Coronavirus: Scharfe Kritik an Impf-Beschlüssen der G7, "eine Kolossale Enttäuschung"

Deutschland/Welt - In Deutschland ist die bundesweite Corona-Inzidenz im Sinkflug. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.
In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,72 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

89.840 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 17,3 (Vortag: 18,3).

Weltweit gibt es rund 175,72 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 3,79 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 13. Juni, 15.45 Uhr).

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Update, 13. Juni, 20.05 Uhr: Alexander Dobrindt ist gegen Ende der Maskenpflicht in Innenräumen

In der aufflammenden Diskussion über ein Ende der Maskenpflicht hat CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt (51) zur Vorsicht gemahnt.

Richtig sei, dass die Verhältnismäßigkeit von Corona-Maßnahmen immer wieder überprüft werden müsse, sagte Dobrindt am Sonntag in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Hier müsse man auch zwischen drinnen und draußen unterscheiden. "Ich kann mir gut vorstellen, dass wir die Maskenpflicht da, wo sie überhaupt noch besteht draußen, entfallen lassen", betonte Dobrindt. Diese Entscheidung werde von den Ländern getroffen. Für Innenräume rate er aber zur Vorsicht, auch mit Blick auf ansteckendere Virusmutationen. Deshalb sollte man hier nicht unvorsichtig werden.

Update, 13. Juni, 18.30 Uhr: Scharfe Kritik an Impf-Beschlüssen der G7: "Kolossale Enttäuschung"

Entwicklungsorganisationen haben die Ergebnisse des Gipfels der reichen Industrienationen (G7) scharf kritisiert.

Nach dem Abschluss des dreitägigen Treffens am Sonntag im englischen Carbis Bay wurde bemängelt, dass nicht genug für die Impfkampagne im Kampf gegen die Corona-Pandemie in armen Ländern getan worden sei. Auch im Klimaschutz drückten sich die sieben Wirtschaftsmächte weiter um ihre Verantwortung. "Eine kolossale Enttäuschung", sagte Jörn Kalinski von Oxfam International.

"Angesichts des größten Gesundheitsnotstands seit einem Jahrhundert und einer Klimakatastrophe, die unseren Planeten zerstört, ist die G7 den Herausforderungen in keiner Weise gerecht geworden", sagte Kalinski. "Noch nie in der Geschichte der G7 war die Kluft zwischen dem, was die Welt braucht, und dem, was beschlossen wurde, so groß." Der Schutz der Patente von Pharmaunternehmen sei ihnen wichtiger als der Schutz der Menschen. Es müsse Know-how transferiert und eine Produktion in ärmeren Ländern aufgebaut werden.

Nach dem Abschluss des G7-Gipfels im englischen Cornwall sind nicht alle mit den Ergebnissen zufrieden.
Nach dem Abschluss des G7-Gipfels im englischen Cornwall sind nicht alle mit den Ergebnissen zufrieden.  © Patrick Semansky/AP Pool/dpa

Update, 13. Juni, 18.10 Uhr: Impfallianz Gavi begrüßt G7-Versprechen, WHO-Chef fordert mehr

Die Impfallianz Gavi in Genf hat das Versprechen der reichen G7-Industriestaaten begrüßt, ärmeren Ländern viel mehr Impfdosen zu verschaffen - aber zugleich Nachbesserungen angemahnt.

"Wir brauchen mehr, und wir brauchen es schneller", sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus (56), am Sonntag. Die G7 hat versprochen, mindestens 870 Millionen Impfdosen zu spenden, die Hälfte davon bis Ende dieses Jahres. Gavi hofft, dass sie so schnell wie möglich verteilt werden können.

Update, 13. Juni, 18.01 Uhr: Südafrika fordert Einhaltung von G7-Impfstoffzusagen

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa (68) hat die G7-Staaten aufgefordert, ihr Versprechen einzuhalten, ärmeren Ländern verstärkt bei der Finanzierung von Corona-Impfstoffen zu helfen.

"Wir müssen die beträchtliche Finanzierungslücke für Tests, Behandlungen, kritische Versorgung wie Sauerstoff und die Gesundheitssysteme schließen", sagte Ramaphosa, der auch der Afrikanischen Union vorsitzt, während des Spitzentreffens in Carbis Bay im englischen Cornwall. Die Finanzierungslücke von 16,8 Milliarden US-Dollar (13,87 Milliarden Euro) des Programms ACT Accelerator der Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Corona-Impfstoffe, Diagnostika und Tests fördert, müsse schnellstens geschlossen werden, teilte die südafrikanische Regierung in einer Mitteilung am Sonntag mit.

Update, 13. Juni, 17.23 Uhr: Frankreich verdoppelt seine Impfstoff-Zusagen für ärmere Länder

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will Frankreich doppelt so viele Impfdosen für ärmere Länder zur Verfügung stellen als ursprünglich vorgesehen.

"Frankreich hat seine eigenen Zusagen in diesem Zusammenhang verdoppelt und erhöht ganz konkret von 30 auf 60 Millionen Dosen, die bis Ende des Jahres verteilt werden", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Sonntag nach dem dreitägigen G7-Gipfel im englischen Cornwall.

"Aber wir müssen auch in der Lage sein, jetzt in allen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen mehr zu produzieren, um die Selbstversorgung aufzubauen", sagte Macron weiter. Ziel sei es daher nun auch eine Einigung in der Frage der Patente und des geistigen Eigentums zu erzielen. Dies dürfe kein Hindernis für den allgemeinen Zugang zu Impfstoffen sein. Impfstoffe müssten ein "globales öffentliches Gut" sein.

Update, 13. Juni, 17.12 Uhr: Boris Johnson lehnt Patentaufhebung bei Corona-Impfstoffen ab

Der britische Premierminister Boris Johnson (56) lehnt eine Aufhebung von Patenten für die Herstellung von Corona-Impfstoffen weiterhin ab.

Zentral sei, weltweit Produktionsstätten aufzubauen, vor allem in Afrika, sagte Johnson zum Abschluss des G7-Gipfels im südwestenglischen Cornwall. Auch Know-how müsse geteilt werden. Aber zugleich müssten Anreize für Innovationen geschützt werden, mahnte Johnson. Der richtige Weg sei es, Impfstoffe zum Selbstkostenpreis zu verteilen, wie es der britisch-schwedische Konzern Astrazeneca tut.

Der britische Premier Boris Johnson (56) empfängt zurzeit die wichtigsten Staatsoberhäupter der Welt beim G7-Gipfel im englischen Cornwall.
Der britische Premier Boris Johnson (56) empfängt zurzeit die wichtigsten Staatsoberhäupter der Welt beim G7-Gipfel im englischen Cornwall.  © Ben Stansall/Pool AFP/AP/dpa

Update, 13. Juni, 16.28 Uhr: Nur eine einzige Neuinfektion in Mecklenburg-Vorpommern - Inzidenz sinkt auf 4,8

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern ist am Sonntag um lediglich einen Fall gestiegen.

Das seien neun weniger als am Samstag und zehn weniger als vor einer Woche, teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales mit. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank am Sonntag um 0,1 auf 4,8. Vor einer Woche hatte sie noch bei 8,6 gelegen.

Update, 13. Juni, 15.33 Uhr: Johnson: G7 unterstützt ärmere Länder mit einer Milliarde Impfdosen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie stellt die G7-Gruppe ärmeren Ländern mindestens eine Milliarde Dosen Impfstoff zur Verfügung.

Dies geschehe sowohl über Spenden als auch über Zahlungen an das Impfprogramm Covax, sagte der britische Premierminister Boris Johnson (56) am Sonntag nach dem Abschluss des Treffens in Carbis Bay.

Wie sich die Zahl genau zusammensetzt, sagte Johnson zunächst nicht.

Update, 13. Juni, 14.10 Uhr: Ministerium erwartet von Johnson & Johnson Nachlieferungen im Juli

Das Bundesgesundheitsministerium fordert vom Impfstoffhersteller Johnson & Johnson eine Nachlieferung fehlender Corona-Impfdosen im Juli.

Johnson & Johnson werde nach neuestem Stand im zweiten Quartal - also bis Ende Juni - etwa 6,5 Millionen Dosen weniger liefern als geplant, hieß es von einer Ministeriumssprecherin.

"Das ist bedauerlich, denn jede Impfdose zählt. Daher erwarten wir von Johnson & Johnson, dass diese Menge im Juli schnellstmöglich nachgeliefert wird."

Das Bundesgesundheitsministerium fordert vom Impfstoffhersteller Johnson & Johnson eine Nachlieferung fehlender Corona-Impfdosen im Juli.
Das Bundesgesundheitsministerium fordert vom Impfstoffhersteller Johnson & Johnson eine Nachlieferung fehlender Corona-Impfdosen im Juli.  © Jonas Güttler/dpa

Update, 13. Juni, 14.08 Uhr: Merkel: "Erheblicher Beitrag" zur Impfstoffverteilung aus Deutschland

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66) hat einen "erheblichen Beitrag" aus Deutschland bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen zugesichert.

"Deutschland zeichnet verantwortlich für 350 Millionen Dosen", sagte Merkel am Sonntag zum Abschluss des G7-Gipfels im südwestenglischen Cornwall. Dazu gehörten 30 Millionen Dosen, die Deutschland bestellt habe und weitergeben werde.

"Das werden vermutlich im Laufe der Zeit noch mehr", sagte Merkel. Sie verwies auf Lieferprobleme der Impfstoffhersteller.

Der größte Teil des deutschen Beitrags laufe über das Impfprogramm Covax. Dort sei Deutschland der zweitgrößte Geber. Covax finanziert mit dem Geld etwa die Herstellung von Impfstoffen und den Aufbau von Produktionsstätten.

Titelfoto: Patrick Semansky/AP Pool/dpa

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