Coronavirus: Politiker fordert Anzeigepflicht vor Reisen in Risikogebiete

Deutschland/Welt - Nachdem die Infektionszahlen in Zusammenhang mit einer Erkrankung am neuartigen Coronavirus lange Zeit rückläufig waren, steigen sie nun wieder schneller an. Schutzmaßnahmen wurden deshalb in der jüngsten Vergangenheit nur verhalten gelockert. Nun steht eine erneute Verschärfung im Raum.

Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.
Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.  © Clara Margais/dpa

Zumindest Abstand halten und Maske tragen wird wohl deshalb noch für einige Zeit auf der Tagesordnung stehen.

In Deutschland wurden mittlerweile 217.288 Infektionen bestätigt. 9202 Corona-Patienten starben an der Infektion, 196.783 gelten mittlerweile als genesen (Stand 10. August, 6 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 5,04 Millionen Infizierte und 162.938 Tote wurden bereits erfasst (Stand 10. August, 6 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 19,79 Millionen bestätigte Infektionen und 730.089 Todesfälle (Stand 10. August, 6 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 10. August, 6.50 Uhr: Berlins Tourismusbranche ist noch weit von altem Niveau entfernt

Die Berliner Tourismusbranche steckt noch in der Corona-Krise. Nach zwei erfolgreichen Monaten Anfang des Jahres habe es mit dem Lockdown im März einen Absturz bis fast auf null gegeben, sagte Burkhard Kieker, Chef der Berliner Tourismusgesellschaft Visit Berlin, der Deutschen Presse-Agentur. 

Seit Juni gebe es eine deutliche Erholung. "Wir sind derzeit bei 30 bis 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", sagte Kieker. Dieses Niveau bei den Gästezahlen erwarte er auch für die zweite Jahreshälfte.

Im Vergleich zu manchen anderen Städten stehe Berlin damit noch gut da, sagte Kieker. "Das liegt daran, dass wir auch bei deutschen Touristen sehr beliebt sind." Es gebe schon wieder Gäste vor allem aus Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich, die nach Berlin kämen, sagte Kieker. Auch aus Großbritannien sei das zu beobachten. 

"Aber viele europäische Gäste fehlen noch." Touristen aus Italien und Spanien etwa reisten noch kaum wieder in die deutsche Hauptstadt. "Der Sommer war ungefähr wie erwartet", sagte Kieker. "Wir blicken skeptisch in den Herbst."

In Berlin dürfen seit dem 25. Mai in Hotels und Pensionen wieder Touristen übernachten. Zuvor kamen wegen der Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise wochenlang nur Geschäftsreisende.

Die Sonne geht hinter dem Berliner Fernsehturm auf.
Die Sonne geht hinter dem Berliner Fernsehturm auf.  © dpa/Felix Hörhager

Update, 10. August, 6.45 Uhr: 436 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 436 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 216.327 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen im Internet meldete (Datenstand 10.8., 0 Uhr). 

Seit dem Vortag wurde ein neuer Todesfall gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9197. Bis Montagmorgen hatten 197.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Zahl der Neuinfektionen liegt damit nur halb so hoch wie die Werte in der vergangenen Woche. Am Samstag waren 1122 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet worden. Auch am Freitag und Donnerstag lagen die Zahlen erstmals seit Anfang Mai wieder über der Schwelle von 1000 Fällen. Die am Montag bekannt gegebenen Zahlen der Neuinfektionen sind aber meist vergleichsweise niedrig, weil am Sonntag nicht alle Gesundheitsämter ihre Werte übermitteln.

Ein Teilnehmer der Demonstration hält ein Schild mit einem Coronavirus-Symbol in die Höhe.
Ein Teilnehmer der Demonstration hält ein Schild mit einem Coronavirus-Symbol in die Höhe.  © dpa/Fabian Strauch

Update, 10. August, 6.40 Uhr: Sommerurlaub in Deutschland boomt - Aber große Verluste durch Corona

Volle Strände an Nord- und Ostsee, Hochbetrieb in den Voralpen: Trotz des Sommerreisebooms in vielen Urlaubsregionen kann der Deutschland-Tourismus die Einbrüche durch die Corona-Krise nach Einschätzung der Branche nicht aufholen. "Von einem Boom im Deutschland-Tourismus wird man in diesem Jahr unter dem Strich kaum sprechen können. Dazu waren die Verluste während des Lockdowns zu groß", sagte Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes (DTV). 

Aktuell müssen Urlauber in besonders beliebten Regionen für Übernachtungen tiefer in die Tasche greifen. Kunz spricht von Preiserhöhungen von bis zu maximal 10 Prozent. Besonders gefragt sind nach seinen Angaben aktuell die Nord- und Ostsee sowie die Voralpen. 

An der Küste in Mecklenburg-Vorpommern seien etwa 80 Prozent der Unterkünfte im Juli und August ausgebucht. "Aber selbst Boomregionen werden es in diesem Jahr nicht schaffen, an das Ergebnis des Jahres 2019 anzuknüpfen", sagte Kunz der Deutschen Presse-Agentur. Das liegt auch daran, dass Hotels, Pensionen oder Campingplätze, vor allem aber die Gastronomie, wegen der coronabedingten Abstandsregeln ihre Kapazitäten nicht voll auslasten können.

Zudem fehlen in vielen Regionen fast völlig ausländische Gäste. Dies werde nicht durch Urlauber aus dem Inland kompensiert, sagte Kunz. Einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge planen immerhin 29 Prozent der Menschen in Deutschland in diesem Jahr keinen Urlaub mehr. Die Urlaubswilligen zieht es mehrheitlich zu deutschen Zielen mit Bayern und Mecklenburg-Vorpommern an der Spitze. Ins europäische Ausland wollten 17 Prozent aller Befragten noch aufbrechen.

Von dem Trend zum Urlaub in Deutschland profitieren Kunz zufolge auch Regionen wie der Thüringer Wald, das Sauerland, die Eifel, der Taunus, die Brandenburger Seenplatte oder der Harz. So berichten beispielsweise Unterkünfte im Harz von einem starken Anstieg der Buchungszahlen im Juni und Juli. "Es gibt einen starken Trend zur Natur", beschrieb Kunz die Entwicklung.

Von Entspannung für die von der Corona-Krise hart getroffene Branche kann aus Sicht des Verbandes insgesamt aber keine Rede sein. "Ein Fünftel aller touristischen Betriebe kämpft ums Überleben, sie sind weiter auf staatliche Hilfe angewiesen", berichtete der Geschäftsführer des Tourismusverbandes. Das Kurzarbeitergeld müsse verlängert werden. Derzeit ist der Bezug bis zu 12 Monate möglich. Zudem solle die Insolvenzantragspflicht über Ende September hinaus vorerst ausgesetzt bleiben.

Ausflügler wandern am Grünten hinter einer weidenden Kuh im Sonnenschein.
Ausflügler wandern am Grünten hinter einer weidenden Kuh im Sonnenschein.  © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Update, 10. August, 6.35 Uhr: Weitere Corona-Tests an Ludwigsluster Gymnasium

In Ludwigslust, wo am Freitag das Gymnasium wegen der Corona-Infektion einer Lehrerin geschlossen worden war, gehen am Montag die Tests weiter. Nach Angaben von Landrat Stefan Sternberg (SPD) wird das 55-köpfige Schulpersonal nochmals auf den Erreger getestet. Ein erster Test hatte am Samstag zutage gefördert, dass zwei weitere Pädagogen Träger des Coronavirus sind und die Infektion doch größere Ausmaße hat als zunächst angenommen.

Die zuerst positiv getestete Lehrerin hatte zwar seit dem Schulstart vor einer Woche noch keinen Unterricht erteilt, allerdings an einer Fortbildung teilgenommen und dabei das Virus möglicherweise weitergegeben.

Auch von den 205 Schülern, die seit dem Schulstart vor einer Woche Kontakt zu den beiden neu infizierten Lehrern hatten, sollen Abstriche genommen werden. Sie wurden inzwischen von der zuständigen Behörde in Quarantäne geschickt. 

Die Testergebnisse werden für Dienstag erwartet. Danach werde entschieden, wann die Schule wieder öffne, sagte Landrat Sternberg. Vorerst ist der Präsenzunterricht für alle 800 Schüler bis einschließlich Mittwoch ausgesetzt. Sie sollen vorerst zu Hause via Internet unterrichtet werden.

Neben dem Gymnasium in Ludwigslust war am Freitag vorsorglich auch die Ostsee-Grundschule in Graal-Müritz (Landkreis Rostock) geschlossen worden. Dort war bei einem Schüler eine Corona-Infektion festgestellt worden. Die Schule bleibt für zwei Wochen zu, wie der Landkreis mitteilte. Alle Kinder, Lehrer und sonstigen Schulmitarbeiter wurden in Quarantäne geschickt. Die Tests dort hatten bislang keine weitere Infektion offenbart.

Der Eingang des Goethe-Gymnasiums. Das Gymnasium mit rund 800 Schülern ist am 7. August 2020 wegen einer mit Corona infizierten Lehrerin geschlossen worden.
Der Eingang des Goethe-Gymnasiums. Das Gymnasium mit rund 800 Schülern ist am 7. August 2020 wegen einer mit Corona infizierten Lehrerin geschlossen worden.  © dpa/Iris Leithold

Update, 10. August, 6.30 Uhr: Maskenverweigerer im Flugzeug riskieren Konsequenzen

An Bord eines Flugzeugs müssen sich Passagiere an die Ansagen des Kapitäns halten - auch was die Maskenpflicht angeht. "Der Flugkapitän hat die hoheitliche Gewalt an Bord und ist der offizielle Vertreter der Sicherheitsbehörden", erklärt der Reiserechtler Paul Degott. "Er kann alle nötigen Maßnahmen zur Sicherheit der Crew, der Passagiere und des Flugzeugs ergreifen."

Die Maßnahmen können sehr weitreichend sein: Randaliert ein Fluggast zum Beispiel im Streit um das Tragen der Maske, kann sich der Kapitän für eine Zwischenlandung entscheiden, wenn er die Sicherheit des Fluges ernsthaft gefährdet sieht. "Das kann teuer werden und einen Passagier definitiv ruinieren", warnt Degott. So etwas passiert manchmal, wenn betrunkene Reisende ausrasten.

Die Fluggesellschaft Tuifly bestätigt: Rechne man alles zusammen, könnten mit zusätzlichen Landegebühren, Treibstoff und Kompensationen für Folgeflüge durchaus 50.000 Euro zusammenkommen.

Kommt es zu dieser Entscheidung, trage der Passagier die Schuld, so Degott. Der Kapitän wird seine Crew hinter sich haben und immer argumentieren können, warum eine Zwischenlandung notwendig geworden ist. "Da habe ich in der Regel schlechte Karten."

Passagiere mit Mundschutz steigen in ein Flugzeug.
Passagiere mit Mundschutz steigen in ein Flugzeug.  © dpa/Agencia Uno/Adrian Manzol

Update, 10. August, 6.25 Uhr: Bahntochter Cargo: Mehr Schienenverkehr auch in Corona-Zeiten

Die Bahntochter Cargo will in Zukunft noch mehr Güterverkehr auf Schienen verlagern und Straßen entlasten. Das geht aus Angaben von Stefan Winkler, Standortleiter Halle der DB Cargo, hervor. "Wir sind überzeugt davon, dass wir in Zukunft noch mehr Verkehr auf die Schiene bringen und die Straßen entlasten", sagte Winkler der Deutschen Presse-Agentur. 

Durch Corona habe es nur einen leichten Knick im Geschäft gegeben. Die Anzahl der bearbeiteten Züge im Rangierbahnhof Halle befindet sich den Angaben zufolge deutlich über Vorjahresniveau. Nur in einer Woche dieses Jahres sei das nicht der Fall gewesen.

Man sei auf mehr Schienengüterverkehr vorbereitet, sehe die Chancen, so Winkler. Nicht nur, dass Schienenverkehr umweltfreundlicher als Straßenverkehr sei, auch Corona sei für den Standort Halle kein großes Problem. So arbeiteten Lokführer räumlich allein, beim Entkoppeln der Waren sei viel Abstand möglich, generell gebe es überwiegend Alleinarbeitsplätze. "Die Rahmenbedingungen waren noch nie so günstig", sagte Winkler.

Ein Güterzug mit Containern fährt auf der Schiene südöstlich von Nürnberg.
Ein Güterzug mit Containern fährt auf der Schiene südöstlich von Nürnberg.  © dpa/Armin Weigel

Update, 10. August, 6.20 Uhr: Einsatz von Corona-Scouts in Gesundheitsämtern wird verlängert

Der Einsatz von sogenannten Containment-Scouts in den Gesundheitsämtern für die Nachverfolgung von Corona-Kontakten soll um weitere sechs Monate verlängert werden. Das kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der "Augsburger Allgemeinen" (Montag-Ausgabe) an. 

Der Bund stelle dem Robert Koch-Institut (RKI) dafür 10,7 Millionen Euro für Personal- und Sachkosten zur Verfügung. "Unsere Gesundheitsämter vor Ort spielen in der Bekämpfung der Corona-Epidemie eine zentrale Rolle. Mit den Containment-Scouts unterstützen wir sie kurzfristig und flexibel", so Spahn.

Seit April seien mehr als 510 Scouts rekrutiert worden, zunächst für sechs Monate. Bei den Scouts bestehe eine hohe Bereitschaft, die Arbeit in den Gesundheitsämtern fortzusetzen, hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit.
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit.  © dpa/Michael Kappeler

Update, 10. August, 6.15 Uhr: Verkehrsverbunden fehlen wegen Corona Millionen aus Ticketverkäufen

Die Corona-Pandemie lässt die Ticketeinnahmen im öffentlichen Nahverkehr in Rheinland-Pfalz aller Voraussicht nach erheblich einbrechen. Insgesamt rechnen die Verkehrsverbunde damit, dass sie in diesem Jahr rund 150 Millionen Euro weniger aus dem Verkauf von Fahrscheinen verbuchen können. Dies geht aus der Antwort des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Landtag hervor.

Besonders betroffen ist demnach der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) mit prognostizierten Einnahmeverlusten aus dem Ticketverkauf von etwa 57,1 Millionen Euro, gefolgt von der Deutschen Bahn mit rund 34,7 Millionen Euro und dem Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) mit rund 27,4 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 kam alleine der VRN auf 186,1 Millionen Euro Einnahmen aus dem Verkauf von Zeittickets und anderen Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr in Rheinland-Pfalz.

Wegen der Corona-Pandemie war das öffentliche Leben in Rheinland-Pfalz von Ende März an für mehrere Wochen erheblich eingeschränkt worden. Zahlreiche Pendler blieben deshalb zu Hause, was sich in den Bussen und Bahnen bemerkbar machte. Teilweise schränkten die Verkehrsverbunde in der Folge ihr Angebot ein und dünnten den Takt auf Linien aus oder verringerten die Zahl der eingesetzten Fahrzeuge. Welche Kosteneinsparungen sich dadurch ergaben, ist noch nicht bekannt und bei den Zahlen zu den Einnahmeverlusten für die Tickets auch noch nicht berücksichtigt worden.

Es wurden in Folge der Corona-Pandemie weniger Tickets verkauft.
Es wurden in Folge der Corona-Pandemie weniger Tickets verkauft.  © dpa/Roland Weihrauch

Update, 10. August, 6.10 Uhr: Städtetag: Hitzefrei bei Maskenpflicht an Schulen großzügiger regeln

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen unterstützt grundsätzlich die Maskenpflicht zum Schuljahresbeginn, fordert aber praxistaugliche Erleichterungen. "An heißen Sommertagen brauchen wir dann großzügigere Hitzefrei-Entscheidungen", sagte der Vorsitzende des Städtetags, Pit Clausen, der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Auch die Landesschülervertretung fordert, dass Hitzefrei in Zeiten coronabedingter Maskenpflicht nun auch für Oberstufenschüler gelten müsste. Die Hitze setze schließlich nicht nur Schülern der Sekundarstufe I zu, argumentieren sie.

Bislang sieht der Hitzefrei-Erlass der Landesregierung hitzefrei für die Oberstufe nicht vor. In Grundschulen und in der Sekundarstufe I entscheiden die Schulleiter über die Befreiung. Im Erlass heißt es: "Als Anhaltspunkt ist von einer Raumtemperatur von mehr als 27 Grad Celsius auszugehen. Beträgt die Raumtemperatur weniger als 25 Grad Celsius, darf Hitzefrei nicht erteilt werden."

Zum Schulstart gilt in NRW ab Mittwoch Maskenpflicht in allen Schulgebäuden und auf dem Gelände - in weiterführenden und berufsbildenden Schulen sogar im Unterricht. Diese strenge Regelung gibt es bislang nur in NRW.

In NRW sollen Schüler, die die Masken im Unterricht tragen müssen, großzügiger Hitzefrei bekommen.
In NRW sollen Schüler, die die Masken im Unterricht tragen müssen, großzügiger Hitzefrei bekommen.  © dpa/Marijan Murat

Update, 10. August, 6.05 Uhr: Weitere Coronavirus-Fälle und Spielabsagen in der MLB

In der Major League Baseball gibt es die nächsten Coronavirus-Fälle und eine weitere komplett abgesagte Serie. Zentrum des jüngsten Ausbruchs ist das Team der St. Louis Cardinals. Über das Wochenende stieg die Zahl der positiv getesteten Menschen laut MLB-Mitteilung vom Sonntag (Ortszeit) auf neun Spieler und sieben Betreuer. Die ersten beiden Fälle in dem Team gab es bereits am 30. Juli.

Nach der Absage der Serie gegen die Chicago Cubs wurde nach Angaben deswegen auch die Serie gegen die Pittsburgh Pirates abgesagt, die am Montag hätte beginnen sollen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP sind inzwischen 27 Spiele in der MLB im Zusammenhang mit Coronavirus-Fällen abgesagt worden.

Ein Ball, der auf die Tribüne geschlagen wurde.
Ein Ball, der auf die Tribüne geschlagen wurde.  © dpa/Chris Szagola/FR170982 AP

Update, 10. August, 6 Uhr: Verbraucherschützer fordern mehr Druck der Regierung auf Lufthansa

Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller hat wegen schleppender Rückzahlung von Tickets mehr Druck von der Bundesregierung auf die Lufthansa gefordert. "Es kann nicht sein, dass die Lufthansa Hilfszahlungen in Milliardenhöhe aus Steuergeldern erhält und trotzdem Kunden zu illegalen Zwangsdarlehen zwingt", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) den Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Montag). Die Airline müsse bis Ende August alle ausgefallenen Flugtickets vollständig erstatten.

Nach den massenhaften Flugausfällen in der Corona-Krise warten zahlreiche Verbraucher auch Wochen und Monate später noch auf die rechtlich verbindliche Erstattung ihrer Tickets. Dabei müssen die Gesellschaften eigentlich den Ticketpreis grundsätzlich innerhalb von sieben Tagen erstatten. "Wir stehen zu dem Thema Erstattungen in bestem Kontakt zur deutschen Bundesregierung", sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Wochenende. 

Insgesamt seien im Jahr 2020 für die gesamte Lufthansa-Gruppe bisher mehr als 2 Milliarden Euro ausbezahlt worden. Flüge aus den Monaten März und April seien bereits weitestgehend abgearbeitet. Weniger als eine Milliarde Euro an Erstattungen stünden noch aus. 

Lufthansa-Check-In-Schalter sind am Flughafen München geschlossen.
Lufthansa-Check-In-Schalter sind am Flughafen München geschlossen.  © dpa/Sven Hoppe

Update, 10. August, 5.55 Uhr: Ärzte warnen vor Fan-Rückkehr: Gefahr von Massenansteckungen real

Der Ärzteverband Marburger Bund hat vor einer Fan-Rückkehr in die Stadien der Fußball-Bundesliga gewarnt. "Die Gefahr von Massenansteckungen wäre real. Wenn wir Pech haben, sitzt ein Superspreader unter den Fans, und das Virus breitet sich wie ein Lauffeuer aus", sagte die Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). 

Die Hygiene-Oberärztin bekräftigte vor den Beratungen der Gesundheitsminister der Länder über eine Zuschauer-Teilzulassung in Fußball-Stadien mit Corona-Schutzauflagen ihre Bedenken: "Das ist ja das Tückische an Covid-19: Jemand kann überhaupt noch keine Beschwerden haben, aber trotzdem steckt sein Rachen schon voller Viren. Und wenn dann geschrien und gejubelt wird, kann es blitzschnell gehen."

Zu dem in der vergangenen Woche vorgestellten Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) für einen erst reduzierten Wiedereinzug der Fans ohne Besetzung der Stehplätze, Alkohol und Gästefans sowie mit personalisierten Tickets, sagte Johna: "Die Bestrebungen der Liga sind mehr als nachvollziehbar. Aber dass ihr Konzept Ansteckungen verhindert, halte ich für unrealistisch."

Sie selbst schaue sich sehr gerne Fußballspiele im Stadion an und vermisse das, könne sich aber gerade deshalb nicht vorstellen, dass Fans auf ihren Sitzen hocken blieben, wenn ihre Mannschaft ein Tor schieße. «Da liegt man sich in den Armen und denkt nicht an Corona. Alles andere wäre geradezu unmenschlich», meinte die Ärztin.

Susanne Johna, erste Vorsitzende des Marburger Bundes.
Susanne Johna, erste Vorsitzende des Marburger Bundes.  © dpa/Marburger Bund Bundesverband/-

Update, 10. August, 5.50 Uhr: Pflegebeauftragter warnt vor noch größerem Personalmangel

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung hat vor einer noch größeren Personalnot in der Pflege gewarnt. "Wenn es jetzt nicht ein klares Signal gibt, dass sich etwas ändert an Tarifen und Löhnen sowie an den Arbeitsbedingungen, können wir nach der Pandemie in die Situation kommen, dass wir nicht über zusätzliche Auszubildende sprechen, sondern über eine weitere Abwanderung von Personal. Das wäre fatal", sagte Andreas Westerfellhaus der "Rheinischen Post" (Montag-Ausgabe).

Es müsse sich jetzt dringend etwas an der Situation in der Pflege verbessern. "Schon jetzt gibt es sehr großes Unverständnis, dass aus der Anerkennung bisher zu wenige nachhaltige Taten erwachsen." Er nehme eine Stimmung wahr, wonach viele Pflegekräfte in der Corona-Zeit noch durchhalten wollten und sich dann einen anderen Job suchen würden.

Andreas Westerfellhaus, Pflegebeauftragter der Bundesregierung.
Andreas Westerfellhaus, Pflegebeauftragter der Bundesregierung.  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Update, 10. August, 5.45 Uhr: Innenstaatssekretär für Anzeigepflicht vor Reise ins Risikogebiet

Innenstaatssekretär Günter Krings hat die Einführung einer Anzeigepflicht vor geplanten Reisen in Corona-Risikogebiete vorgeschlagen. "Bei Reisen in Risikogebiete sollten wir darüber nachdenken, ob wir eine vorherige Anzeigepflicht einführen", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post" (Montag-Ausgabe). 

"Wer in ein Risikogebiet reisen will, sollte das vorher dem Gesundheitsamt melden, damit es hinterher leichter überprüfen kann, ob der verpflichtende Corona-Test bei der Einreise gemacht und gegebenenfalls die Quarantäne eingehalten wurde."

Für Heimkehrer aus Risikogebieten gibt es derzeit zwei Möglichkeiten: Entweder sie lassen sich noch im Urlaubsland höchstens 48 Stunden vor der Abreise testen und legen einen Negativ-Nachweis in deutscher oder englischer Sprache vor. Tests im Ausland sind aber selbst zu zahlen. Oder sie lassen sich nach der Rückkehr in Deutschland testen, was bis zu drei Tage kostenlos möglich ist, etwa auch beim Hausarzt.

Innenstaatssekretär Günter Krings.
Innenstaatssekretär Günter Krings.  © dpa/Gregor Fischer

Update, 9. August, 22.24 Uhr: Zwei Corona-Fälle bei Leipzig-Gegner Atlético Madrid

Nur vier Tage vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen RB Leipzig hat Atlético Madrid zwei positive Corona-Tests gemeldet. Wie der spanische Fußball-Erstligist am Sonntagabend mitteilte, seien die Test bei zwei namentlich nicht genannten Personen positiv ausgefallen. Somit ist auch unklar, ob es sich um Spieler handelt. Man werde deshalb am Montag die gesamte 93-köpfige Delegation, die zum Miniturnier der Königsklasse nach Lissabon fahren soll, erneut testen, teilte der Club mit.

Nach spanischen Medienberichten droht im Falle von positiven Tests bei Spielern gar eine Verschiebung des Spiels. Atlético soll am Donnerstag gegen Leipzig das erste Viertelfinalspiel bestreiten.

Die Tests auf das Coronavirus wurden den Angaben zufolge am Samstag im Trainingszentrum in Majadahonda bei Madrid bei allen Delegationsangehörigen durchgeführt. Die positiv getesteten Personen hätten sich nach Bekanntgabe der Testergebnisse in häusliche Quarantäne begeben, hieß es.

Der Europäische Fußball-Verband Uefa und alle Behörden und Verbände in Spanien und Portugal seien bereits informiert worden. Die ursprünglich für Montag angesetzte Anreise der Delegation nach Portugal werde sich wegen der neuen, vom Uefa-Aktionsprotokoll vorgeschriebenen neuen Tests, verschieben. Der neue Reiseplan stehe noch nicht fest.

Titelfoto: dpa/Gregor Fischer

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