im Nationalstadion ein

Polen will im Warschauer Nationalstadion ein provisorisches Krankenhaus für Corona-Patienten einrichten. Das teilte ein Regierungsbeamter am Montag mit. "Wir wollen, dass die ersten 500 Betten bereits vor Ende der Woche für Patienten verfügbar sind", sagte der Kanzleichef des Premierministers, Michal Dworczyk, dem Sender Radio Zet. 

Das Krankenhaus, das im Konferenzraum des Stadions entstehen soll, werde auch über rund 50 Intensivpflegebetten verfügen, erklärte der Regierungsbeamte. Das Stadion war für die Fußball-Europameisterschaft 2012 gebaut worden.

Das Personal für die provisorische Klinik will die Regierung sowohl aus Warschau als auch von außerhalb rekrutieren. Außerdem soll es durch medizinische Kräfte aus Armee und Feuerwehr ergänzt werden. 

Vorbereitungen für die Einrichtung von temporären Covid-19-Krankenhäusern laufen auch in anderen Regionen Polens. Mehrere Krankenhäuser klagten bereits über Personalmangel.

Im Warschauer Nationalstadion soll ein provisorisches Krankenhaus für Corona-Patienten eingerichtet werden. Das Krankenhaus werde im Konferenzraum des Nationalstadions entstehen.
Im Warschauer Nationalstadion soll ein provisorisches Krankenhaus für Corona-Patienten eingerichtet werden. Das Krankenhaus werde im Konferenzraum des Nationalstadions entstehen.  © Leszek Szymanski/PAP/dpa

Update, 19. Oktober, 17.23 Uhr: Slowenien verhängt nächtliche Ausgangssperre

Wegen der rasch steigenden Anzahl von Infektionen mit dem Corona-Virus führt Slowenien ab diesem Dienstag eine nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 6 Uhr früh ein. Dies gab Innenminister Ales Hojs am Montag in Ljubljana bekannt. Hojs begründete die Maßnahme damit, dass Untersuchungen zufolge der Großteil der Corona-Übertragungen bei privaten Zusammenkünften in den Abend- und Nachtstunden erfolge.

Bereits am Montag hatte das EU-Land einen 30-tägigen Pandemie-Notstand ausgerufen. Dieser hatte zunächst keine unmittelbaren Konsequenzen, bildete aber die Grundlage für die nun von der Regierung verhängte nächtliche Ausgangssperre. Auch lokale Behörden können nun eigene Einschränkungen anordnen, um die Ausbreitung der Pandemie zu bremsen. Außerdem sind nunmehr Fahrten zwischen den zwölf Regionen des Landes nicht mehr erlaubt, außer es liegen triftige Gründe wie der Weg zur Arbeit vor.

Update, 19. Oktober, 17.10 Uhr: Corona bremst Integration

Die Corona-Pandemie bremst nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), auch einige Integrationsmaßnahmen aus. 

Man habe etwa bei den Integrationskursen, die das "Herzstück der Integrationsmaßnahmen" seien, zu Beginn der Pandemie "nahezu komplett die Kurse herunterfahren müssen", sagte Widmann-Mauz am Montag nach dem 12. Integrationsgipfel. Die Kurse seien dann langsam wieder angefahren worden. "Wir bewegen uns da nach wie vor nicht in dem Bereich, wo wir sagen können, wir erreichen alle". Merkel sprach davon, dass auch die Integrationsarbeit im Sport momentan leide.

Update, 19. Oktober, 17.01 Uhr: Droht "zweite Welle" von Hamsterkäufen?

Der Einzelhandel gibt erst einmal Entwarnung: Auch wenn die Corona-Zahlen derzeit bundesweit kräftig steigen, gibt es bislang noch keine "zweite Welle" von Hamsterkäufen.

Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den großen Handelsketten. Knapp jeder zehnte Verbraucher will sich laut einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov in den kommende Wochen trotzdem verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Gebrauchs eindecken. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Geht's jetzt wieder los? Ein Kunde läuft im Supermarkt an einem leeren Regal vorbei.
Geht's jetzt wieder los? Ein Kunde läuft im Supermarkt an einem leeren Regal vorbei.  © Tom Weller/dpa

Update, 19. Oktober, 16.58 Uhr: Corona-Ausgangssperre: Tunesier müssen nachts wieder zu Hause bleiben

Zur Eindämmung des Coronavirus in Tunesien hat die Regierung eine nächtliche landesweite Ausgangssperre verhängt. Sie soll nach Anordnung von Regierungschef Hichem Mechichi ab Dienstag gelten, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tap berichtete. 

Bisher hatten nur Bewohner größerer Städte mit besonders vielen nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens zu Hause bleiben müssen. Jetzt soll die bislang nur regional geltende Einschränkung auf das gesamte Land ausgeweitet werden.

Das kleine nordafrikanische Land war Anfang des Jahres im internationalen Vergleich glimpflich durch die erste Corona-Welle gekommen. Die Regierung hatte Mitte März nach vergleichsweise wenigen Fällen eine landesweite Ausgangssperre verhängt und die Grenzen geschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Mit Lockerung der Maßnahmen stiegen die Corona-Zahlen jedoch stetig.

Update, 19. Oktober, 16.54 Uhr: Großstädte nehmen Hilfe an: Soldaten unterstützen Gesundheitsämter

Zehn Tage nach dem Krisentreffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Bürgermeistern der elf größten Städte haben mehrere Großstädte Hilfe der Bundeswehr in Anspruch genommen. Die Soldaten helfen unter anderem in Gesundheitsämtern dabei, die Infektionsketten nachzuvollziehen. Fast jede der Großstädte hat den kritischen Wert von 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile überschritten.

Merkel hatte am 9. Oktober den Bürgermeistern der elf größten Städte Hilfe bei steigenden Corona-Zahlen zugesichert: Wenn den Gesundheitsämtern droht, überfordert zu werden, sollen sie von Bund und Land unterstützt werden. Seitdem ist die Zahl der Neuinfektionen in die Höhe geschossen. Die Bundeswehr unterstützt die Städte unter anderem bei der Nachverfolgung von Kontakten von Infizierten. 

Update, 19. Oktober, 16.52 Uhr: Rumänien: Schutzmaßnahmen in Corona-Hotspot Bukarest verschärft

Wegen stark gestiegener Infektionszahlen mit dem Virus Sars-CoV-2 sind in Rumäniens Hauptstadt Bukarest die Schutzvorkehrungen verstärkt worden. Ab Dienstag dürfen nur noch kleine Kinder ohne Maske die Wohnung verlassen. Den Mund-Nasen-Schutz müssen allen Menschen tragen, die älter sind als 5 Jahre - auch unter freiem Himmel. 

Schulen, Kindergärten, Universitäten sowie Theater und Kinos werden geschlossen. Innen-Gastronomie soll es nur noch für Hotelgäste geben. Die Maßnahmen verfügte die Präfektur der Hauptstadt, nachdem hier die Infektionsdichte erstmals die kritische Marke von 3 pro 1000 Einwohnern überschritten hatte. Sie lag am Montag bei 3,19. Landesweit lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100. Einwohner in den vergangenen 14 Tagen bei 238,6.

Update, 19. Oktober, 16.34 Uhr: Corona-Krise beschert Kfz-Versicherern Ausnahmegewinn

Der Rückgang der Verkehrsunfälle in der Corona-Krise wird den Kfz-Versicherern in Deutschland nach Berechnungen der Hannover Rück 2020 einen Ausnahmegewinn bescheren. 

Schon im kommenden Jahr dürften der Straßenverkehr und die Schadenfälle wieder auf ein Normalmaß zurückkehren, sagte Andreas Kelb, der Leiter des deutschen Kfz-Geschäfts der Hannover Rück. Zwar dürften viele Menschen wegen der Pandemie wohl auch noch 2021 verstärkt im Home Office arbeiten und dadurch weniger Auto fahren. 

Allerdings geht Kelb davon aus, dass andere das Auto um so öfter nutzen, um der Ansteckungsgefahr in Bussen und Bahnen zu entgehen. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

2020 gab es bislang weniger Unfälle, dafür steigen die Kosten für Auto-Ersatzteile. (Symbolbild)
2020 gab es bislang weniger Unfälle, dafür steigen die Kosten für Auto-Ersatzteile. (Symbolbild)  © 123rf.com/Dmitry Kalinovsky

Update, 19. Oktober, 16.26 Uhr: Corona-Warn-App startet länderübergreifende Risiko-Ermittlung

Die Corona-Warn-App des Bundes kann nun auch länderübergreifend über eine möglicherweise gefährliche Begegnung mit Corona-Infizierten warnen. Am Montagmittag erschien wie angekündigt das Update auf die Version 1.5 in den App-Stores von Google und Apple. Damit können bei der Risiko-Ermittlung jetzt auch Kontakte mit Nutzern der offiziellen Corona-Apps anderer Länder ermittelt werden.

Die EU-Kommission erklärte, damit sollen Bürger auf Reisen in Europa eine einzige App nutzen und weiterhin von der Kontaktnachverfolgung profitieren und eine Warnmeldung erhalten können. Die jeweiligen Coronavirus-Warn-Apps verbinden sich dabei weiterhin ausschließlich mit dem eigenen nationalen Backend-Server. 

Im ersten Schritt tauschen die Apps aus Deutschland, Irland, und Italien über das Euro-Gateway die Warnungen aus. Weitere Staaten, darunter Dänemark, Lettland und Spanien, sollen bald folgen, Länder wie Niederlande, Österreich, Polen und Tschechien voraussichtlich im November. Zum Jahresende könnten bis zu 16 nationale Apps miteinander gekoppelt sein. Auch ein Datenaustausch mit der Schweiz ist im Gespräch.

Aus technischen Gründen wird die offizielle Corona-Warn-App Frankreichs vorerst nicht an dem europäischen Datenaustausch teilnehmen können. Die Franzosen haben sich für ein zentrales Speicherkonzept entschieden, das mit dem Verfahren in den anderen EU-Staaten nicht kompatibel ist. Auch Ungarn hat sich für ein zentrales Konzept entschieden und kann derzeit nicht in das EU-Gateway eingebunden werden.

Update, 19. Oktober, 15.56 Uhr: Tschechien im Corona-Krisenmodus: "Zahlen sind katastrophal"

Tschechien ist im Corona-Krisenmodus. "Der Kampf gegen die Pandemie ist jetzt nicht nur für die Armee die Aufgabe Nummer eins", sagt Verteidigungsminister Lubomir Metnar.

Die Sorge wächst, dass die Krankenhäuser bald mit Covid-19-Patienten überlastet sind. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass Rekordzahlen vermeldet werden müssen. Erst am Freitag wurde mit 11.105 Fällen erstmals die Schwelle von 10.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden überschritten. Auf die Bevölkerung umgerechnet nimmt Tschechien längst EU-weit einen traurigen Spitzenplatz bei der Infektionsrate ein. 

Nach den jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich in Tschechien binnen 14 Tagen 858,6 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus an – der höchste Wert in der EU. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Soldaten des tschechichen Militärs stehen vor einem Konvoi im Sanitätsstützpunkt in Hradec Kralov). Ein erster Konvoi mit 29 Fahrzeugen soll rund 165 Tonnen medizinisches Material nach Prag bringen, wo die tschechische Armee mit dem Aufbau eines provisorischen Krankenhauses in den Prager Messehallen begonnen hat.
Soldaten des tschechichen Militärs stehen vor einem Konvoi im Sanitätsstützpunkt in Hradec Kralov). Ein erster Konvoi mit 29 Fahrzeugen soll rund 165 Tonnen medizinisches Material nach Prag bringen, wo die tschechische Armee mit dem Aufbau eines provisorischen Krankenhauses in den Prager Messehallen begonnen hat.  © David Taneèek/CTK/dpa

Update, 19. Oktober, 15.53 Uhr: DTM-Finale auf dem Hockenheimring ohne Zuschauer

Das Saisonfinale im Deutschen Tourenwagen-Masters findet vom 6. bis 8. November auf dem Hockenheimring ohne Zuschauer statt.

Die DTM-Dachorganisation ITR und die Hockenheim-Ring GmbH entschieden sich aufgrund der Entwicklung der Covid-19-Pandemie zu diesem Schritt, hieß es am Montag in einer Mitteilung. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Der Hockenheimring: Das Saisonfinale wird hier ohne jubelnde Fans über die Bühne gehen.
Der Hockenheimring: Das Saisonfinale wird hier ohne jubelnde Fans über die Bühne gehen.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 19. Oktober, 15.48 Uhr: Chinas Wirtschaft springt weiter an - Europa kämpft gegen Corona

Europa kämpft gegen sprunghaft steigende Corona-Neuinfektionen - die Wirtschaft des wichtigen Handelspartners China dagegen lässt die Krise zunehmend hinter sich. 

Als erste große Volkswirtschaft der Welt hat China den Virus-bedingten Wachstumseinbruch wieder ausgebügelt. Im dritten Quartal wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozent, wie das Pekinger Statistikamt am Montag mitteilte. Die Führung sieht die Pandemie seit Monaten weitestgehend unter Kontrolle.

Einerseits kommt der Aufschwung in China nun auch deutschen Firmen und damit hierzulande Hunderttausenden Beschäftigten zugute. Schätzungsweise 90 Prozent der deutschen Unternehmen produzieren nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertags in China für den chinesischen Markt. Aktuell seien gut 800.000 Arbeitsplätze in Deutschland von der Nachfrage chinesischer Kunden abhängig. 

Doch andererseits droht Deutschland aufgrund der Konjunkturschwäche in Europa und den USA noch abhängiger zu werden von der chinesischen Konjunktur. Auch könnten chinesische Konzerne immer mächtiger werden. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat wiederholt vor einem "Ausverkauf" deutscher Wirtschaftsinteressen gewarnt.

Titelfoto: Leszek Szymanski/PAP/dpa

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